Es besteht der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Ein russisches Paar ist nach einer Straßenvorführung in Kuala Lumpur festgenommen worden.

Bei der Performance hatte der 28-jährige Vater sein vier Monate altes Baby, ein kleines Mädchen, an den Beinen gefasst und hin und her geschleudert – durch seine Beine, von links nach rechts und über seinen Kopf hinweg. Seine 27 Jahre alte Frau saß dabei und pries die Szene an, andere Touristen saßen daneben und spielten auf Instrumenten Musik.

Begpacker sammeln mit Baby-Performance Geld für Weltreise

Der Mann und die Frau sind Begpacker – bettelnde Rucksacktouristen. Es wird vermutet, dass sie mit der Performance in der Hauptstadt von Malaysia Geld für ihre Weltreise sammeln wollten. Die Polizei teilt nach Angaben des lokalen Senders „My Metro“ mit, dass das Paar in Thailand bereits eine ähnliche Vorführung gegeben habe.

Gut kam das jedoch nicht an, die meisten Passanten reagierten verblüfft oder gar verstört – darunter Zayl Chhia Abdulla. Er filmte die Szene und schreibt zu seinem Facebook-Video: „Ich kam zufällig in dieser Gegend in Bukit Bintang vorbei und habe diese unverantwortliche Tat gesehen, die zu Verletzungen an diesem armen Baby führen kann.“

Er frage sich, wie die Behörde so etwas zulassen könne, und fordert: „Diese Straßenkünstler müssen verhaftet werden! Bitte tun Sie etwas.“ Sein Wunsch wurde erhört: Die Polizei hat das Paar festgenommen. „Wir haben die russische Botschaft informiert, um das Wohlergehen des Babys sicherzustellen“, so ein Polizeisprecher. 

„Swinning Baby Yoga“ in Russlands alternativer Szene verbreitet

Das könnte die beiden Begpacker jedoch überrascht haben – denn das umstrittene „Swinning Baby Yoga“ ist in der alternativen Szene vor allem in Russland eine häufig durchgeführte Praktik, berichtet die „Huffington Post“. 

Begründet wurde sie von Dr. Igor Charkovsky. Er behauptet, das Durch-die-Luft-Schleudern würde die Babys abhärten. Kritiker und Mediziner sehen jedoch eine große Gefahr eines Schütteltraumas.