Solo-Travel: Ein Plädoyer fürs Alleine-Reisen | reisereporter.de

Tu es einfach! Ein Plädoyer fürs Alleine-Reisen

Schon mal darüber nachgedacht, ganz allein und ohne Kompromisse in die Welt zu ziehen? reisereporterin Leo Bartsch erklärt dir, warum das Alleinreisen auch dein Leben verändern wird. Ihr Plädoyer:

Immer wieder bricht Leo allein zu Reisen auf – und ist vor Ort doch nie einsam.
Immer wieder bricht Leo allein zu Reisen auf – und ist vor Ort doch nie einsam.

Foto: privat

Hast du schon mal darüber nachgedacht, eine Reise zu planen nur für dich und ganz allein in die Welt zu ziehen, dir das Ziel selbst auszusuchen, ohne Kompromisse genau den Urlaub zu verbringen, den du dir wünschst?

Ich glaube, viele von uns hatten schon diese Idee. Und dann fehlte am Ende der Mut, es durchzuziehen. Ich kann dir nur raten: Tu es einfach! Allein zu reisen hat in den letzten Jahren mein Leben verändert, und ich erzähle dir auch, wieso.

Keine Angst – so richtig „allein“ bist du nie

Allein reisen, das klingt erst einmal furchtbar einsam und vielleicht auch etwas furchteinflößend. Vor meinem ersten Solo-Trip war ich auch wahnsinnig nervös. Ich hatte so viele Fragen im Kopf: Was ist, wenn ich mich langweile? Heimweh bekomme? Niemanden kennenlerne? Oder noch schlimmer, wenn ich Leute kennenlerne, aber die mich nicht mögen?

Aber ich hatte keine andere Wahl: Keiner meiner Freunde hatte Zeit oder Lust, mit mir auf einen Surftrip zu kommen. Also blieb mir nur, zu Hause zu bleiben (was eigentlich keine Option war) oder eben allein wegzufliegen.

Einmal angekommen, merkte ich schnell, dass alles Kopfzerbrechen umsonst war. Ich fand sofort Anschluss, pennte im Mehrbettzimmer, machte Ausflüge mit und schloss mich an, wenn es zur Party ging. Daher ist das Alleine-Reisen eigentlich ein Mythos, denn: Richtig allein bist du nie!

Du wirst es lieben, Zeit mit dir selbst zu verbringen!

Genauso schnell, wie ich lernte, einfach Menschen anzuquatschen oder mich an Tische dazuzusetzen, lernte ich auch, einfach mal bewusst auf soziale Kontakte zu verzichten.

Denn genau dann hast du Zeit und Raum, um zu horchen, was du eigentlich brauchst, willst und wie genau du deinen Urlaub verbringen möchtest.

Ich gebe zu: Das erste Mal allein essen zu gehen war irgendwie merkwürdig, aber irgendwann zelebrierte ich es richtig, dass ich mir selbst genug Gesellschaft war. Dann lernt man auch, einfach mal wieder zu sein, ohne sich ständig beschäftigen oder unterhalten zu müssen.

Allein am Strand spazieren gehen, sich allein einen Sonnenuntergang anschauen, sich mit dem Buch einen neuen Lieblingsplatz suchen und ungestört lesen, allein den Ort erkunden und sich treiben lassen, einfach schauen, was passiert.

Und wenn du dann doch wieder Lust auf Kontakt hast, gesellst du dich eben wieder zu anderen Leuten – denn Teil der Reise-Community bist du sowieso. So kannst du zu 100 Prozent nach deinen eigenen Bedürfnissen deinen Tag gestalten.

Egal wie weit du reist: Irgendwann kommst du bei dir an

Natürlich ist nicht immer alles total easy. Es gibt Situationen, in denen du dir einfach wünschst, eine vertraute Person bei dir zu haben. Und ja, manchmal fühlst du dich auch, trotz aller Vorteile eines Solo-Trips, total allein. 

Das sind dann die Momente, in denen es schwer wird. Die Momente, in denen du nachdenkst und dich vielleicht sogar fragst, warum du dir das antust – allein zu reisen.

Aber meine Erfahrung ist: Die wertvollsten Erkenntnisse kommen oft genau in diesen stillen Momenten. Und egal wie weit du reist, irgendwann kommst du bei dir selbst an. Da wirst du noch Dinge über dich lernen, die du niemals herausgefunden hättest, wenn du deine Komfortzone nicht verlassen hättest.

Urlaubssouvenir der besonderen Art

Aus dem Alleine-Reisen habe ich so unheimlich viel für meinen Alltag gelernt und mitgenommen – ein paar Urlaubsmitbringsel der anderen Art quasi.

Dazu gehört die Erkenntnis, dass ich mir selbst genug sein kann. Dass ich nicht immer ständig erreichbar sein muss. Dass ich mich nur mit Leuten umgeben sollte, die mir guttun. Dass ich mich besser um mich selbst kümmern und mich gut behandeln sollte, so wie eine Freundin eben.

Aber ich habe auch gelernt, offener gegenüber Neuem und gegenüber Fremden zu sein, mir auch mal Hilfe zu suchen, wenn ich sie brauche, oder einfach nachzufragen, wenn ich etwas nicht weiß.

Denn auf Reisen hatte ich die tollsten Begegnungen, wenn ich am wenigsten damit gerechnet hatte. Und aus den bizarrsten Situationen sind Freundschaften fürs Leben entstanden.

Auch wenn du vielleicht gar nicht danach gesucht hast: Am Ende wirst du neue Freundschaften geschlossen haben, vor allem mit dir selbst!

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