Zugspitzarena: Nachtrodeln und Lamawandern | reisereporter.de

Nachtrodeln und Lamawandern in der Zugspitzarena

Die Tiroler Zugspitzarena ist ein Zusammenschluss aus sieben Skigebieten rund um die Zugspitze. Die vielen leichten und mittelschweren Pisten bieten Familien und Genussskifahrern ideale Wintersportbedingungen.

Auf den breiten Pisten der Ehrwalder Alm macht es Spaß orgendlich Schwung zu holen.
Auf den breiten Pisten der Ehrwalder Alm kannst du ordentlich Schwung holen.

Foto: Aletsee

Wenn es Nacht wird in Biberwier, sorgen Skifox, Snowbike und Zipflracer für Pistengaudi am Marienberg. Jeden Freitag ist Funsport-Abend. Dann ist der Sessellift bis 21.45 Uhr in Betrieb und bringt die nachtaktiven Rodelfans mit ihren kuriosen Schlitten auf den Berg.

Unter fröhlichem Gejohle rasen sie den anderthalb Kilometer langen beleuchteten Hang hinunter. Wenn die vornehmlich jugendlichen Rodler im Tal ankommen, tauschen sie aufgeregt ihre Gefährte untereinander, bevor es wieder hoch auf den Berg geht.

Snowbikes und Ski-Hockern pber die Pisten

Das Snowbike ähnelt einem Fahrrad, der Skifox einem Hocker auf Skiern. Darauf das Gleichgewicht zu halten ist nicht so einfach. Auch Bremsen und Lenken will gelernt sein. Die Trendsportgeräte können im Rodelverleih der Talstation ausgeliehen werden.

Moderne Lifte wie der Sessellift am Sonnenhang in Ehrwald sind besonders familienfreundlich.
Moderne Lifte wie der Sessellift am Sonnenhang in Ehrwald sind besonders familienfreundlich. Foto: Ulli Müller

Tagsüber gehören die Pisten den Skifahrern und Snowboardern. Sieben Skigebiete mit 142 Pistenkilometern und 56 Bergbahnen stehen für die Wintersportler rund um das Zugspitzmassiv bereit. Die Orte Ehrwald, Lermoos und Biberwier sind sportlicher ausgerichtet, die Orte Berwang, Bichlbach und Heiterwang am See eher ursprünglicher.

Kostenlose Skibusse verbinden die einzelnen Skigebiete der Zugspitzarena im Halbstundentakt miteinander. Wer lieber mit dem Auto fahren möchte, findet an den Talstationen kostenlose Parkplätze.

Die Zugspitzarena in Österreich: Skifahren für die ganze Familie

Die Tiroler Zugspitzarena ist ein familienfreundliches Skigebiet mit vielen leichten (blauen) und mittelschweren (roten) Pisten für Einsteiger, Familien und Genussskifahrer. Zu den 28 Pistenkilometern der Ehrwalder Alm gehört nur eine schwarze (schwere) Piste, und die habe auch blaue Flecken, meinen fortgeschrittene Skifahrer.

In der Hochsaison sind bis zu 4.000 Skifahrer und Snowboarder auf der Ehrwalder Alm unterwegs.
In der Hochsaison sind bis zu 4.000 Skifahrer und Snowboarder auf der Ehrwalder Alm unterwegs. Foto: Katrin Schütze-Lill


Auf 1.500 Metern Höhe liegt die Bergstation. Sie ist das Zentrum der Ehrwalder Alm. Dort versammeln sich die Skischüler, und dort treffen auch viele Pisten aufeinander. „In der Hochsaison sind 600 Skischüler keine Seltenheit auf der Ehrwalder Alm“, sagt Skilehrer Hubert Alberti. Mit ihm fahren wir über gut präparierte Pisten die Hänge hinunter.

Jeden Freitag veranstalten wir ein großes Abschlussrennen. Dabei wird mit modernster Technik für bis zu drei Läufer gleichzeitig die Zeit gemessen.

Hubert Alberti, Skilehrer

Wie Straßenlaternen säumen fest installierte Schneekanonen in regelmäßigen Abständen die Pisten. Ohne künstliche Beschneiungsanlagen käme ein Skigebiet heutzutage gar nicht mehr aus, sagt der Skilehrer. Rund 500 Schneekanonen sorgen in der Zugspitzarena für gute Pistenverhältnisse.

„Der Schnee auf der Piste hat Trinkwasserqualität“, meint Hubert, „den kann man ins Glas füllen, um einen Mojito zu mixen.“ Obwohl gerade Hochsaison ist und um die 4000 Skifahrer und Snowboarder auf der Ehrwalder Alm unterwegs sein sollen, kann man entspannt fahren und muss nicht lange an den Liften warten.

Hubert Alberti bringt Kindern und Erwachsenen auf der Ehrwalder Alm das Skifahren bei.
Hubert Alberti bringt Kindern und Erwachsenen auf der Ehrwalder Alm das Skifahren bei. Foto: Katrin Schütze-Lill

Während der Fahrt zum höchsten Punkt des Skigebietes in knapp 2.000 Metern Höhe, dem Issentalkopf, ist zwar wegen des heftigen Schneefalls wenig vom Bergpanorama zu sehen. Dafür bietet aber die Sitzheizung des Sesselliftes eine willkommene Gelegenheit zum Aufwärmen, und die Haube schützt vor Wind und Schneeflocken.

