Mallorca im Winter: 5 Tipps für Urlaub in der Nebensaison

So schön ist Mallorca im Winter: 5 Tipps für die Reise

Wie in der Sardinenbüchse zwischen Sangria-Leichen am Ballermann liegen? Kann man machen, muss man aber nicht. Wo die Baleareninsel Mallorca im Winter einen besonderen Charme hat, weiß reisereporter Nils.

Sonnenuntergang auf Cabrera.
Die Insel Cabrera im Süden von Mallorca betört auch im Winter.

Foto: Nils Peuse

Leere Promenaden, verlassene Strände, ruhige Märkte – nicht unbedingt die Schlagwörter, die man auf Anhieb mit Mallorca verbindet. Und doch bietet die beliebte spanische Insel besonders im Winter unzählige Möglichkeiten, mal einen Gang runterzuschalten und richtiges Urlaubsfeeling zu bekommen.

Zwar laden die Temperaturen mit durchschnittlich etwa 15 Grad in den Wintermonaten nicht jeden zu T-Shirt und kurzer Hose ein. Wenn du Glück hast, erhascht du aber auch warme Tage mit bis zu 20 Grad.

Mallorca im Winter: Was du in der Nebensaison machen kannst 

Wer also ohne die in Deutschland alltägliche Daunenjacke gern einen Kaffee im Freien trinken und in den Restaurants lieber Spanisch oder Katalanisch hören möchte, ist von November bis März auf Mallorca genau richtig.

 Wir haben fünf Tipps für deine Mallorca-Reise in der Nebensaison:

1. Die einsame Insel Cabrera erkunden

Etwa zehn Seemeilen südlich vom Hafen in Colònia de Sant Jordi (Ses Salines) liegt die Inselgruppe Cabrera. Seit 1991 ist sie Nationalpark und gilt unter anderem als Vogelschutzgebiet. Schon die Fahrt zur Insel mit dem Schnellboot ist spektakulär: Unterwegs passierst du mit dem Boot befahrbare Höhlen mit kristallklarem Wasser und unzähligen Vogelkolonien an der Steilküste.

Bettenburgen und Restaurants suchst du auf Cabrera vergebens. Die ehemals landwirtschaftlich genutzte Insel ist heute vor allem eine Oase der Ruhe – das merkst du schon, wenn du vom kleinen Transferboot steigst und den kleinen, charmanten Hafen mit Blick auf das mittelalterliche Castillo de Cabrera betrittst. Hier hörst du nichts außer dem sanften Wiegen der Wellen gegen die Steilküste.

Sonnenuntergang südlich von Mallorca.
Auf der Fahrt nach Cabrera. Foto: Nils Peuse

Du tauchst gern? Auch dann musst du nach Cabrera! Der Meeresboden rund um das geschützte Eiland mit seinen Steilküsten gilt als sehr gut erhalten, weil dort keine Schiffe ankern dürfen. Hier triffst du mit etwas Glück sogar auf Meeresschildkröten, Wale oder Kraken.

Auch Wanderer kommen auf ihre Kosten. Zwischen wilden Olivenbäumen und Wacholdersträuchern hast du hier an jeder Ecke nicht nur die frische Meeresbrise, sondern auch den Duft von wilden Kräutern in der Nase. Und das Beste: Mit etwas Glück bist du hier wirklich ganz allein unterwegs und hast den spektakulären Blick von der Burg ganz für dich.

Wer auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer ist, der kann hier auch für kleines Geld übernachten. In ehemaligen Militäreinrichtungen, die zu Herbergen umgebaut wurden, kannst du hier zwar vergleichsweise spartanisch, aber dafür durchaus romantisch übernachten.

2. Olivenöl-Tasting bei Aubocassa

Du magst gern Olivenöl? Dann kommst du an einem Besuch des Landguts Aubocassa im Bezirk Manacor nicht vorbei. Neben der spektakulär schönen Anlage selbst ist vor allem eines beeindruckend: Die Leidenschaft, mit der hier seit mehr als 25 Jahren an diesem „flüssigen Gold“, wie die Besitzer ihr Produkt nennen, gearbeitet wird. Heute veredeln Sterneköche aus aller Welt ihre Speisen mit den verschiedenen Ölsorten von Aubocassa. 

Kurz vor der Ernte: Oliven in Aubocassa
Die Olivenbäume in Aubocassa tragen nur alle zwei Jahre Früchte. Foto: Nils Peuse

Bei einer privaten Führung über das weitläufige Gelände lernst du nicht nur, dass für die Herstellung von einem Liter Öl bis zu 8,5 Kilogramm Oliven benötigt werden, sondern auch, dass sie am besten dann geerntet werden, wenn sie grün, lila und schwarz sind.

Wenn du magst, darfst du die frischen Oliven auch direkt im Hain vom Baum pflücken und essen, was aber nicht wirklich empfehlenswert ist. Die Früchte sind dann noch extrem bitter und eigentlich ungenießbar. 

