Prag will nicht mehr nur Party-Metropole sein

Prag will nicht mehr nur Party-Metropole sein

Die tschechische Hauptstadt hat genug von ihrem Image als billiges Ziel für Sauftouristen. Ein „Nacht-Bürgermeister“ soll das ändern. Sein Büro will das Prager Nachtleben künftig besser kontrollieren.

Ein DJ legt in einem Club in Prag auf.
Viele Touristen kommen zum Trinken und Feiern nach Prag. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Thomas Habr

Woran denkst du, wenn du an Prag denkst? Den meisten kommt bei dieser Frage wohl ziemlich schnell „günstiges Bier“ in den Sinn. In der tschechischen Haupstadt kannst du besonders günstig Pils und Co. trinken – und in den zahlreichen Clubs feiern gehen. Auch für Junggesellenabschiede ist die Stadt beliebt.

Prager wollen Sauf-Touristen unter Kontrolle bringen

Doch mit den Feierwütigen kommt auch Dreck und Gegröle in die Straßen der Altstadt. Damit soll jetzt Schluss sein: Als inoffizieller „Nacht-Bürgermeister“ führt Jan Stern eine spezielle Kommission an.

Die soll dem Magazin „Kafkadesk“ zufolge Lärm, überfüllte Straßen und betrunkene Partygänger unter Kontrolle bringen. Besonderen Fokus will die Kommission auf die Partymeile Dlouhá legen.

Die neuen Regeln sollen keine Touristen abschrecken: Immerhin sind im vergangenen Jahr fast sechs Millionen Urlauber nach Prag gekommen und haben für 10 Milliarden Euro Umsatz in der Tourismusindustrie gesorgt.

Immer wieder schlagen aber vor allem Partyurlauber über die Stränge: „Pub-Crawls sind das pure Übel“, sagte einer der Mitarbeiter im neuen Komitee gegenüber „Bloomberg“. Jeden Tag erreichen ihn Beschwerden der 30.000 Einwohner der Prager Innenstadt.

Kultur statt Party: Prag will sein Image ändern

Um das zu ändern, könnte die Kommission unter anderem Sperrstunden für gewisse Clubs und Bars festlegen. Genaue Maßnahmen stehen aber noch nicht fest.

Statt des Prager Nachtlebens soll die Kultur mehr in den Fokus von Urlaubern rücken: darunter Unesco-Welterbestätten, Theaterstücke, Opern und Ausstellungen.

Sogar Nachtclubbesitzer finden: Den Verkehr nachts einzuschränken und Benimmregeln für Besucher festzulegen ist eine gute Idee. Wie erfolgreich der neue „Bürgermeister fürs Nachtleben“ ist, wird sich aber erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite