Norwegen ist für seine Fjordlandschaft weltberühmt, der Geirangerfjord und der Nærøyfjord gehören sogar zum Unesco-Weltnaturerbe. Um die Orte in diesen Fjorden, deren Einwohner und die Natur zu schützen, will die Regierung jetzt die Kreuzfahrtbranche stärker reglementieren.

Norwegen will keine Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl in den Fjorden

Ab sofort gelten deshalb verschiedene Maßnahmen, die nach und nach verschärft werden sollen. Vor allem sollen keine Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl mehr in die Fjorde fahren. Das berichtet der norwegische Nachrichtensender „NRK“.

Konkret gelten folgende Bestimmungen: 

  • Schadstoffgrenzen für den Kraftstoff, der auf Schiffen in den Fjorden verwendet werden darf: Der erlaubte Wert für Stickoxide soll schrittweise sinken.
  • Um die erlaubten Schwefelwerte zu erreichen, dürfen die Kreuzfahrtschiffe keine offenen Abgasreinigungssysteme nutzen.
  • An Bord der Schiffe darf kein Abfall verbrannt werden. Sie dürfen kein Abwasser in den Fjorden ablassen. 

Ab 2020 werden die Anforderungen verschärft, ebenso nochmals 2022 und 2025. Ab 2026 sollen dann mit Schweröl betriebene Schiffe gar nicht mehr in die Fjorde fahren dürfen.

Die Städte Flåm und Geiranger, die in den betroffenen Fjorden liegen, sind übrigens nicht die einzigen Städte in Norwegen, die gegen Kreuzfahrttourismus vorgehen: Auch Bergen erlaubt ab 2026 nur noch Kreuzfahrtschiffe, die mit Strom oder Wasserstoff fahren.

Kreuzfahrten von Tui und Aida fahren durch die Fjorde

Sowohl Aida als auch Tui Cruises wären von den verschärften Regeln betroffen. Aida hat zehn Kreuzfahrten mit Halt in Geiranger im Programm, bei Tui Cruises sind es ebenfalls zehn, außerdem legen zwei „Mein Schiff“-Kreuzfahrten in Flåm am Nærøyfjord an.

Die Verantwortlichen in Norwegen hoffen nun, dass die Reedereien die Regeln ernst nehmen und mit kleineren Schiffen, die den Anforderungen gerecht werden, in die Fjorde fahren. Kritiker bemängeln, dass sie stattdessen einfach norwegische Städte anfahren, die nicht an Fjorden mit Welterbestatus liegen. 

Wird Norwegen für Kreuzfahrten unattraktiver?

Andere fürchten wiederum, dass die Kreuzfahrtreedereien Norwegen aufgrund der strengeren Auflagen ganz fallen lassen könnten.

Generell ist die Entscheidung eher eine symbolische. Morten Kinn, Direktor der Schiffsabfertigung bei European Cruise Service: „Kreuzfahrt macht 0,13 Prozent der gesamten CO2-Emissionen weltweit aus, aber die Schiffe sind einfach sehr präsent.“