Sehr viel besser schmecken die Oliven in flüssiger Form beim anschließenden Tasting in typisch mallorquinischem Ambiente in Kombination mit lokalem Käse, dem Wein und frisch gebackenem Brot.

Versprochen: Du wirst hier nicht abreisen, ohne mindestens eine Flasche dieses Öls mit nach Hause zu nehmen. 

3. Die Salinas d’Es Trenc besuchen

Vielleicht hast du es schon einmal im Supermarkt gesehen: das Salz aus den Salinas d'Es Trenc. Gewonnen wird es auf natürliche Weise direkt hier vor Ort. Was sich vielleicht erst ein wenig langweilig anhört – der Besuch einer Saline –, ist dann doch spektakulärer, als du vielleicht erwartest.

Neben den hier irgendwie fehl am Platz wirkenden weißen Salzpyramiden kannst du auch Flamingos bewundern. Viele geschützte Tierarten nutzen die Flächen des weitläufigen Ökosystems als Rückzugsort.
 

Berge aus Salz warten auf ihre Weiterverarbeitung.
Unwirklicher Anblick: Die Salzberge der Salinas d'Es Trenc Foto: Nils Peuse

Bei klarem Wetter spiegelt sich hier der Himmel in den Wasserflächen, in denen das salzhaltige Wasser wegen der sanften Meeresbrise, der starken Sonneneinstrahlung und der geringen Luftfeuchtigkeit besonders gut verdunstet. So kann das Salz auf natürliche Weise auskristallisieren. 

Die Besitzer bieten tägliche Führungen an, und natürlich kannst du das hier gewonnene Salz auch direkt vor Ort kaufen – als Urlaubsmitbringsel für Freunde und Familie oder für deine eigene Küche.

4. Die Unabhängigkeit und Ruhe genießen

Es muss nicht immer der Hotelurlaub sein. Auf Mallorca bietet beispielsweise Fincallorca eine große Auswahl traditioneller Fincas überall auf der Insel an. Die Größe der Unterkunft kannst du frei wählen – von kleinen Häuschen für den romantischen Urlaub zu zweit bis zu riesigen Anwesen für mehrere Familien ist alles dabei. 

Der Vorteil: Du musst dich nicht über andere Gäste ärgern und hast ein ganzes Reich für dich allein. Insbesondere im Winter, wenn auf den Straßen sowieso schon weniger los ist, hast du in den teilweise recht abgeschiedenen Fincas das Gefühl, vollkommen für dich zu sein. Echte Entspannung garantiert!

Den Privatpool hast du oft direkt vor der Haustür, auch wenn dieser im Winter wahrscheinlich eher nicht zum Baden einlädt. Für einen entspannten Nachmittag auf der Sonnenliege mit Cocktail in der Hand reicht es aber allemal. 

Finca auf Mallorca
Typische Finca auf Mallorca: Hier kannst du so richtig die Seele baumeln lassen. Foto: Nils Peuse

Mit einem Mietwagen bist du zudem vollkommen unabhängig und musst dir nicht diktieren lassen, wann du wo sein müsstest oder wann es Essen gibt. Kauf einfach selbst ein und mach dir dein Essen selbst. Du bist der Chef!

5. Typisch mallorquinisch kochen lernen

Apropos Essen: Wie wäre es denn, mal nicht immer nur im Restaurant zu essen, sondern die winterliche Ruhe auf der Insel dafür zu nutzen, die typisch mallorquinischen Gerichte eigenhändig zu kochen oder mal eine Tortilla selbst zu machen?

Davon kriegst du garantiert nicht genug!
Legendär: Leckere Artischockencreme und Oliventapenade auf frisch gebackenem Baguettebrot. Foto: Nils Peuse

Hört sich gut an, aber du kannst nicht kochen? Kein Problem! Mit Kochkursen von Private Cooking lernst du in entspannter Atmosphäre in deiner eigenen Finca, wie du richtig Paella kochst, welche Dips zu einem mediterranen Grillabend passen und was eine richtig gute Sangria ausmacht. 

Mit dem Rezept für eine köstliche Oliventapenade oder Artischockencreme kannst du dir die Urlaubserinnerungen zu Hause noch mal auf der Zunge zergehen lassen!

Entdecke das ursprüngliche Mallorca abseits des Mainstreams

Klar, Mallorcas Strände sind schön, aber besonders im Sommer oft überlaufen. Auch (oder gerade) im Winter bieten sich auf der Baleareninsel wahnsinnig viele Highlights abseits des Mainstreams. Zwar hörst du hier noch immer an jeder dritten Ecke Deutsch, aber das ändert nichts an der Schönheit der Insel. Du musst eben nur wissen, wo du danach suchen musst.

Eine Reise in der Nebensaison lohnt sich daher nicht nur, um kurzfristig dem grauen Wetter in Deutschland zu entfliehen, sondern auch, um auf eigene Faust ein kleines Stück vom ursprünglichen Mallorca wiederzuentdecken.

 

Die Reise wurde unterstützt von Fincallorca. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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