Ureinwohner der Andamanen töten Urlauber mit Pfeilen – keine Anklage

Ureinwohner töten Urlauber mit Pfeilen – keine Anklage

Ein 27-jähriger Tourist aus den USA fuhr trotz des offiziellen Verbotes auf North Sentinel Island – und wurde von den Ureinwohnern mit Pfeilen erschossen. Nun ist klar: Es wird keine Mordanklage erhoben.

Die Sentinelesen verteidigen ihre Isolation mit Pfeil und Bogen.
Die Sentinelesen verteidigen ihre Isolation mit Pfeil und Bogen.

Foto: Youtube.com/Doc Facts (Screenshot)

Auf diese indische Andamanen-Insel sollte kein Tourist einen Fuß setzen, die Ureinwohner lauern mit Bogen und Pfeil im Anschlag. Der Amerikaner John C. wollte trotzdem auf die North Sentinel Island – um die Sentinelesen zu missionieren.

Seinen Leichtsinn bezahlte der 27-Jährige mit seinem Leben, die Ureinwohner erschossen ihn im November 2018 mit Pfeilen. Doch Konsequenzen muss das Inselvolk trotzdem nicht befürchten.

US-Tourist will Ureinwohner missionieren – die erschießen ihn

„Es ist eine tragische Situation und ein tragischer Vorfall. Aber die US-Regierung hat keine Sanktionen von der indischen Regierung gegen das Stammesvolk verlangt“, sagte Sam Brownback, US-Botschafter für Religionsfreiheit, auf einer Pressekonferenz.

Ein Prozess wäre tatsächlich auch praktisch unmöglich. Denn North Sentinel Island ist offiziell Sperrgebiet – der indische Staat verbietet das Betreten der Insel. 

Ureinwohner der Andamanen: Wer sind die Sentinelesen?

Das Volk der Sentinelesen soll aus gerade einmal 150 Menschen bestehen. Sie leben seit Jahrhunderten völlig isoliert und attackieren jeden, der ihrer Heimat zu nahe kommt. So sichern sie ihr Überleben, denn durch ihre Abgeschiedenheit haben sie keine Abwehrkräfte gegen bestimmte Krankheiten entwickelt.

Der Vater von John hatte eine „extreme“ Version des Christentums für den Tod seines Sohnes verantwortlich gemacht. Das habe zu einem „nicht unerwarteten Ende“ geführt, sagte er dem „Guardian“.

Tatsächlich hatte der 27-Jährige seine Reise auf die Insel als Gottes Auftrag betrachtet: „Herr, ist die Insel Satans letzte Festung, in der niemand deinen Namen gehört hat oder nicht einmal die Chance hatte, ihn zu hören?“ – es sind einige der letzten Zeilen, die John in sein Tagebuch schrieb.

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