Montenegro: 5 Orte, die du auf der Reise sehen musst | reisereporter

Montenegro: Diese 5 Orte musst du dir ansehen

Die tiefste Schlucht Europas, der größte Binnensee des Balkans, der einzige Fjord des Mittelmeerraums: Montenegro ist einer der „Top Places 2019“. Hier kommen fünf Orte, die du dort sehen musst.

Vom Aussichtspunkt Pavlova Strana aus haben Reisende einen beeindruckenden Blick auf den Skutarisee und den Fluss Crnojevica.
Vom Aussichtspunkt Pavlova Strana aus haben Reisende einen beeindruckenden Blick auf den Skutarisee und den Fluss Crnojevica.

Foto: Ankermüller

1. Die Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor und die mittelalterliche Stadt selbst sind nicht nur die wohl bekanntesten Orte in Montenegro, sie sind auch Teil des Unesco-Welterbes. In der Altstadt stehen die Häuser eng nebeneinander. Maximal zwei Meter breit sind die namenlosen Gassen.

Sie öffnen sich an vielen Stellen zu kleinen oder größeren Plätzen. Diese sind nach der Art der Geschäfte benannt, die einst hier betrieben wurden: Salzplatz, Holzplatz, Mehlplatz, Waffenplatz. Die aus Kalksteinquadern bestehenden Fassaden der Bürgerhäuser und kleinen Stadtpaläste reichen meist vier Stockwerke hoch.

Zahlreiche Katzen streunen durch die Gassen und beachten die unzähligen Touristengruppen, die sich durch die Gassen schieben, kaum. Wer vom heiligen Iwan, dem Berg, an dessen Fuß Kotor liegt, auf die Bucht von Kotor (Boka Kotorska) hinabschauen möchte, muss 2.000 Stufen hinter sich bringen.

Oben angekommen haben Besucher einen beeindruckenden Blick auf die Bucht, die als einziger Fjord des Mittelmeerraumes gilt. Unser Tipp: Besuchen Sie die Gassen von Kotor bei Nacht, wenn die vielen Kreuzfahrttouristen schon längst wieder auf hoher See sind.

Die Hafenstadt Kotor ist auch ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen.
Die Hafenstadt Kotor ist auch ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen. Foto: Michael Ankermüller

2. Das Bergmassiv Durmitor

Kein Montenegro-Besuch ist vollständig ohne einen Abstecher in das Durmitor-Bergmassiv im Norden des Landes. Als Ausgangspunkt eignet sich die Kleinstadt Zabljak, die im Zentrum des Durmitor-Nationalparks liegt. In nur zehn Minuten erreicht man von dort aus zu Fuß den malerischen Bergsee mit dem Namen Crno Jezero. Von Zabljak aus kann man sich aber auch gut mit dem Auto auf den Weg in die ausladende Hochebene machen. Bis zu 2.500 Meter erheben sich die Berge hier.

Es empfiehlt sich, das Gebirge mit einem einheimischen Führer zu erkunden. Die Straßen mit zahlreichen tiefen Schlaglöchern und kaum Straßenschildern sowie der schlechte Netzempfang können sonst zugegebenermaßen schnell zur Herausforderung und zum ungewollten Abenteuer werden. Aber das baumlose und sattgrüne Plateau auf 1.500 Metern Höhe belohnt für die Strapazen.

Übrigens: Das montenegrinische Gericht Kacamak, eine käsige Polenta, ist die perfekte Grundlage für eine mehrstündige Wanderung durch das Bergmassiv. Dazu lässt man sich am besten einen Krug mit Sauermilch, etwas gegartes Lammfleisch, luftgetrockneten Schinken (Njeguski Prsut) sowie Käse (Njeguski Sir) schmecken. Wer nach Montenegro reist, sollte auch ordentlich Hunger mitbringen.

