Kameras im Flugzeug-Sitz: Passagiere fühlen sich beobachtet

Kameras im Flugzeug-Sitz: Passagiere sind sauer

Beobachtet Singapore Airlines seine Passagiere? Das denken derzeit einige Twitter-Nutzer, die beim Blick in den Bildschirm am Vordersitz eine Kameralinse entdeckt haben – und sich ausspioniert fühlen.

Frontkamera am Computer.
Überwacht die Airline ihre Passagiere? (Symbolfoto)

Foto: imago/Wolfgang Zwanzger

Bord-Entertainment mal anders: Vitaly Kamluk flog vergangene Woche mit einer Boeing 787 der Singapore Airlines. Als er den angeschalteten Bildschirm im Vordersitz näher betrachtete, fiel ihm eine kleine, unscheinbare Linse auf. 

Linse im Vordersitz: Werden Passagiere heimlich gefilmt?

Vitaly twitterte prompt der Airline: „Ich habe gerade diesen interessanten Sensor gefunden, an Bord von Singapore Airlines, der mich von der Rückenlehne aus beobachtet. Gibt es eine Expertenmeinung, ob das eine Kamera ist?“. 

Passagier konfrontiert Singapore Airlines bei Twitter

Vitaly bat Singapore Airlines um Aufklärung. Die Airline antwortete: Ja, es handele sich um Kameras, die vom Hersteller im neuen In-Flight-Entertainment-System provisorisch verbaut wurden. Allerdings seien diese nicht in Betrieb – es gebe auch keine entsprechenden Pläne. Später erklärte die Airline, dass die Kameras an Bord auch gar nicht angeschaltet werden könnten.

Aber warum wurden die Kameras dann überhaupt erst eingebaut? Twitter-User forderten die Airline auf, die Passagiere darüber zu informieren. Schließlich geht es hier um die Privatsphäre.

Vitaly ließ das keine Ruhe und fragte bei einer Stewardess nach, ob die Kamera ihn wirklich nicht filmen würde. Diese lachte nur und verneinte seine Frage. Aber auch andere User fanden die Geschichte mehr als beunruhigend und entdecken in ihren Fliegern plötzlich auch die vermeintlichen Spione:

Kameras an Bord: In vielen Fliegern Grundausstattung

Tatsächlich sind mittlerweile in einigen Flugzeugen Kameras im Entertainment-System verbaut. Zum Beispiel im A380: Da sollen die Kameras den Piloten einen Überblick über die beiden Decks geben – aus Sicherheitsgründen. Das berichtet die „Welt“.

Der Elektronikhersteller Panasonic Avionics gab schon 2017 Pläne bekannt, dass Kameras an Bord zur Identifikation von Passagieren dienen könnten. Klar, das könnte die Kontrollen am Flughafen um einiges beschleunigen, ist aber irgendwie ganz schön unheimlich.

Singapore Airlines könnte sich vorstellen, die Kameras für Videotelefonie oder andere interaktive Spielerein zu verwenden. Bis das geklärt ist, scherzen User unter Vitalys Tweet, dass man zukünftig Tape oder Kaugummis zum Abkleben im Handgepäck dabei haben sollte. 

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