Außer den modernen Sesselliften gibt es auch zwei Schlepplifte, einen Minilift und ein Förderband für die Skischüler auf dem Plateau der Bergstation.

Stärkung in der Berghütte

Wenn der Magen knurrt, wird es Zeit für einen Einkehrschwung in eine der sechs Berghütten. Groß und komfortabel ist das Tirolerhaus an der Bergstation mit Bedien- und Selbstbedienungsrestaurants, einem Selbstverpflegerraum und einer Kinderbetreuung.

Das Beste aber ist die Rolltreppe, die zu den Toiletten ins Untergeschoss führt. Jeder Skifahrer kennt das Problem, mit klobigen Skistiefeln Treppen zu steigen. Da ist eine Rolltreppe wahrer Luxus für müde Wintersportler mit brennenden Oberschenkeln.

Zusätzlich zu der Ehrwalder Alm verfügt der 2.600-Einwohner-Ort Ehrwald über ein weiteres Skigebiet: die Wettersteinbahnen. Vorteil des mit 23 Pistenkilometern etwas kleineren Gebietes ist der direkte Zugang vom Ortszentrum aus.

In Ehrwald können Kinder in Ruhe Skifahren lernen

Wer eine Unterkunft im Ort hat, kann die Ehrwalder Wettersteinbahnen zu Fuß erreichen. Es gebe zwar Pläne, die beiden Skigebiete über eine Bergbahn miteinander zu verbinden, aber das ist dem Liftbetreiber Hans Heinrich von Srbik nicht so wichtig. Er schätzt die Ruhe auf seinen Pisten. „Hier habe ich selbst Ski fahren gelernt. Hier haben meine Kinder Ski fahren gelernt“, erklärt der 67-Jährige.

Für den Liftbetreiber, der gleichzeitig Vorsitzender der Messerschmitt Stiftung für Denkmalschutz ist, steht der Genuss beim Skifahren im Vordergrund. Der Fokus liegt klar auf den Kindern. Sie sollen sich wohlfühlen und sicher aufgehoben sein. So gibt es am Sonnenhang einen besonders sicheren Sessellift, der automatisch schließt und öffnet, sodass selbst kleine Kinder problemlos allein fahren können.

Direkt an der Talstation steht dem Nachwuchs ein Übungshang mit Förderband und Schullift zur Verfügung. Angeschlossen ist die Konfetti-Alm, das Haus der Tiroler Skischule, mit Turnhalle, Hüpfburg und Kletterturm, wo die Kinder sich austoben und aufwärmen können. Wer gern mal einen Backflip oder One-Eighty-Spin ausprobieren möchte, hat auf der Natur-Halfpipe die Chance dazu. Aber Vorsicht: Solche Skitricks sind nichts für Anfänger.

Auch das Skigebiet am Grubigstein in Lermoos legt großen Wert auf Familientauglichkeit. Um die Sicherheit der Anfänger zu erhöhen, wurde am Übungshang der Skischule eine Achter-Gondelbahn, der Familyjet, gebaut. Mit nur 371 Metern Länge und einem Höhenunterschied von gerade mal 88 Metern ist sie eine der kürzesten Gondelbahnen Österreichs. Sie macht es Kindern und Anfängern leicht, stressfrei auf den Hang zu gelangen.

In zahlreichen Hütten wird auch für das leibliche Wohl der Wintersportler gesorgt. Eine von ihnen ist die Grubighütte am Grubigstein auf gut 2.000 Metern Höhe.
In zahlreichen Hütten wird auch für das leibliche Wohl der Wintersportler gesorgt. Eine von ihnen ist die Grubighütte am Grubigstein auf gut 2.000 Metern Höhe. Foto: Katrin Schütze-Lill


Am Grubigstein gibt es außer dem Familyjet zwei Einstiegsmöglichkeiten in das 27 Pistenkilometer umfassende Skigebiet: eine Gondelbahn und einen Sessellift. Beide fahren zur Mittelstation, die auf etwa 1.300 Metern Höhe liegt. Von dort führen weitere Lifte und eine Gondelbahn hinauf auf gut 2.000 Meter.

Top-Aussichten für erfahrene Skifahrer

Das Skigebiet mit seinen drei schwarzen und mehreren roten Pisten ist auch für anspruchsvollere Fahrer interessant. Die vielleicht schönste Abfahrt ist die 2,7 Kilometer lange Panoramaabfahrt. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, denn die rote Piste startet am höchsten Punkt des Skigebietes, von dem man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Bergmassive wie das Wettersteingebirge und die Zugspitze hat. Die mittelschwere Piste führt durch weite Kiefernwälder und endet auf 1.700 Metern Höhe.

