Die eigentlich in den USA beheimatete Kalifornische Kettennatter ist auf Gran Canaria eine echte Plage. Im vergangenen Jahr wurden auf der Urlaubsinsel so viele Exemplare wie nie zuvor gefangen: knapp 1.100.

Die eingeschleppte Schlangenart vermehrt sich so extrem, dass die Regierung die Tiere systematisch jagen lässt. Denn diese sind eine echte Bedrohung auf der Kanaren-Insel.

Video zeigt Schlange im Supermarkt 

Egal ob am Strand oder beim Einkauf: Immer häufiger tauchen die Schlangen dort auf, wo Menschen ihr auf keinen Fall begegnen möchten. Ein Youtube-Video zeigt zum Beispiel eine der schwarz-weiß geringelten Nattern, wie sie sich in einem Supermarkt auf dem Boden entlangschlängelt.

Der Schlange sollten Urlauber auf Gran Canaria nicht zu nahe kommen

Die Größe der Natter von 1,2 bis 1,8 Meter wirkt im ersten Moment erschreckend. Aber Entwarnung: Sie ist ungiftig. Trotzdem solltest du lieber Abstand halten: Bei Bedrohung stößt die Schlange ein stinkendes Sekret aus – darüber informiert die kanarische Regierung.

Albino-Typ der Kalifornischen Kettennatter.
Besonders häufig können Touristen übrigens den gelb-weiß gestreiften Albino-Typ auf der Insel sehen. Foto: imago stock&people

Ökosystem auf Gran Canaria gefährdet – und damit dein Urlaub

Und die Schlange frisst kleinere Reptilien, zum Beispiel die Gran-Canaria-Rieseneidechse. Die ist ein Wahrzeichen der Urlaubsinsel und kommt fast ausschließlich dort vor. Experten befürchten aufgrund der Nattern-Plage ihr Aussterben.

Und das würde wiederum deinen nächsten Urlaub auf Gran Canaria deutlich lästiger machen: Die Echsen fressen unter anderem Insekten wie Heuschrecken und Mücken. Bedeutet: Wenn die Schlange sich weiter ausbreitet, gerät das Ökosystem auf Gran Canaria extrem ins Ungleichgewicht.  

Du kannst gegen die Schlangen-Plage helfen

Der Biologe Ramon Gallo Barneto kämpft seit vielen Jahren gegen die explosionsartige Vermehrung der Nattern. Sein Freiwilligen-Projekt „Life“ soll auch Touristen, aber vor allem Einheimische in die Schlangen-Jagd einbinden.

Bereits im Jahr 1998 wurde Ramon auf die Problematik aufmerksam, seitdem steigt der Bestand explosionsartig: 2012 wurden rund 600 der Kriechtiere gefangen, 2018 verdoppelte sich die Zahl fast auf 1079. Das berichtet „Teneriffa News“.

Woher die Schlange kommt, ist übrigens nicht geklärt. Wahrscheinlich ist aber, dass sie von Urlaubern mitgebracht wurde und Einheimische sie als Haustier hielten – und dann einfach aussetzten.