Der Anstrum der Touristen auf Venedig nimmt kein Ende – darunter leidet die Stadt. Ein Eintrittsgeld soll nun etwas Abhilfe schaffen. Diese Ankündigung hatte Anfang des Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Nun ist der Plan beschlossen.

Schon ab Mai will der Bürgermeister der Lagunenstadt, Luigi Brugnaro, die neue Gebühr verlangen. Das berichtet „Il Sole 24 Ore“. Der Kommunalrat stimmte den Plänen jetzt zu. In diesem Jahr sollen Tagestouristen und Kreuzfahrt-Passaggiere zunächst drei Euro zahlen.

Ab dem Jahr 2020 verdoppelt sich der Eintrittspreis auf sechs Euro pro Person und Tag – je nach Touristenansturm kann er auch auf zehn Euro angehoben werden.

Venedig: Erst kommt der Eintritt, dann muss der Besuch gebucht werden

Die Abgabe soll unter anderem über Bus- und Flugtickets sowie die Kreuzfahrtpreise erhoben werden. Der Bürgermeister arbeitet aber ebenfalls an einem Konzept, das auch Autofahrer erfassen soll.

Durch das Eintrittsgeld soll vor allem Geld in die Kassen der Stadt gespült werden. Gesetzlich ist vorgesehen, dass die Kosten, die Venedig zum Beispiel für Reinigung, Abfallentsorgung und Instandhaltung entstehen, durch die Gebühr gedeckt werden sollen. Das schreibt Brugnaro auf Twitter

Und nicht nur das: Das „Eintrittsgeld“ sei der erste Schritt in einem dreijährigen Plan, demzufolge ab 2022 der Zugang zu Venedig „smart“ gebucht werden soll, so der Bürgermeister. Weitere Infos dazu gibt es aktuell noch nicht.

Diese Menschen müssen keinen Eintritt für Venedig zahlen

Eine Reihe von Menschen soll von der Abgabe befreit werden – darunter natürlich die Einwohner, aber auch Pendler, Studenten, Familienangehörige oder Schwerbehinderte.

Eine Studie der Universität Ca‘ Foscari hat ergeben, dass das Stadtzentrum von Venedig maximal 52.000 Besucher am Tag vertragen könnte – das wären 19 Millionen pro Jahr. Aber: Aktuell kommen fast 30 Millionen Touristen im Jahr, Tendenz steigend. Viele davon sind Tagesbesucher.