Nur für ein Foto: Island-Tourist riskiert auf Eisberg sein Leben

Nur für ein Foto: Island-Tourist riskiert sein Leben

Ein Island-Tourist kletterte für ein Foto bei Jökulsárlón auf einen Eisberg. Das Ergebnis ist spektakulär – es zeigt aber auch, dass der Mann bei der leichtsinnigen Aktion hätte sterben können.

Ein Mann steht auf einem Eisberg am Strand von Jökulsárlón. Wie gefährlich das werden kann, zeigt der Facebook-Post eines Touristenführers.
Ein Mann steht auf einem Eisberg am Strand von Jökulsárlón. Wie gefährlich das werden kann, zeigt der Facebook-Post eines Touristenführers.

Foto: unsplash.com/Joshua Earle

Ein Mann steht auf einem Eisberg in Island, während um ihn herum Wellen hochschlagen: Was wie ein abenteuerliches Urlaubsfoto aussieht, hätte auch schnell das letzte Bild sein können, das den Touristen lebend zeigt.

Tödliche Eisberge in Island: Nicht draufklettern!

Gemacht hat das Foto Touristenführer Kristján E. Karlsson und es dann auf Facebook veröffentlicht. Um andere Touristen zu warnen. Immer wieder bringen sich Urlauber in Islands Natur in gefährliche Situationen, die schnell tödlich enden können. 

Durch einen Ablauf drängen Eisberge aus der bekannten Gletscherlagune Jökulsárlón in den Nordatlantischen Ozean. Am sogenannten Diamantstrand wirkt es so, als würden hier einige der spektakulären Eisformationen fest liegen. Doch das täuscht: Die Eismassen sind in ständiger Bewegung.

Tourist auf Island bringt sich für Foto in Gefahr

Der Tourist, den Guide Kristján fotografiert hat, war auf einen der am Strand liegenden Eisberge geklettert, damit Freunde ein Foto von ihm machen konnten, berichtet die isländische Nachrichtenseite „mbl“. Weder die umstehenden Menschen noch Tour-Guide Kristján konnten dem Mann helfen, der sich in Todesgefahr gebracht hatte.

Meterhoch schlugen plötzlich die Wellen des Atlantiks um den Eisberg, auf dem er stand, und sogen das Eis hinaus ins Meer – der Mann war gefangen, stürzte mehrmals fast in die eiskalten Wellen, wo er von den Massen der Eisberge hätte zerquetscht werden können. Er hatte Glück und schaffte es, von dem Berg hinunter an den Strand zu springen. 

Kristján erklärte, dass solch eine Situation fast täglich am Diamantstrand entstehe. Touristen würden hier rücksichtloses und waghalsiges Verhalten zeigen. „Reiseagenturen schicken die Touristen einfach los, aber hier gibt es Naturgefahren, die sie nicht kennen“, sagte Kristján.

Vor zwei Jahren kam ein Tourist in den Wellen des Atlantiks ums Leben, als er von einer sogenannten Sneaker Wave erfasst wurde und in der gefährlichen Unterströmung ertrank.

Touristen bringen sich auf Island oft in Gefahr

Überall auf der Welt bringen sich Touristen auf der Suche nach dem perfekten Erinnerungsfoto in Gefahr oder in tödliche Situationen. Die isländische Regierung hat an bestimmten Orten Zäune und Absperrungen aufgestellt, Schilder warnen vor der gefährlichen Natur. 

Auch in anderen Ländern werden Maßnahmen gegen leichtsinnige Urlauber ergriffen: In Indien soll etwa ein Selfie-Verbot an den touristischen Hotspots verhindern, dass abgelenkte Touristen ums Leben kommen.

An Irlands Küste sollen Selfie-Stühle aufgebaut und so verankert werden, dass Touristen auf ihnen sicher Fotos machen können. 

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