Zehntausend Meter über dem Boden, plötzlich fängt das Flugzeug an zu wackeln, sackt nach unten. Wenn du Glück hast, dauert das nur wenige Sekunden. Wenn’s richtig schlecht läuft, kann es auch mal etliche Minuten lang ruckeln. Für das Fluzeug sind Turbulenzen meist harmlos, doch für die Passagierinnen und Passagiere sind sie unangenehm.

Sie können auf jedem Flug auftreten, überall auf der Welt. Aber: In manchen Regionen ist die Chance besonders groß, dass ein Flugzeug hineingerät. Das sagt einer, der es wissen muss: Stuart Clarke. Er ist Pilot und Mitglied der British Airline Pilots Association, bei der er als Senior-Ratgeber im Bereich Flugsicherheit tätig ist. Er habe praktisch jedes Mal, wenn er von London-Heathrow nach Südafrika geflogen sei, Turbulenzen erlebt. 

Gewitterwolken sorgen für Turbulenzen

„Große Gewitterwolken verursachen Turbulenzen – und man findet sie um den Äquator herum“, sagte Clarke der britischen „Sun“ im Jahr 2019. Wenn ein Flugzeug den Äquator überquert, gibt es einen Wettergürtel, der die innertropische Konvergenzzone genannt wird. „Sie bewegt sich mit den Jahreszeiten nach Norden und Süden“, erklärt der Pilot.

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Clarke verrät große Flughäfen, an denen sich Passagiere wegen des Wettergürtels auf Turbulenzen einstellen können: Singapur, Miami, Cancun, Bangkok, Johannesburg, Hongkong und Mumbai. Dort trete häufiger mal stürmisches Wetter auf.

Auf Flügen über den Atlantik gibt es häufig Turbulenzen

Eine weitere Route, auf der die Luft holprig werden kann, führe über den Atlantik. Turbulenzen treffen Passagiere zum Beispiel aus Deutschland, Großbritannien oder Frankreich auf dem Weg Richtung USA (und zurück) vor allem im Winter. Grund dafür sei der Jetstream über dem Nordantlantik, so der Experte. Dabei handelt es sich um sehr starke Winde in großer Höhe – die das Flugzeug quasi mittragen oder gegen es arbeiten können. Beispielrouten sind:

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  • Frankfurt – New York
  • München – New York
  • Frankfurt – Seattle
  • Frankfurt – Toronto

Aber auch auf Flügen über Nordengland und Nordeuropa kann es häufiger mal wackeln. Ähnlich holprig kann es auf Flügen über die Alpen, die Pyrenäen, die Rocky Mountains und die Anden werden. Der Grund sind sogenannte Leewellen – diese treten auf, wenn Windströme auf Berge treffen und so den Luftfluss um sie herum stören. Im bergigen britischen Überseegebiet Gibraltar wird der Flughafen sogar teilweise bei starkem Wind geschlossen.

Übersichtskarte: Hier kommt es oft zu Turbulenzen

Die Übersichtskarte zeigt, wo laut Clarke häufig Turbulenzen auftreten. Verhindern kannst du sie zwar auch nicht, aber dich immerhin innerlich darauf vorbereiten ... 

dAn diesen Orten gibt es die meisten Turbulenzen – sagt ein Pilot.

Piloten versuchen Turbulenzen auszuweichen

Übrigens: Piloten würden so gut es geht versuchen, den Turbulenzen auszuweichen, sagt Clarke. Bei starken Winden würden sie zum Beispiel höher über Gebirge fliegen. 

Für Menschen mit Flugangst hat Clarke folgenden Tipp: „Versuch dir klarzumachen, dass es nur holprige Luft ist – es ist wie bei einem Range Rover, der über Schlaglöcher fährt.“

Wo spüren Passagiere die Turbulenzen am wenigsten?

Nicht überall in der Kabine sind Turbulenzen gleich stark zu spüren. Auf den Plätzen in der Mitte des Flugzeugs ist es am ruhigsten. Dort befinden sich Turbinen und Tragflächen, daher hat die Maschine dort die meiste Stabilität hat. Im hinteren Teil hingegen wirken sich die Turbulenzen am stärksten aus.