Jenseits der Piste: Mit Schneeschuhen an den Füßen kann man auf einsamen Pfaden durch die Winterlandschaft wandern.
Jenseits der Piste: Mit Schneeschuhen an den Füßen kann man auf einsamen Pfaden durch die Winterlandschaft wandern. Foto: Katrin Schütze-Lill


Für alle Skigebiete der Tiroler Zugspitzarena gilt ein Skipass: die Top Snow Card. Auch auf der deutschen Seite der Zugspitze kann der Skipass für die Lifte in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Grainau genutzt werden. Dadurch vergrößert sich das Skigebiet rund um den höchsten Berg Deutschlands um gut 70 auf 214 Pistenkilometer. Das eröffnet Urlaubern viele Möglichkeiten und bietet Abwechslung, auch am Abend. Außer Nachtrodeln und Skishows werden Pistenbully-Fahrten und Fackelwanderungen angeboten.

Mit Lamas durch den Schnee

Besonders schön sind die Lamawanderungen. Einmal in der Woche unternimmt Martin Kuprian aus Biberwier abendliche Touren mit Hugo, Samba, Potato und den übrigen fünf Lamas der kleinen Herde. „Die einen wandern mit Schneeschuhen, die anderen mit Fackeln und wir mit Lamas“, sagt der 44-Jährige so unaufgeregt, als wäre es das Normalste der Welt, mit einem Lama spazieren zu gehen.

In Biberwier können Urlauber mit einer kleinen Lamaherde Wanderungen unternehmen.
In Biberwier können Urlauber mit einer kleinen Lamaherde Wanderungen unternehmen. Foto: Katrin Schütze-Lill


Ganz so exotisch, wie es auf den ersten Blick erscheint, ist es auch nicht. Seit ein paar Jahren werden vermehrt Wanderungen mit den sympathischen Tieren angeboten, die eine beruhigende Wirkung auf Menschen haben sollen und deshalb gern zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Fernab ihrer Heimat in den südamerikanischen Anden fühlten sich die Tiere in den Bergen Österreichs sehr wohl, behauptet der Hobbyzüchter.

Die gutmütigen Tiere mit den lieben Augen und dem weichen Fell lassen sich gern an der Leine ausführen. Gemächlich stapfen sie hintereinander durch den Schnee. Ihr Anführer Hugo gibt das Tempo vor. Seit neun Jahren unternimmt Martin Kuprian regelmäßig Lamawanderungen mit Urlaubern. „Mit den Tieren wandern sogar die Kinder gern“, sagt er.

Tochter Andrina hat ihr eigenes Lama Samy, dem sie ein paar Kunststücke beigebracht hat. Samy macht auf Kommando Platz wie ein Hund und zeigt die Zähne, als würde er lachen. „Er kann sogar über eine Wippe gehen“, erzählt die 13-Jährige stolz.

Tipps für deine Reise in die Zugspitzarena

Anreise: Mit dem Auto: aus Richtung München über die Autobahn 95 bis Garmisch-Partenkirchen, bei Griesen über die österreichische Grenze. Aus Richtung Ulm über die A 7 bis Füssen, nach der Grenze auf der Fernpassstraße (B 179) über Reutte bis zur Tiroler Zugspitzarena.

Mit dem Zug: nach Garmisch-Partenkirchen oder Reutte, von dort bis zu den Bahnhöfen Ehrwald, Lermoos, Lähn-Wengle, Bichlbach oder Heiterwang am See.

Mit dem Flugzeug: bis München, Memmingen oder Innsbruck, von dort weiter mit dem Shuttlebus, zum Beispiel Shuttle and More aus Lermoos. Kosten für die Fahrt vom Flughafen München: 180 Euro.

Unterkünfte: Die Tiroler Zugspitzarena bietet 10.400 Betten in Apartments, Pensionen und Superior-Hotels mit bis zu vier Sternen. Ein Tipp für Familien ist die Family Alm Tirol in Biberwier. Sie ist sehr kinderfreundlich und bietet große Familienzimmer, eine Saunalandschaft und ab Sommer 2019 einen Pool.

Verpflegung: Wer nicht immer selbst kochen möchte, findet an den Pisten und in den Orten zahlreiche Restaurants wie das WAS Cooking in Biberwier oder das Al Castagno in Ehrwald.

Skipässe: Die Top Snow Card gilt für alle Skigebiete und Lifte der Tiroler Zugspitzarena, die Zugspitzbahn in Tirol und Bayern sowie für die Bergbahnen in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Grainau auf deutscher Seite. Der Sechs-Tage-Skipass für Erwachsene kostet 247 Euro, für Kinder 123,50 Euro. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlt 556 Euro, für jedes weitere Kind 111 Euro. Ein Skipass für Ehrwald, Lermoos und Biberwier (ohne Zugspitze) kostet eine Familie (zwei Erwachsene, ein Kind) pro Tag 103,50 Euro, für jedes weitere Kind 20,50 Euro zusätzlich.

Skibusse: Mit Gästekarte oder Skipass fahren Besucher in der gesamten Region zwischen Wohnorten und Talstationen kostenlos mit den Skibussen.

Die Reise wurde unterstützt vom Tourismusverband Tiroler Zugspitzarena. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion

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