Überschall-Flugzeug: Bald in 3,5 Stunden von London nach New York?

Fliegen wir bald in 3,5 Stunden von London nach New York?

Etwa acht Stunden dauert ein Flug von London nach New York. Überschallflugzeuge sollen die Strecke in dreieinhalb schaffen. Und sie sollen schon in weniger als zehn Jahren zu Linienflügen starten.

So soll sie aussehen, die „Overture“, das neue Überschallflugzeug.
So soll sie aussehen, die „Overture“, das neue Überschallflugzeug.

Foto: Boom

Er soll eine Reisegeschwindigkeit von 2.335 Kilometern pro Stunde erreichen und 55 Passagiere so 2,6-mal schneller von London nach New York bringen – der Jet der US-Firma Boom soll den Überschall-Flugverkehr wieder zum Leben erwecken.

Denn ja, es gab schon einmal ein Flugzeug, das Reisende in etwa drei Stunden von London nach New York brachte: die Concorde. Phil Collins nutzte dieses Überschallflugzeug im Jahr 1985 beim Live Aid, um nach seinem Auftritt im Wembley-Stadion auch in Philadelphia auf der Bühne stehen zu können. Er war der einzige Künstler, der auf beiden Konzerten auftrat.

Überschallflugzeuge sollen das Reisen revolutionieren

Doch der Betrieb der letzten Concorde wurde im Jahr 2003 eingestellt, sie war nicht rentabel und es gab große negative Pfeiler in ihrer Geschichte: Die Maschinen waren wegen des hohen Treibstoffverbrauchs extrem umweltschädigend und wegen des unvermeidbaren Knalls, der beim Durchbrechen der Schallmauer ertönt, auch unheimlich laut.

Außerdem kamen im Jahr 2000 bei einem Unglück in Frankreich mehr als 110 Menschen ums Leben – damals verunglückte eine Concorde kurz nach dem Start am Flughafen Paris-Charles de Gaulle.

Jetzt plant das Unternehmen Boom Supersonic eine Neuauflage der Überschallflugzeuge, berichtet die „Flugrevue“. Das ambitionierte Ziel: „Das erste wirtschaftlich rentable Überschallflugzeug für den Passagierverkehr zu bauen“, sagt Blake Scholl, Gründer und Chef von Boom Supersonic. 

   

So soll der Überschall-Jet aussehen

In Sachen Umweltschutz denkt Boom weiter. Das Flugzeug soll eine besondere Aerodynamik und emissionsarme Triebwerke erhalten. Der Ausstoß von CO2 soll dadurch nicht höher sein als bei normalen Passagierflugzeugen – trotz der 2,2-fachen Schallgeschwindigkeit.

Wie die Firma den extrem lauten Knall beim Durchbrechen der Schallmauer reduzieren will, darüber sagt sie bisher nichts.

Überschall-Flugzeug: Reisen wie in der Businessclass

Trotzdem: Die Flugzeuge sollen bereits Mitte der 2020er-Jahre abheben. Tickets für einen Flug auf der Beispielstrecke London–New York sollen etwa 5.000 US-Dollar kosten. Nicht unbedingt günstig, die Passagiere sollen sich aber fühlen wie in der Businessclass. Fenster- oder Gangplatz? Die Frage stellt sich nicht, in den Maschinen gibt auf jeder Gangseite nur einen Sitz pro Reihe.

Bereits in diesem Jahr soll eine kleine Testversion, der XB-1, zu Testflügen starten. Vor einigen Tagen teilte Boom auf Instagram mit: „Die Rumpfformen sind fertig.“

Das Interesse an der „Overtoure“ sei groß – Unterstützung komme von Unternehmen wie Google, Airbnb und Dropbox, teilt Boom mit. Insgesamt belaufe sich die Gesamtfinanzierung inzwischen auf mehr als 141 Millionen US-Dollar. „Mit dieser neuen Finanzierung können wir die Arbeit an ‚Overture‘ weiter vorantreiben“, so Scholl.

Auch Vorbestellungen gebe es bereits: Airlines, darunter die Virgin Group und Japan Airlines, hätten bereits 30 Flugzeuge geordert. Der Stückpreis liegt übrigens bei mindestens 200 Millionen US-Dollar.

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