Rügens Promenaden und Ortskerne gesäumt von prunkvollen Stadtvillen, modernen Schalenbauten und ins Meer reichen Kilometer lange Seebrücken. Wir zeigen dir, was es in Sellin, Binz, Sassnitz, Baabe und Putbus zu entdecken gibt.

Sellin: Zwischen Villen die gute Ostseeluft atmen

Spaziert man durch die Wilhelmstraße in Sellin gilt es zu beiden Seiten die herrschaftlichen Häuser zu bewundern. Sie sind reich verziert, haben Erker, Türmchen und filigran geschnitzte Veranden.

Dabei können Gäste die gute Ostseeluft atmen und einfach Rügen genießen. Schon Albert Einstein ist 1915 im Haus „Johanneshorst“ untergekommen.

Er soll erst nach seinem Aufenthalt in Sellin den Beweis für seine Relativitätstheorie gefunden haben – auch ein Genie braucht schließlich Erholung.

Sellin auf Rügen
Sie ist eines der architektonischen Wahrzeichen der Insel Rügen: die Selliner Seebrücke Foto: Tourismuszentrale Rügen/C. Thiele

Binz: Prunkvillen und Betonbauten

Das größte Seebad der Insel ist Binz. Auch hier stehen prunkvolle Villen. Sie bilden mit den skulpturalen Schalenbauten aus Beton, des Architekten Ulrich Müther, eine aufregende Einheit.

Müthers 1981 gebauter Rettungsturm am Strandzugang 6 sieht aus wie ein Ufo. Heute wird der Kult-Bau als Trauraum genutzt.

Direkt an der Strandpromenade liegt auch die Villa „Undine“ – das älteste und wohl schönste der denkmalgeschützten Wolgasthäuser.

Villen in Binz
Ein Augenschmaus an der Ostseeküste: Binz wird von prachtvollen Villen der Bäderarchitektur geschmückt Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern/Kirchgessner

Sassnitz: Hier residierten schon Musiker und Adelige

Die „Kurmuschel“ von Ulrich Müther steht in Sassnitz – noch heute gibt es in dem Musikpavillon an der Strandpromenade Open-Air-Veranstaltungen.

In den klassizistischen Bauten und modernen Häusern des Ortes finden Besucher vor allem alte Fischer- und Bauernkaten. „Nach Rügen reisen, heißt nach Sassnitz reisen“, sagte schon der Schriftsteller Theodor Fontane.

Auch der Komponist Johannes Brahms und Kaiserin Auguste Viktoria haben in Sassnitz ihre Sommer verbracht.

Kurmuschel auf Rügen
Ganzjährig finden Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen an der markanten Kurmuschel in Sassnitz statt. Foto: Tourismuszentrale Rügen/C.Thiele

Baabe: Typische Reetdachhäuser im kleinen Ostseebad

Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für seine Reetdachhäuser. Etliche davon stehen im kleinen Ostseebad Baabe. Sie erinnern an die Ursprünge des Fischerdorfs mit seiner engen Bebauung.

Doch auch hier hinterließ der Architekt Müther seinen Fingerabdruck. Das „Inselparadies“ am Strand war einst beliebte Gaststätte und Disko und wird auch heute noch als Restaurant genutzt.

Putbus: Klassizistische Bauten und ein historisches Theater

Putbus ist das älteste Seebad auf der Insel Rügen. Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus ließ es im klassizistischen Stil erbauen. Am Circus, einem zentralen Platz der Stadt, ist so ein einzigartiges Ensemble antik anmutender Bauten entstanden.

In der Alleestraße, nur wenige Meter weiter, liegt das Residenztheater von 1821. Es ist das am längsten durchgängig bespielte historische Theater in Mecklenburg-Vorpommern.

Putbus auf Rügen
Ein beliebtes Reiseziel für Liebhaber des Klassizismus: der Putbuser Circus im Süden der Insel Rügen Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern/Gänsicke