Lange Warteschlangen, nervöse Blicke zur Anzeigetafel und Dutzende geplatzte Reisen: Das sind Bilder von Deutschlands Flughäfen, die uns aus dem Chaos-Flugjahr 2018 wohl in Erinnerung bleiben.

Das Fluggastrechte-Portal „AirHelp“ hat alle ausgefallenen und verspäteten Flüge des vergangenen Jahres analysiert und ausgewertet, an welchen Flughäfen in Deutschland Passagiere am meisten – und am wenigsten Geduld – brauchen. 

So viel können wir vorab schon verraten: Wirklich gut kommt keiner der 13 Flughäfen weg.

Verlierer: Frankfurt am Main ist der unpünktlichste Flughafen Deutschlands

Der größte Flughafen Deutschlands ist gleichzeitig auch der mit den meisten Problemen: Von 226.500 gelanten Flügen waren 72.600 mehr als 15 Minuten verspätet. Und 4.070 Flüge fielen ganz aus. Zusammengerechnet: 33,9 Prozent, also mehr als ein Drittel aller Flüge am Flughafen Frankfurt am Main waren nicht planmäßig. 

In München sollten 41.500 weniger Flüge als in Frankfurt starten, auch hier fällt das Pünktlichkeits-Urteil vernichtend aus: Ein Drittel der geplanten Flüge fand nicht planmäßig statt. In Zahlen: 52.000 verspätete und 3.560 ausgefallene Flüge.

Köln/Bonn ist der drittunpünktlichste Flughafen Deutschlands mit 29,9 Prozent unplanmäßigen Flügen. In Norddeutschland ist Hamburgs Flughafen mit 25,9 Prozent der unpünktlichste und landet damit auf Platz vier von 13.

In Hannover und Berlin-Tegel kommst du relativ pünktlich weg

Im Mittelfeld tummeln sich die Flughäfen Hannover (22,7 Prozent unplanmäßige Flüge) und Berlin-Tegel (23,3). Dort fiel etwa jeder fünfte Flug aus. Ähnlich schneiden die Flughäfen im Osten Deutschlands ab: Am Flughafen Leipzig/Halle waren 23,6 Prozent der Flüge verspätet oder fielen aus, in Dresden waren es 22,3 Prozent.

An diesen Flughäfen waren insgesamt deutlich weniger Flüge geplant: In Lepizig sollten 8.400 Maschinen abfliegen, in Dresden 8.500. Zum Vergleich: Leipzig schneidet etwas besser als Berlin-Tegel ab, dort sollten aber auch 86.000 Flüge starten.

Gewinner des Negativ-Rankings: Süddeutschland und Berlin-Schönefeld

Am wenigsten Probleme gab es am Flughafen Berlin-Schönefeld: Von 35.000 geplanten Flügen fanden 6.700 mit einer Verspätung von mehr als 15 Minuten statt – 260 fielen aus. Macht 19,9 Prozent Problemflüge.

Die meisten Verspätungen und Ausfälle gibt es in Deutschland

Deutschland ist übrigens Europameister im Zu-spät-Kommen: Mit insgesamt durchschnittlich 28,8 Prozent gab es hierzulande die meisten Probleme an den Flughäfen, gefolgt von Großbritannien (25,31) und Frankreich (28,16).

Allerdings seien in der Regel nicht die Flughäfen an den Verspätungen und Ausfällen schuld, so Laura Kauczynski von „AirHelp“. Die häufigsten Gründe seien demnach die vielen Streiks, Probleme im Betriebsablauf der Airlines und schlechtes Wetter.

Für das Reisejahr 2019 sehen die Prognosen übrigens auch düster aus: Das Jahr startete bereits mit diversen Streiks, und der Brexit könnte bald zum absoluten Flug-Chaos führen.