Rund elf Stunden dauert ein Flug von Frankfurt nach Tokio, knapp zehn Stunden sind es nach Seoul. Für Flugbegleiter bedeuten die Langstreckenflüge anstrengende Arbeitsschichten – auch, weil die Passagiere auf diesen Strecken ein höheres Serviceniveau erwarten. 

Normalerweise bleiben die Lufthansa-Crews deshalb zwei Nächte vor Ort, um sich vor dem nächsten Flug ausreichend zu erholen. Aber nicht mehr lange: Mit dem neuen Sommerflugplan soll der Aufenthalt in Japan und Korea auf eine Nacht reduziert werden. 

Lufthansa-Flugbegleiter beschweren sich über gekürzte Erholungstage nach Langstreckenflügen

Wie der „Aerotelegraph“ berichtet, ist das Kabinenpersonal deshalb stinksauer. Durch die halbierte Zahl der Hotelübernachtungen könnten rund 4 Millionen Euro eingespart werden – pro Jahr. Die Mitarbeiter finden, dass die Airline an falscher Stelle spare.

Denn: Nach einem Langstreckenflug anstelle der bisher zwei Nächte nur noch eine Nacht Erholung zu bekommen ist schlechter für die Gesundheit. Das belege dem Personalvertretung für das Kabinenpersonal zufolge eine Belastungsstudie. 

Die Airline findet die Änderung dagegen legitim und beruft sich auf einen Vertrag, den sie 2017 mit der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) ausgehandelt hat. Diesen will die Organisation jetzt korrigieren. Die für den gestrigen Donnerstag anberaumten Neuverhandlungen zwischen UFO und Lufthansa sind allerdings geplatzt.

Die Flugbegleiter wollen aber weiterkämpfen – die Personalvertretung wird mittlerweile auch von Anwälten beraten.