Reisen nach Syrien? Dieser Veranstalter bietet das tatsächlich an

Dieser Reiseveranstalter bietet Urlaub in Syrien an

Syrien ist ein Land, bei dem wir an Krieg und Zerstörung denken. Aber nicht an Urlaub. Doch der französische Reiseveranstalter Clio bietet tatsächlich wieder Reisen dorthin an – als einziger in Europa.

 

Syrien ist nach acht Jahren Krieg größtenteils zerstört. Ein Unternehmen will trotzdem Reisen dorthin anbieten.
In Syrien herrscht seit acht Jahren Krieg, das Land ist vielerorts zerstört. Ein Unternehmen will trotzdem Reisen dorthin anbieten – auf dem Programm steht unter anderem Damaskus.

Foto: imago/Prod.DB

„Gehören Sie zu den Ersten, die wieder in diese tausendjährige Geschichte eintauchen“ – auf der Website des französischen Reiseveranstalters Clio liest es sich, als sei der achtjährige Krieg in Syrien zu Ende.

Er entschied sich nach acht Jahren Unterbrechung dafür, Syrien im Jahr 2019 wieder in den Katalog aufzunehmen. Die erste zehntägige Rundreise durch das Konfliktgebiet startet am 6. April in Paris. Die Teilnehmer sehen unter anderem die Hauptstadt Damaskus, die Oasenstadt Palmyra, die Stadt Homs und das Bergdorf Maalula. 

Französische Reiseagentur bringt Touristen nach Syrien

Mit dem Flugzeug geht es ab Paris in die libanesische Hauptstadt Beirut, von dort geht es per Bus weiter. Denn europäische Airlines fliegen nicht nach Syrien. Pro Person kostet die Reise ab 2.950 Euro.

Ein aktuelles Bild kurz vor dem Valentinstag: Einige Straßen in Damaskus wurden wieder aufgebaut.
Ein aktuelles Bild kurz vor dem Valentinstag: Einige Straßen in Damaskus wurden wieder aufgebaut. Foto: imago/Xinhua

Und diese Reise will wirklich jemand machen? Ja. „Der Erfolg war sofort da“, sagt der stellvertretende Clio-Chef Jean-Pierre Respaut der Zeitung „Le Figaro“. „Eine erste Gruppe von rund 20 Reisenden ist bereits komplett, fünf weitere Fahrten sind ab dem Herbst geplant.“

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Syrien

Für Syrien gilt eine Reisewarnung – täglich sterben landesweit Menschen. Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise aus Syrien auf. Die deutsche Botschaft in Damaskus ist geschlossen, im Notfall kann sie vor Ort keine konsularische Hilfe leisten. 

Für Respaut hingegen ist die Lage in Syrien „heute stabiler, das Land ist zum großen Teil befriedet und die Regierung hat den Großteil des Staatsgebiets zurückerobert“. Deshalb sei auch die Sicherheit der Reisenden gewährleistet.

„Wir bieten nur sichere Zonen an“, betont Respaut. Noch „nicht völlig befriedete“ Gebiete wie Aleppo oder die Euphrat-Region würden gemieden. Auf bestimmten Etappen werde die Reisegruppe sogar von der Polizei begleitet, so Respaut.

Veranstalter: Tourismus hilft Syrien auf Weg zurück in Normalität

Das französische Außenministerium ist empört: „Die Reiseagentur Clio setzt ihre Kunden einem Risiko aus, dessen sie sich voll bewusst ist.“ Der Veranstalter sei für die Gäste verantwortlich und müsse dafür aufkommen, sollte etwas geschehen.

Reisewarnungen sowohl vom Auswärtigen Amt als auch von dessen französischem Pendant sind für Clio kein Grund, das Land zu meiden: Für die Menschen in Syrien sei der Tourismus „ein Mittel der Rückkehr zur Normalität“, so Respaut.

„Ihr Land zu boykottieren, während die Syrer aus einem langen Albtraum aufwachen, würde bedeuten, sie doppelt zu bestrafen.“

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