Stewardess schikaniert Passagierin, weil sie bauchfreies Shirt trägt

Zu freizügig? Stewardess schikaniert Passagierin

Slut-Shaming im Flugzeug: Eine Stewardess der Airline Jetstar hat das bauchfreie Oberteil einer Australierin als unangemessen bezeichnet. Die Frau sollte sich während des Fluges eine Decke umbinden.

Weil sie ein bauchfreies T-Shirt trug, ist eine Frau in Australien von einer Stewardess bloßgestellt worden. (Symbolbild)
Bauchfrei im Flieger? Dafür musste sich eine Passagierin bei Jetstar einiges anhören. (Symbolbild)

Foto: unsplash.com/Devin Edwards

Shoshanna Strykert kann es immer noch nicht glauben: Als sie in Australien an Bord einer Maschine von Jetstar gegangen war, verlangte eine Stewardess von ihr, sich eine Decke umzubinden.

Angeblich sei das Outfit der jungen Australierin unangebracht. Die wütende Shoshanna postet bei Facebook einen offenen Brief an die Airline:

Um ihre Mutter in einem Krankenhaus im australischen Queensland zu besuchen, wollte Shoshanna mit Jetstar fliegen. Auf Facebook postete Shoshanna ein Foto von ihrer angeblich unangemessenen Kleidung. 

Stewardess verweist auf Männer im Flieger

„Sie fragte mich, ob ich Männer sehen würde, die auch ohne T-Shirt herumlaufen würden“, schreibt Shoshanna. Wenn sie kein anderes T-Shirt dabeihabe, müsse die Stewardess ihr eine Decke geben, soll die Jetstar-Mitarbeiterin gesagt haben. 

„Fürs Slut-Shaming gab es einen Gutschein“

Jeder im Flugzeug habe Shoshanna angestarrt, sagt die 24-Jährige. Eine Frau habe Mitleid gehabt und ihr eine Jacke gegeben. Auf eine private Beschwerde, die Shoshanna erst an Jetstar geschrieben hatte, bekam sie einen Gutschein von etwa 30 Euro als Entschädigung.

„Danke fürs Slut-Shaming und den Gutschein – das ekelt mich an“, schreibt die junge Australierin. In den Kommentaren können die Facebook-Nutzer nicht glauben, dass jemand das Outfit von Shoshanna unangemessen finden kann. 

Was beudetet eigentlich Slut-Shaming?

Der Begriff bezeichnet, dass Frauen aufgrund vermeintlich sexualisierten Auftretens, sexueller Aktivität oder nur wegen ihrer Kleidung angegriffen und abgewertet werden. So definiert die Fachstelle für Gender und Diversität NRW Slut-Shaming. Einerseits würden Frauen in unserer Gesellschaft dazu gedrängt, „sexy“ sein zu müssen, ab einer subjektiven Grenze werde das aber als „schlampig“ abgewertet.

Shoshanna sieht sich durch das Verhalten der Stewardess als Opfer von Slut-Shaming.

Airline entschuldigt sich bei der Passagierin

Mittlerweile hat Jetstar Kontakt zu der Passagierin aufgenommen. Dem britischen „Independant“ zufolge versucht die Airline herauszufinden, was genau passiert ist. „Es tut uns leid, dass dieser Vorfall ihr den Flug verdorben hat, und wir haben ihr einen Reisegutschein ausgestellt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Zeitung. 

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