Vergleich: Die besten Portale für Fluggastrechte | reisereporter.de

Vergleich: Die besten Portale für Fluggastrechte

Verspätete oder ausgefallene Flüge sind ziemlich ärgerlich. Richtig nervig wird’s aber oft erst danach, wenn du eine Entschädigung bei der Airline einfordern willst. Diese Portale können helfen.

Junge Frau sitzt am Flughafen und blickt auf ihr Handy.
Flugverspätung? Auf einigen Portalen kannst du mit wenigen Klicks deinen Entschädigungsanspruch durchsetzen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Westend61

Sie heißen Flightright, Flug-verspaetet.de, Refund.me oder Airhelp und kämpfen für die Rechte von Flugpassagieren. Aber mit welchem dieser Portale solltest du am besten deine Entschädigung einfordern? Und wann steht dir überhaupt eine Entschädigung zu? Der reisereporter gibt Antworten:

Überblick: Diese Entschädigungen stehen dir zu

Bei Verspätungen von mindestens drei Stunden (am Endziel) oder wenn dein Flug gestrichen wird, hast du Anspruch auf Entschädigung. Wie viel Geld dir zusteht, hängt von der Distanz zwischen deinem Start und deinem Ziel ab. Bei Verbindungen mit Anschlussflügen, bei denen du also mindestens einmal umsteigen musst, gilt die Luftlinie zwischen Start und Ziel.

Entfernung Entschädigung (pro Fluggast)
Bis 1.500 Kilometer 250 Euro
1.500 bis 3.500 Kilometer 400 Euro
Über 3.500 Kilometer 600 Euro

Außerdem muss die Airline ihren Sitz in einem EU-Land haben oder dein Flug in der EU starten. Und der Grund für die Verspätung oder den Aufall darf kein außergewöhnlicher Umstand (zum Beispiel Sturm) sein.

Die Stiftung Warentest gibt einen Überblick über mögliche Situationen, die von Gerichten nicht als außergewöhnlicher Umstand gewertet wurden. In diesen Fällen stand den Passagieren Entschädigung zu: 

  • fehlender Passagier
  • fehlendes Einteisungsmittel oder erneute Enteisung
  • Erkrankung eines Crewmitglieds
  • Flugzeug wird vom Gepäckwagen oder Treppenfahrzeug beschädigt
  • verstopfte Flugzeugtoilette
  • technische Probleme am Flugzeug, die bei der Wartung entdeckt werden oder durch unterbliebene Wartung entstehen
  • wilder Streik

So kannst du selbst deinen Entschädigungsanspruch geltend machen

Bevor du dich an ein Portal wendest, kannst du auch selbst versuchen, an deine Entschädigung zu kommen. Beim ADAC gibt es ein Formular, mit dem du deine Entschädigungsansprüche anmelden kannst. Dieses füllst du aus und schickst es an die Fluggesellschaft. 

Wenn sich die Airline stur stellt, kannst du noch eine Schlichtungsstelle kontaktieren, in der Regel ist das die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Bleibt auch das erfolglos? Dann kannst du dich an einen Anwalt oder eben ein Fluggasthelfer-Portal wenden.

Diese Fluggastrecht-Portale helfen

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Fluggastrecht-Portal hast du erst mal zwei Optionen: ein Unternehmen mit Erfolgsprovision oder Sofortentschädigung. 

Erstere setzen deine Ansprüche für dich durch, wenn nötig auch vor Gericht. Sie verlangenen dafür eine Provision, die prozentual von deiner Entschädigung abgezogen wird. Solltest du keine Entschädigung erhalten, musst du auch nichts bezahlen.

Die Stiftung Warentest hat die Höhe der Provisionen von sechs Fluggastrecht-Portalen verglichen. Je niedriger die Provision, desto mehr bleibt am Ende für dich übrig. 

So viel Provision verlangen verschiedene Fluggastrecht-Portale

Die geringste Provision verlangt Airhelp mit 25 Prozent. Bei einer Entschädigungssumme von 600 Euro würdest du also noch 450 Euro bekommen, bei 250 Euro rund 187 Euro. 

Flug-verspaetet.de verlangt ebenfalls 25 Prozent Provision, allerdings kommt da die Mehrwertsteuer noch obendrauf. Bei EUclaim sind es 26,78 Prozent.

Fairplane nimmt eine Provision zwischen 24 und 36 Prozent, Flightright streicht zwischen 20 und 30 Prozent ein. Refund.me behält bei erfolgreicher Durchsetzung insgesamt 29,75 Prozent der Entschädigung. 

Der Nachteil dieser Portale: Es dauert normalerweise etwa sechs Monate, bis du dein Geld erhältst. Portale für Sofortentschädigungen versprechen dagegen schnelles Geld. 

Entschädigung bei verspäteten oder gestrichenen Flügen: Diese Portale zahlen sofort

Wenn es schnell gehen soll, kannst du dich zum Beispiel an EUflight wenden. Dort musst du zwar eine Provision von 41,6 Prozent bezahlen – bekommst also rund 145 anstatt 250 Euro oder 350 anstatt 600 Euro Entschädigung. 

Dafür erhältst du das Geld sofort und auch unabhängig davon, ob das Portal bei der Airline Erfolg hat. Bei diesem Konzept „kauft“ dir das Unternehmen sozusagen deinen Entschädigungsanspruch ab. „Finanztip“ schätzt das Angebot von EUflight als fair ein.

Auch Fairplane (44 Prozent) und Flightright (41,65 Prozent) bieten neben der Inkassolösung Sofortentschädigung an.

Wenn du dir ein Fluggastrecht-Portal aussuchst, musst du dich also entscheiden: Schnell Geld sehen, dafür aber weniger davon erhalten, oder dir Zeit lassen und im Idealfall eine höhere Summe bekommen. 

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