Der zwölftägige Urlaub auf den Malediven war ein echter Traum – doch es ist die Rückreise, an die sich das Ehepaar für immer erinnern wird.

Die beiden setzten mit einem Boot von ihrer Ferieninsel zum Flughafen über. Die Fähre startete trotz einer Sturmwarnung – die Urlauber seien regelrecht an Bord gedrängt worden. Ein Fehler, denn nur wenige Minuten nach der Abfahrt brach das Unwetter über sie herein, das Boot geriet in Seenot.

Bootsfähre gerät in Sturm: Ehepaar hat Todesangst

Das Paar erzählt, alle seien dazu aufgefordert worden, Rettungswesten anzulegen. Zahlreiche Mitreisende hätten sich übergeben müssen.

Das Ehepaar habe Todesangst gehabt: Hohe Wellen seien über das Boot geschlagen, das Gepäck und die Passagiere seien klitschnass gewesen. Das Navigationsgerät sei ausgefallen und ein Boot der Küstenwache sei ins Fährschiff gekracht. Ein Schiff der Marine habe es abschleppen müssen.

Malediven-Urlaub endet mit Horror-Heimreise

Für die zwölftägige Pauschalreise hatte das Ehepaar rund 4.500 Euro bezahlt. Beide verlangten von ihrem Reiseveranstalter nicht nur den Reisepreis zurück, sondern auch Schmerzensgeld. Die Frau leidet noch heute an einer posttraumatischen Störung und ist in Behandlung.

Der Reiseveranstalter wollte nicht zahlen. Er verwies auf höhere Gewalt. Das sah das Landgericht Köln anders und gab den Klägern recht. Die Begründung: Das Ehepaar sei auf der Rückreise in eine „nicht beherrschbare Gefahrensituation“ geraten.

Die mängelbehaftete Rückreise wirke so erheblich nach, dass der Erholungswert des gesamten Urlaubs entfallen sei. Das Gericht sprach dem Mann 500 Euro zu, der Ehefrau sogar 5.500 Euro.

Gegen das Urteil (AZ: 3 O 305/17) sind noch Rechtsmittel möglich.