Eine schlimme Vorstellung: Menschen, die seit dem Jahr 2000 das Nationalmuseum im Grand Canyon besucht haben, haben sich gefährlicher Strahlung ausgesetzt – ohne es zu wissen.

Bis vor Kurzem standen drei große Eimer mit Uran im Museum – im Lager neben einem ausgestopften Tier. An diesem Punkt machten oft Kindergruppen Station, um sich Vorträge anzuhören und Pause zu machen.

Besucher und Mitarbeiter wurden nicht vor Strahlung gewarnt

Einer der Eimer war so voll, dass der Deckel gar nicht zuging. Nach einem Bericht der „Arizona Republic“ hat der Sicherheitschef des Museums erklärt, dass weder die Mitarbeiter noch die Besucher des Parks davor gewarnt wurden, dass sie der Strahlung ausgesetzt waren.

Junge findet Eimer zufällig mit Geigerzähler

Nur durch einen Zufall wurden die radioaktiven Eimer entdeckt. Ein Junge hatte bei seinem Besuch im Museum den Geigerzähler seines Vaters dabei. Der Teenager hatte so das Uran gefunden und Parkmitarbeitern Bescheid gesagt.

Besonders bizarr: Nachdem Parkmitarbeiter das Uran entsorgt hatten, landeten die nach wie vor verstrahlten Eimer wieder im Museum. Sie wurden erst von Inspektoren gefunden und wieder entsorgt.

Wollte Grand-Canyon-Museum den Vorfall vertuschen?

Der Sicherheits- und Gesundheitsmanager Elston Stephenson hat einen Brandbrief an alle Mitarbeiter des Parks geschrieben. Seiner Meinung nach versuche das Parkmanagement, den Vorfall zu vertuschen. Gleichzeitig warnte er vor möglichen Spätfolgen. 

Uran im Plastikeimer: Strahlungswerte zu hoch

„Wenn Sie in der Zeit von 2000 bis Juni 2018 in der Museumssammlung im Gebäude 2C waren, waren sie Uran ausgesetzt“, schreibt Stephenson. Die Strahlungswerte würden die angegebene Sicherheitsgrenze der Nuclear Regulatory Comission übersteigen.

Jahrzehntelang waren die Eimer mit Uran im Keller des Hauptquartieres untergebracht, wurden allerdings in das Museumsgebäude gebracht, als es im Jahr 2000 eröffnete.