Österreich: Urlaub im Ski-Paradies Großarltal | reisereporter.de

Österreich: Unterwegs im Ski-Paradies Großarltal

760 Pistenkilometer, 270 Lifte und 25 Orte: Der Verbund Ski amadé bietet viel Auswahl für Ski- und Snowboardfahrer. Im zugehörigen Großarltal lohnt es sich, auch beim Schneeschuhwandern die Natur zu entdecken.

Uwe von Holt
Auf den gepflegten Pisten von Großarl ist auch Platz für kleine Späßchen.
Auf den gepflegten Pisten von Großarl ist auch Platz für kleine Späßchen.

Foto: Ski amadé

Hier hätte bestimmt auch der Yeti geschnauft, auch wenn das haarige, kräftige Fabelwesen bislang nur im Himalaya gewandert sein soll und nicht oberhalb der Hoamalm in der Nähe von Großarl.

Also hoch den rechten Fuß, weit heraus aus dem puderigen, frischen Tiefschnee, das Bein 30 Zentimeter nach vorn schieben, den Fuß mit dem angeschnallten doppeltellergroßen Bigfoot-Gestell wieder runter, das Gleiche dann mit dem linken Fuß, rhythmisch schnaufend, immer sanft bergauf, in einer hübschen selbst getretenen Serpentinenspur.

Schneeschuhwanderung in Großarl in Österreich

Ganz vorn führt ein besonderer Yeti, er heißt Robert Kendlbacher, ist 57 Jahre alt und ein Ranger des Nationalparks Hohe Tauern. Dreimal in der Woche kann man mit ihm an diesem vergleichsweise einfachen Hang oder auf anderen idyllischen Strecken der Gegend eine Schneeschuhwanderung unternehmen. Berg-Gesund heißt das Angebot, ist für Gäste der angeschlossenen Unterkunftsbetriebe gratis, findet auch mit nur einem Teilnehmer garantiert statt – und ist überhaupt nicht so langweilig, wie das der therapeutische Name vermuten lässt.

Das liegt an der körperlichen Herausforderung. Man muss ja schon ein bisschen aufpassen, nicht aus dem Tritt zu geraten und seitlich in den Schnee zu plumpsen, das hat aber vor allem mit der kindlichen Begeisterungsfähigkeit des Rangers zu tun, der seine Gruppen sanft der hiesigen Natur näherbringt.

Parkranger Robert Kendlbacher führt Besucher durch den Nationalpark Hohe Tauern.
Parkranger Robert Kendlbacher führt Besucher durch den Nationalpark Hohe Tauern. Foto: Uwe von Holt


Kendlbachers Augen leuchten, wenn er seinen Begleitern mehr als die Funktionsweise der obligatorischen Lawinenpiepser näherbringen kann – zum Beispiel seine Begegnung mit einem der wiederangesiedelten Bartgeier, der mit einer Spannweite von fast drei Metern neulich seine Kreise über dem faszinierten Ranger zog. „Ein unglaubliches Erlebnis, von denen gibt es nur 250 Exemplare in den gesamten Alpen.“

Ein unglaubliches Erelebnis, von denen gibt es nur 250 Exemplare in den gesamten Alpen.

Robert Kendlbacher, Parkranger


Heute fliegt immerhin ein Turmfalke über seine Yeti-Gruppe, die Schneeschuhwanderer schauen aufmerksam nach oben, auch mal seitlich in den Wald, und hinterlassen auf Kendlbachers Spuren im Gänsemarsch fotogene Muster im Schnee.

Am Ende stürzen alle in Falllinie lachend und Purzelbäume schlagend den Berg herunter und landen in der schlicht möblierten Gaststube von Klaus Golleger in der Hoamalm, wo der Kamin knistert, es heiße Suppe und selbst gebrannten Schnaps gibt.

Golleger hat auch einen Fischteich, wo die Kinder bei entsprechenden Temperaturen angeln können. Den eingepackten Fang können sie in ihrer Hotelküche abgeben, wo das leckere Stück dann abends zur Halbpension serviert wird.

Auf der Wengeralm gibt es guten Wein und auch deftiges Essen.
Auf der Wengeralm gibt es guten Wein und auch deftiges Essen. Foto: Uwe von Holt

Zum Verbund Ski amadé gehören fünf Regionen

Ski oder Snowboard fahren kann man im Großarltal natürlich auch. Das Gebiet nennt sich Schneetraumland und gibt nur mit den ganz großen Zahlen ein bisschen an. Man gehört zum Verbund Ski amadé, der aus fünf Regionen besteht und mit einem Skipass zu nutzen ist – darunter Flachau, Schladming und Maria Alm.

Zusammen sind das 760 Pistenkilometer, 270 Lifte, 25 Orte, nur vor der Haustür und entspannend-erholsam geht es aber auch.

Großarl hat in seinem Gebiet, das über den Berg mit Dorfgastein verbunden ist, 17 Lifte und 73 Kilometer Piste, sogar eine schwarze, das reicht locker für eine Woche – besonders, wenn man nicht nur auf Streckenhatz ist.

Für digitale Freunde der ständigen Orientierung bietet Ski amadé modernen Standard, die heimische App weist den Weg, registriert Pistenkilometer und Höchstgeschwindigkeit, Experten können sich mit einer Daten-Skibrille (19 Euro pro Tag) alle gewünschten Informationen in Echtzeit vor Augen führen.

