Günstige Hotels finden? Kritik an Buchungsportalen Booking.com und Co.

Günstige Hotels finden? Buchungsportale in der Kritik

Das beste und günstigste Hotel findest du nicht unbedingt oben im Ranking von Buchungsportalen. Denn: Sie strafen Unterkünfte ab, wenn sie Zimmer anderswo günstiger anbieten – das zeigt eine aktuelle Studie.

Auf der Suche nach der nächsten Unterkunft? Dann solltest du dich nicht unbedingt auf ein Buchungsportal verlassen.
Auf der Suche nach der nächsten Unterkunft? Dann solltest du dich nicht unbedingt auf ein Buchungsportal verlassen.

Foto: imago/Westend61

Welches Hotel buchst du, wenn du auf Portalen wie Booking.com, Kayak oder Expedia unterwegs bist? Eines derjenigen, die ganz oben in der Rangliste stehen? Dann machst du es so wie die meisten.

Aber: Das bedeutet nicht unbedingt, dass diese Unterkunft auch die günstigste oder beste ist.

Das zeigt eine Studie, die die Suchergebnisse für 250 Städte in mehreren Ländern in Bezug auf mehr als 18.000 Hotels untersuchte. Zumindest ein Teil dieser Unterkünfte hat auf ihren eigenen Webseiten günstigere Angebote als bei den Buchungsportalen. Legitim, oder?

Expedia und Booking.com wollen den günstigsten Preis anbieten

Die Portale wie Kayak, Expedia und Booking.com sehen es offenbar anders und strafen das ab – so das Ergebnis der Studie vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.

Ein niedrigerer Preis bei einer anderen Plattform oder auf der hoteleigenen Homepage hatte eine schlechtere Platzierung für das Hotel in den empfohlenen Suchergebnissen der Buchungsplattform zur Folge. Je größer der Preisunterschied, desto schlechter die Positionierung.

Für Verbraucherschützer ist das ein absolutes No-Go. „Wir beschäftigen uns bereits seit längerer Zeit damit, das Vorgehen mancher Portale ist uns ein Dorn im Auge“, sagt Miika Blinn, Medienexperte beim Bundesverband der  Verbraucherzentrale, dem reisereporter.

Verbraucherzentrale kritisiert Buchungsportale

„Die Portale bestrafen Hoteleigentümer – das ist ein Problem für den Wettbewerb.“ Die Hotels müssten ihre Preise frei wählen dürfen, ohne einen Nachteil dadürch zu haben.

Und auch für die Kunden gibt’s Nachteile: „Die Verbraucher gehen davon aus, dass die Rankings nur aus für sie relevanten Kriterien zusammengestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Bewertungen und die Anzahl der Buchungen“, so Blinn. Mit dem Einbezug von Kriterien wie den Preisen auf anderen Webseiten und der Höhe der Provision verzerren die Portale die Rankings auch zum Nachteil der Verbraucher. 

Das ist ein Problem, weil die Portale großen Einfluss auf die Buchungsentscheidung haben. „Es wäre wünschenswert, wenn Buchungsportale die Verbraucher besser darüber informieren würden, wie sie ihre als ‚empfohlen‘ oder ‚unsere Top-Tipps‘ bezeichneten Ranglisten berechnen“, fordert Reinhold Kesler, Co-Autor der Studie.

Der Preis beim Hotel ist oft günstiger als beim Buchungsportal

Bei jedem vierten Angebot war übrigens das Angebot auf der hoteleigenen Website günstiger – also bei der nächsten Urlaubsbuchung lieber noch mal Preise vergleichen.

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