Uganda versucht, seine Frauen zu Touristenattraktionen zu machen. Jedenfalls wenn es nach Tourismusminister Godfrey Kiwanda geht.

Er hat eine Kampagne gestartet, mit der das ostafrikanische Uganda besser bei Touristen vermarktet werden soll – mit einem Miss-Curvy-Schönheitswettbewerb. 

 „Sexy Frauen“ als Tourismus-Attraktion in Afrika

„Ugandas Frauen sind schön und divers. Deshalb haben wir uns entschieden, diese einzigartige Schönheit – die Kurven – zu nutzen“, sagte Kiwani laut der australischen Rundfunkgesellschaft „SBS“. 

Auf den Vorschlag, die „kurvigen, sexy Frauen“ in die offiziellen Listen von Touristenattraktionen aufzunehmen, reagierte der Minister für Ethik und Integrität, Simon Lokodo, mit Entsetzen: „Der Wettbewerb darf nicht stattfinden – er ist eine Schande“, sagte Lokodo nach einem Bericht des „Guardian“. 

Frauen in Uganda werden durch Wettbewerb erniedrigt

Der Schönheitswettbewerb würde Frauen erniedrigen. „Du kannst doch keine Menschen aus dem Ausland holen, um sie die Körper deiner Leute angaffen zu lassen“, sagte Lokodo. Frauen und weibliche Mitglieder des Parlamentes unterstützen seine Aussagen. 

Minister zu Rücktritt aufgefordert

Rita Aciro, Geschäftsführerin des Netzwerkes für Ugandas Frauen, forderte, Minister Kiwanda solle zurücktreten, weil er Frauen „entmenschlichen und erniedrigen“ würde.

Kiwanda habe gezeigt, dass er keine Ahnung von seinem Job habe. „Gesunder Menschenverstand sagt dir doch, dass man Tourismus nicht mit Frauenkörpern bewirbt“, sagte Aciro. 

„Männer grabschen Frauen auf der Straße an“

Harte Worte kommen auch von Aktivistin Primrose Nyonyozi Murungi, die eine Petition gegen den Curvy-Wettbewerb gestartet hat. „In einem Land, in dem Frauen von Männern angegrabscht werden, wenn sie auf die Straße gehen, wird dieses Verhalten auch noch legalisiert, indem man Frauen zu Touristenattraktionen macht“, so Murungi.

Uganda verdient etwa 1,5 Milliarden Dollar jährlich im Tourismussektor. Vor allem die Nationalparks locken Touristen an.