Analog sollte man zumindest einmal in der Urlaubswoche ganz früh aufstehen, gleichsam mit den Hühnern. Skikeriki heißt das Angebot, es kostet 40 Euro pro Person und lohnt sich vor allem, wenn es in der Nacht geschneit hat. Dann fährt man morgens manchmal sogar mit Thomas Wirnsperger, dem Geschäftsführer des Großarler Tourismusverbandes, schon um halb acht in der Gondel bergauf, mehr als eine Stunde vor der normalen Liftöffnung.

Er will Tom genannt werden, duzen ist über 1.000 Meter Seehöhe ohnehin Alpenpflicht, und hört genau zu, was die Ski-Kunden auf dem Herzen haben.

Die meisten seien „sehr glücklich“ mit der Ruhe im idyllischen Ort, dem variantenreichen Pistenangebot mit der handelsüblichen Armada von Schneekanonen und auch mit den vielen Aktionen, mit denen Wirnsperger seine Heimat noch attraktiver machen möchte für die lieben Gäste.

Großarl bietet vor allem Genussabfahrten.
Großarl bietet vor allem Genussabfahrten. Foto: Uwe von Holt

So gibt es vom 23. bis 30. März die „Ladies Week“, bei der für den mitreisenden Partner der Skipass kostenlos ist. Der muss nach einem Rechtsstreit übrigens nicht mehr unbedingt eine zweite Frau, sondern kann gern auch ein Mann sein. Während der Woche gibt es lustige Aktionen wie Skirennen in Haarfarben-Teams und natürlich Musik, dieses Jahr ist Christina Stürmer der Topact.

Weingenusswoche lockt mit höchstgelegenem Bauernmarkt

Zuvor, vom 16. bis 23. März, läuft die Ski- und Weingenusswoche mit dem höchstgelegenen Bauernmarkt, besonders emsige Typen können ein Auto gewinnen. Dafür müssen auf einem abgesperrten Pistenteil mit einer Schaufel versteckte Flaschen mit Nummern ausgegraben werden, Big-Bottle-Buddeln heißt das, eine Riesen-Gaudi.

Morgens gibt es zum Glück noch keine Löcher im glitzernden Schnee, wenn die Skikeriki-Gruppe ihre ersten Spuren in den frisch verlegten weißen Teppich kurvt. Es wird gejuchzt, es ist ungestört viel Platz auf der Piste, die exklusive Stunde vor dem Hauptbetrieb kommt allen viel länger vor, als sie ist, und zur Belohnung gibt es am späten Vormittag ein üppiges Frühstücksbüfett in den Panoramastuben, wo ein Koch auf Wunsch Omeletts mit allerlei Zutaten zaubert – das Essen ist beim Skikeriki inklusive.

Wirnsperger und auch sein Kollege Christoph Eisinger von Ski amadé erinnern noch an den Werbespruch ihres Arbeitgebers. „Made my day“ heißt er und will tatsächlich darauf hinweisen, dass ein Tag in Großarl mehr sein soll, als etwa dreimal in Folge die Freeridepiste Himmelreich hinunterzustauben oder die lange rot-blaue Talabfahrt vom markanten Kreuzkogel über gut 1.000 Höhenmeter oberschenkelbrennend ohne Stopp zu schaffen.

Martina Hettegger (links) und Kathrin Promegger bieten in ihrem Bauernladen Troadkastn in Großarl regionale Spezialitäten an.
Martina Hettegger (links) und Kathrin Promegger bieten in ihrem Bauernladen Troadkastn in Großarl regionale Spezialitäten an. Foto: Uwe von Holte

Deshalb gibt es den Tipp, nach dem Skitag nicht gleich die RambazamBar an der Talstation zum gepflegten Après aufzusuchen, sondern auch mal den Troadkastn, den neuen Bauernladen in Großarl.

Hier warten Martina Hetteger und Kathrin Promegger mit ihren regionalen Spezialitäten, etwa dem leckeren Kräutersirup gegen allerlei Gebrechen, und dem hervorragenden Schafcamembert. Geheimtipp in der kleinen Gastrositzecke ist der Eierlikör, den Oma Katharina auf dem Bauernhof ansetzt. Großarltig.

Tipps für deine Reise nach Österreich

Anreise: Das Großarltal liegt eine knappe Autostunde südlich von Salzburg, es ist am besten zu erreichen über die Tauernautobahn (Ausfahrt Bischofshofen). Mit dem Zug geht es von München über Salzburg nach St. Johann im Pongau, von dort mit dem Bus weiter nach Großarl.

Skigebiet: Großarl ist über eine Skischaukel mit dem Gebiet von Dorfgastein verbunden und bietet 73 Kilometer Piste (26 Kilometer blau, 36 rot, elf schwarz). Installiert sind 400 Schneekanonen, es gibt Funparks und eine Zeitmessstrecke.

Der Sechs-Tage-Skipass kostet in der Hochsaison für einen Erwachsenen 266 Euro, für Kinder die Hälfte – er gilt für alle fünf Gebiete von Ski amadé: Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig und das Großarltal. Ab 16. März sind Kinder-Skipässe gratis, wenn ein Sechs-Tage-Erwachsenen-Pass dazu gekauft wird. Auf der Homepage gibt es Informationen zur den günstigen Komplettwochen mit Unterkunft und Skipass. Und auch zu den Berg-Gesund-Angeboten.

Unterkünfte: In Großarl gibt es Ferienwohnungen und Frühstückspensionen mit Übernachtungsmöglichkeiten ab 40 Euro pro Nacht, aber auch edle Hotels. Der Nesslerhof steht direkt am Lift. Er bietet einen Wellnessbereich mit Soleschwimmbad. Das Hotel Edelweiss bietet ein attraktives Weinangebot, es gibt sogar einen Wasserpark mit fünf Rutschen.

   

Die Reise wurde unterstützt von Ski amadé. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite