Flug schwänzen? Lufthansa verklagt No-Show-Passagiere

Flug schwänzen? Lufthansa verklagt No-Show-Passagiere

Du buchst einen Flug mit mehreren Teilstrecken und trittst eine von diesen nicht an? Das könnte bei der Lufthansa teuer werden. Erneut zieht die Airline gegen sogenannte No-Show-Passagiere vor Gericht.

Die Fluggesellschaft Lufthansa klagt erneut gegen No-Show-Passagiere. (Symbolfoto)
Die Fluggesellschaft Lufthansa klagt erneut gegen No-Show-Passagiere. (Symbolfoto)

Foto: imago/Matthias Koch

Erfahrene Reisende und Schnäppchenjäger wissen: Wer mit der Lufthansa günstig verreisen will, bucht den Abflug einfach im Ausland. Amsterdam, Stockholm und Mailand sind schnell erreichbare Alternativen, von dort ist der Flug oft günstiger als in Deutschland.

Ein Beispiel: Du willst nach Miami fliegen. Dafür findest du einen günstigen Flug – Start-Airport ist Amsterdam, der Hin- und/oder Rückflug geht über Frankfurt am Main. Ein Ticket für den Direktflug von Frankfurt aus zu buchen wäre um einiges teuer. Es gibt sogar ein Portal namens Skiplagged, das dir genau solche Schnäppchen heraussucht.

Viele Passagiere lassen dann einfach den Teilflug verfallen. Denn wenn die Maschine auf dem Rückflug schon in Deutschland zwischenlandet, warum dann weiterfliegen?

Der Lufthansa sind solche Tricks der sogenannten No-Show-Passagiere nicht neu – und sie ist not amused. Die Fluggesellschaft geht sogar juristisch gegen sie vor. 

Lufthansa klagt gegen No-Show-Passagiere 

Lufthansa zog diese Woche gegen einen No-Show-Passagier vor Gericht – und das nicht zum ersten Mal. Die Verfahren sollen nicht nur Nachahmer abschrecken, sondern die Passagiere zu erhöhten Tarifnachzahlungen zwingen. Das berichtet das Luftverkehrs-Nachrichtenportal „Airliners“

Bei der größten deutschen Airline ist klar geregelt, dass alle gebuchten Teilflüge auch tatsächlich angetreten werden müssen. „Wird die Beförderung nicht auf allen oder nicht in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge der einzelnen Teilstrecken bei ansonsten unveränderten Reisedaten angetreten, werden wir den Flugpreis entsprechend Ihrer geänderten Streckenführung nachkalkulieren“, heißt es in den Beförderungsbestimmungen.

Dabei werde der Flugpreis ermittelt, den der Passagier in seiner Preisgruppe am Tag der Buchung für die tatsächliche Streckenführung zu entrichten gehabt hätte. Das könne mehr oder weniger sein als der ursprünglich bezahlte Flugpreis.

Verbraucherschutz: No-Show-Regel ist unfair

Dass nun No-Show-Passagiere bei der Lufthansa nachzahlen sollen und mögliche Anschlussverbindungen samt Tickets verfallen, wenn man einen Teilstreckenflug nicht antritt, halten EU-Verbraucherschützer für unfair: Der europäische Verbraucherverband BEUC fordert ein Verbot solcher Klauseln durch das EU-Recht. 

Lufthansa verklagte Mann auf 2.100 Euro Schadensersatz – und verlor

Und obwohl die Fluggesellschaft in ihren Beförderungsbestimmungen klar aufzeigt, dass Passagiere bei Verfallenlassen eines Flugs mit Konsequenzen rechnen müssen, ist das laut einem im vergangenen Dezember gefällten Urteil eines Kölner Amtsgerichts teilweise unwirksam.

Ein Mann hatte mit der Lufthansa eine Reise von Oslo über Frankfurt nach Nordamerika und wieder zurück gebucht. Er reiste für den Hinflug nach Oslo, auf dem Rückweg brach er seine Reise jedoch in Frankfurt ab und ließ den letzten Flug nach Oslo verfallen – und flog stattdessen mit der Lufthansa nach Berlin. 

Die Airline sah das als Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen an und verklagte den Passagier auf 2.100 Euro Schadensersatz.

Das Gericht hielt die Beförderungsbedingungen für teilweise unwirksam. Das Urteil: Der Passagier musste nicht bezahlen. Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Mit dem Zug durch Deutschland
Zur
Startseite