Von den neuseeländischen Medien haben diese Briten die Spitznamen „ungezogene Touristen“ aufgedrückt bekommen. Kein Wunder, wenn man sich die Chronik ihrer Reise durch Neuseeland anschaut:

Sie vermüllen Strände – am Sonntag zum Beispiel den Takapuna Beach. Sie klauen – am Mittwoch wurde eine 26-Jährige vor Gericht schuldig gesprochen, weil sie an einer Tankstelle unter anderem Energydrinks und Sonnenbrillen mitgehen gelassen hat. Und sie bedrohen jeden, der ihr Verhalten kritisiert.

Die Großfamilie besteht aus den Eltern (in den Sechzigern), ihren zwei Söhnen, deren Partnerinnen und drei Kindern. Einwohner zeigen in Videos, die sie auf Facebook posten, wie unmöglich sich die Briten verhalten.

Immer wieder haben die Männer, Frauen und sogar die jüngsten Kinder andere angepöbelt und bedroht. Einer Frau, die die Familie nach der Müllaktion am Strand zur Rede stellte, drohte ein kleiner Junge: „Ich schlag dir das Hirn raus!“

In mehreren Restaurants sollen sich die Briten über Haare und Ameisen im Essen beschwert, Geld zurück verlangt oder gar nicht erst gezahlt haben.

Eine Petition – mit mehr als 4.500 Unterschriften – fordert, dass die „ungezogenen Touristen“ ausgewiesen werden. Tatsächlich hat die Auswanderungsbehörde der Familie schon einen Landesverweis ausgestellt. Wer dieses Dokument bekommt, muss binnen 28 Tagen das Land verlassen.

Albtraumtouristen: Täter oder Opfer?

Selbst sieht sich die Familie allerdings unfair behandel. Der „NZ Herald“ berichtet, dass sich die Familie derzeit tatsächlich verstecke. Sie seien immer wieder angefeindet und beschimpft worden und trauten sich deshalb angeblich nicht mehr auf die Straße.

Einer der Männer sagte: „Wir sind eine respektable Familie, eine britische Familie, die hierhergekommen ist, um Neuseeland, die Hobbits und die Berge zu sehen.“ Diese Pläne seien jetzt „total im Ar***“.

Britische Touristen reisen vorzeitig aus Neuseeland ab

In der kommenden Woche soll der Spuk vorbei sein – für beide Seiten. Dann fliegt die Familie von Wellington zurück nach Hause, eine Woche früher als ursprünglich geplant. Die Briten sind seit Ende November mit einem bis zu sechs Monate gültigen Touristenvisum im Land.