Warum du „GTE“ nicht auf dem Flugticket willst | reisereporter.de

Warum du „GTE“ nicht auf dem Flugticket haben willst

Diese drei Buchstaben verheißen nichts Gutes: Wenn du auf deinem Boarding Pass den Vermerk „GTE“ findest, könnte das bedeuten, dass im Flieger kein Platz für dich ist – zumindest bei einer Airline.

Eine Bordkarte von Turkish Airlines wird gescannt.
Dein Boarding Pass verrät mehr, als du denkst. (Symbolfoto)

Foto: imago/Depo Photos/Tolga Adanali

Schon mal gefragt, warum bei Flügen in die USA manchmal „SSSS“ auf deiner Bordkarte steht? Dieser Code beschert dir eine besondere Sicherheitskontrolle. Normalerweise werden Passagiere zufällig für das Prozedere ausgewählt. 

Daneben gibt es aber noch ein weiteres Kürzel auf Bordkarten, das deine Reise nerviger als nötig machen kann: „GTE“ steht für Gate – und dafür, dass du im Flugzeug möglicherweise gar keinen Platz hast, weil die Maschine überbucht ist.

Wie der Boarding Pass verrät, dass der Flug überbucht ist

Die Buchstaben sind vor allem Kunden von Air Canada aufgefallen. Die Airline informierte eine Passagierin in einem Tweet über die Bedeutung: „GTE bedeutet, dass Ihnen am Gate ein Sitz zugewiesen wird.“

Auf die Nachfrage, ob sie denn trotzdem sicher einen Platz im Flieger bekäme, antwortete die Airline nur ausweichend, darum würden sich die Mitarbeiter am Gate kümmern. Gegenüber den kanadischen „CBC News“ haben jetzt allerdings mehrere Mitarbeiter von Air Canada ausgepackt.

Sie verraten: Wer „GTE“ auf seiner Bordkarte findet, hat keinen Platz – weil die Airline diese Passagiere auserkoren hat, nicht mitzufliegen, falls tatsächlich alle anderen Passagiere erscheinen. Die Mitarbeiter müssen Passagieren beim Check-in aber versichern, alles sei in Ordnung. Erst beim Boarding würden diese erfahren, ob sie mitfliegen können oder nicht.

Darum überbuchen Airlines ihre Flüge

Airlines verkaufen mehr Tickets, als es Sitze im Flugzeug gibt, um selbst im Falle von gecancelten, umgebuchten oder verpassten Flügen mit voll besetzter Maschine zu fliegen.

Die Überbuchung ist genau kalkuliert: Wie viele Tickets die Airlines pro Flug zu viel verkaufen, errechnen sie anhand von Erfahrungswerten und Buchungsdaten.

Gibt es die Regelung auch bei Lufthansa und Ryanair?

Die gute Nachricht: Bei Ryanair musst du dich nicht vor dem Code fürchten. Auf Nachfrage des reisereporters erklärte ein Unternehmenssprecher, dass die Billig-Airline ihre Flüge nicht überbuche. 

Bei Lufthansa gibt es diese Praxis dagegen schon: Allerdings verrät die Bordkarte nicht, ob du eventuell ausgesiebt wirst. Ein Sprecher sagte gegenüber dem reisereporter: Das Verfahren, wonach festgelegt werde, welche Passagiere bei Überbuchung nicht befördert werden, sei sehr vielschichtig.

Unter anderem spielen dabei der Zeitpunkt des Check-ins oder der Vielfliegerstatus eine Rolle. Einige Reisende würden dagegen nie abgewiesen, darunter alleinreisende Kinder.

Flug überbucht: Diese Rechte haben Passagiere

Wenn diese Rechnung nicht hinhaut und zu viele Passagiere erscheinen, dürfen einige nicht mitfliegen. Entweder, es melden sich Freiwillige, die für eine Entschädigung mit einer späteren Maschine fliegen. Wenn niemand freiwillig verzichtet, entscheidet die Airline. 

Wenn du in dieser Situation freiwillig auf deinen Platz verzichtest, obwohl du rechtzeitig am Gate warst, solltest du sichergehen, dass die Entschädigung gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung ausfällt. Die Summen sind: 

  • 250 Euro bei Kurzstrecken (bis zu 1.500 Kilometer Entfernung)
  • 400 Euro bei Mittelstrecken (zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern Entfernung)
  • 600 Euro bei Langstrecken (ab 3.500 Kilometern Entfernung)

Das rät die „Stiftung Warentest“. Außerdem haben Passagiere das Recht auf Betreuungsleistungen wie Essen, Getränke und gegebenenfalls Übernachtungen im Hotel.

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