Nur wenige Tage nach dem Germania-Aus ist die nächste europäische Airline pleitegegangen: Die britische Flybmi hat am gestrigen Abend in einem Statement auf ihrer Website ihre Insolvenz bekannt gegeben. Seitdem finden keinen Flüge mehr statt.

Einige der Passagiere erfuhren erst am Gate, dass ihr Flug ersatzlos gestrichen worden war: „Unser Flug von Bristol nach München (der eigentlich in Southampton hätte starten sollen) wurde ohne Erklärung abgesagt, nachdem wir bereits den Security-Check hinter uns hatten“, schreibt ein Twitter-Nutzer.

Sieben deutsche Flughäfen von Flybmi-Insolvenz betroffen

Insgesamt flog die Airline mit 17 Flugzeugen 25 Flughäfen in ganz Europa an – auch in Deutschland. Neben dem Flughafen München sind deshalb auch Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Nürnberg, Rostock/Laage und Saarbrücken von der Pleite betroffen. 

Wie die Airline mitteilt, sind im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Passagiere mit Flybmi geflogen. 

Flybmi ist pleite: Bekommen Passagiere Geld zurück?

Die Airline rät Passagieren, deren Flüge aufgrund der Insolvenz abgesagt wurden, sich an ihre Bank zu wenden. Wer über Lufthansa, Brussels Airlines, eine andere Partner-Airline oder ein Reisebüro gebucht hat, soll sich direkt an diese wenden. 

Passagiere, die eine Reiseversicherung abgeschlossen haben, sollten sich außerdem bei der Versicherung erkundigen, ob sie für die Flugausfälle eine Entschädigung geltend machen können.

Flybmi gibt dem Brexit eine Mitschuld an der Insolvenz

In dem Statement gibt die Airline auch dem Brexit eine Mitschuld an ihrer Pleite. Darin heißt es: „Die Herausforderungen, die besonders durch den Brexit entstanden sind, wurden unüberwindbar.“ Durch den Brexit-Prozess habe die Airline keine gültigen Flugverträge in Europa abschließen können und sei unsicher gewesen, ob sie weiterhin zwischen europäischen Destinationen fliegen könne.

Ein Sprecher der Airline sagte in dem Statement, dass die Airline zahlreiche Schwierigkeiten gehabt habe, darunter jüngst explodierenden Kosten für Treibstoff und Luftverschmutzungszertifikate. Letzteres sei durch die Entscheidung der EU, dass Airlines aus dem Vereinigten Königreich nicht mehr vollständig an dem Emissions Trading Scheme teilnehmen dürfen, verursacht worden. „Diese Probleme haben unsere Versuche, mit der Airline Gewinn zu erzielen, untergraben.“

Dies Situation spiegele außerdem die generellen Probleme der Regionalflugindustrie wider. Insgesamt hat Flybmi 376 Mitarbeiter beschäftigt, auch einige in Deutschland