Das Durmitor Bergmassiv solltest du am besten mit einem einheimischen Führer erkunden.
Das Durmitor Bergmassiv solltest du am besten mit einem einheimischen Führer erkunden. Foto: Michael Ankermüller

3. Der Skutarisee oder Skadar-See

Der größte See des Balkans, der Skutarisee oder auch Skadar-See, mit seiner unberührten Natur ist ein perfekter Ort für Entspannungssuchende. Das Gewässer liegt zum Großteil in Montenegro, etwa ein Drittel davon gehört zu Albanien. Den besten Blick haben Reisende vom Aussichtspunkt Pavlova Strana. Er ist auch ein guter Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Der See eignet sich perfekt, um der Zivilisation für ein paar Stunden zu entfliehen. Seine Wasserfläche ist in etwa so groß wie die des Bodensees. Allerdings ist kaum ein Boot darauf zu sehen. Kein Wunder, dass er noch immer als unentdecktes Paradies gilt. In Virpazar kann man sich auf kleinen Ausflugsbooten über den Nordwestteil des Gewässers schippern lassen, und in Murici bieten sich Bademöglichkeiten.

Es lohnt sich aber auch ein kleiner Abstecher zu dem kleinen Fischerdorf Karuc sowie zu der verlassenen Festung Zabljak Crnojevica. Ein Ort ist schöner als der andere – auch wenn die unzähligen verlassenen, teilweise zerfallenen Häuschen einen eher morbiden Charme haben.

Entlang des Skutarisees bieten sich viele Möglichkeiten, sich zu entspannen.
Entlang des Skutarisees bieten sich viele Möglichkeiten, sich zu entspannen. Foto: Michael Ankermüller

4. Die Tara und die Tara-Schlucht

Die Tara ist nicht nur der längste Fluss Montenegros, er fließt auch durch die tiefste Schlucht Europas. Der Flusslauf von der Quelle im Komovi-Gebirge bis zur Vereinigung mit der Piva bei Scepan Polje misst stolze 141 Kilometer. Dabei hat sich die Tara 83 Kilometer lang ein tiefes Bett ins Kalkstein des Berglandes westlich von Mojkovac gegraben. Vor allem die letzten 30 Kilometer durch das Durmitor-Gebirge sind atemberaubend: spektakuläre Wasserfälle, unzählige Stromschnellen und die tiefsten Stellen der Schlucht sind hier zu finden.

Wer das Abenteuer sucht, sollte sich bei einer geführten Tour mit dem Boot die Stromschnellen hinunterstürzen. Tiefer ist übrigens nur der Grand Canyon. Doch vor allem in der Sommerhochsaison drängen sich die Schlauchboote den Gebirgsfluss hinunter. Denn Tara-Rafting gehört nicht nur zu den schönsten Aktivitäten im Hinterland Montenegros, sondern auch zu den beliebtesten. Weil es in der Schlucht ziemlich kalt sein kann – der Fluss wird ohnehin nie wärmer als zehn Grad Celsius –, sollte man den Wetterbericht im Auge behalten.

Die Tara fließt durch das Durmitor-Gebirge.
Die Tara fließt durch das Durmitor-Gebirge. Foto: Michael Ankermüller

5. Die Adriaküste am Mittelmeer

Eine Reise nach Montenegro ohne einen Besuch der Adriaküste ist eigentlich unvorstellbar. Auch wenn es dort mancherorts in der Hochsaison sehr voll ist. Vor allem die südliche Hälfte der Küste mit Budva und Ulcinj ist bekannt für viel Sonne und ihre Strände. Einige der dortigen Ferienorte könnte man eher als Bettenburgen bezeichnen. Wer auf der Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit ist, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer hingegen Party und ausgelassene Stimmung sucht, wird es lieben.

Empfehlenswert ist eine Übernachtung auf der Hotelinsel Sveti Stefan, die auch Motiv zahlloser Prospekte und Postkarten ist. Hier nächtigten in der Vergangenheit unter anderem Sophia Loren, Claudia Schiffer und Sylvester Stallone. Vom nahe gelegenen Festland aus ist die kleine Insel über einen Damm zu erreichen. In die luxuriöse Welt von Sveti Stefan einzutauchen kostet allerdings mindestens 1.000 Euro pro Nacht. Das Ensemble von Steinhäuschen auf dem Wasser ist aber auch aus der Ferne sehr sehenswert. Anfragen für Besichtigungen sind zwecklos. Also am besten jetzt schon Geld für die nächste Montenegro-Reise zurücklegen. Es lohnt sich.

Die Hotelinsel Sveti Stefan ist ein beliebtes Ziel von Weltstars wie Sophia Loren und Sylvester Stallone.
Die Hotelinsel Sveti Stefan ist ein beliebtes Ziel von Weltstars wie Sophia Loren und Sylvester Stallone. Foto: Michael Ankermüller

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