Der Anschlag erschütterte Nairobi am Dienstagnachmittag: Laute Knalle hallten durch den Nordwesten der Stadt. Im und um den Komplex des Luxushotels DusitD2 lösten Attentäter mehrere Explosionen aus, bei denen 21 Menschen ums Leben kamen, darunter ein Brite und ein Amerikaner.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet detailliert über den Terroranschlag, den die Terrorgruppe Al-Shabaab aus Somalia für sich beansprucht. Immer wieder greift die Gruppe Ziele in Kenia an – die Hauptstadt blieb aber mehrere Jahre verschont. 2013 kamen, ganz in der Nähe des DusitD2, bei einem Terroranschalg auf das Westgate-Einkaufszentrum knapp 70 Menschen ums Leben.

Danach waren die Besucherzahlen in Kenia drastisch eingebrochen – und sie haben sich gerade erst richtig erholt. Die Einheimischen befürchten nun, dass sich diese Entwicklung wiederholt. Einige britische und amerikanische Medien hatten nach dem Anschlag mit Titeln à la „Kann man noch nach Kenia reisen?“ aufgemacht. Die Keniaer sagen: Ja.

Nicht nur Bilder des Terrors: So schön ist Kenia

Auf Twitter ist deshalb eine inoffizielle Kampagne ins Rollen gekommen: Unter dem Hashtag #WeShallOvercome (etwa: Wir werden das bewältigen) wird die Schönheit von Kenia und Nairobi gezeigt:

„Nairobi bleibt stark und schön“, „so stolz auf diesen wundervollen Ort“ oder „nirgendwo wäre ich lieber“ – mit diesen Worten drücken Einwohner und Kenia-Fans ihre Liebe für das Land und seine Leute aus.

Urlaub in Kenia: Dafür steht das Land

Kenia ist bei Reisenden zum Beispiel für Safaris durch die Masai Mara beliebt. Im Amboseli-Nationalpark kannst du vor der Kulisse des Kilimandscharo Elefanten beobachten und am Ufer des Nakurusees Flamingos. Sogar die Macher von „König der Löwen“ ließen sich von der kenianischen Landschaft inspirieren.

Auswärtiges Amt rät von Reisen in einige kenianische Gebiete ab

Trotz all der Schönheit sollten Urlauber in Kenia vorsichtig sein. Das Auswärtige Amt rät Reisenden, die Gegend rund um den Anschlagsort weiträumig zu meiden und den Anweisungen der Sicherheitsleute zu folgen.

Von Reisen ins Grenzgebiet zu Somalia im Nordosten des Landes, in die Provinz Lamu und vor dem Besuch bestimmter Stadtteile Nairobis (Eastleigh, Pangani, Slumgebiete) rät das Amt dringend ab. Generell sollten große Menschenansammlungen gemieden werden. 

Kenianer kritisieren Berichterstattung über den Terroranschlag im DusitD2 

Ein anderer Hashtag im Zusammenhang mit dem Anschlag ist #SomeoneTellNYTimes. Viele Kenianer kritisieren, dass die Redaktion der „New York Times“ Bilder ausgewählt hat, auf denen Blut und Todesopfer zu sehen sind. 

So schreibt beispielsweise eine Nutzerin: „Wir brauchen eure sensationslüsternen Fotos nicht, um es zu kapieren. Wir haben Familie, Freunde, Mitbürger, die den terroristischen Albtraum erlebt haben. Einige von ihnen sind für immer fort. Ihr seid eine Schande. Respektlos.“

Die „New York Times“ reagierte ebenfalls mit einem Tweet: Man verstehe, wie schmerzhaft diese Berichterstattung sein könne, und versuche, in solchen Situationen sehr sensibel mit Worten und Bildern umzugehen.

Aber: „Wir glauben auch, dass es wichtig ist, unsereren Lesern ein deutliches Bild des Horrors solcher Attacken zu geben.“ Dieser Ansatz gelte immer bei solchen Vorfällen, egal wo diese stattfänden.