Ryanair muss zwei Passagieren in Luxemburg Entschädigung zahlen, nachdem ihr Flug im vergangenen Sommer wegen eines Pilotenstreiks ausgefallen ist. Das teilte das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Luxemburg mit. Damit ist ein Streik nicht immer höhere Gewalt.

Ryanair muss den beiden Passagieren nun jeweils 250 Euro auszahlen. Bereits vor rund einem halben Jahr hatte das Gericht in einem ähnlichen Fall geurteilt, dass Lufthansa zwei Passagieren 250 Euro wegen mehrstündiger Verspätung zahlen müsse. 

„Die Urteile sind nicht nur ein toller Erfolg, sondern sie zeigen, dass es sich lohnt, als Verbraucher nicht nachzugeben und seine Rechte auch gegenüber großen Fluggesellschaften durchzusetzen“, sagt die Direktorin des EVZ Luxemburg, Karin Basenach. 

Gerichtsurteile: So unterschiedlich werden Fluggastrechte auf Entschädigung ausgelegt

Die Fluggastrechte auf Entschädigungszahlungen werden von Gerichten aber ganz unterschiedlich ausgelegt. So entschied der Europäische Gerichtshof im April 2018, dass Fluggesellschaften auch bei wilden Streiks verpflichtet sein können, Entschädigung zu zahlen. Dabei ging es um den Streik von Tuifly-Mitarbeitern im Herbst 2016. 

Anders fiel dagegen das Urteil eines spanischen Gerichts aus. Im Oktober 2018 entschied es, dass Ryanair-Passagieren, deren Flug aufgrund der streikenden Flugbegleiter ausgefallen war, keine Entschädigung zustand.

Die beiden Passagiere waren von beziehungsweise nach Luxemburg unterwegs, als ihr Flug annulliert wurde. Sie wandten sich an die EVZ, die zur Klage geraten habe, nachdem eine außergerichtliche Einigung gescheitert war.