Der märchenhafte Steinvorhang

Auf dem „Quelltuff-Lehrpfad“ bei Lingenau kannst du in eine Felsen-Traum-Welt eintauchen. Schon beim Erklimmen der Holztreppe beginnt das Abenteuer. Hier ist Vorsicht geboten, denn durch das stetig von den Felswänden hinabtröpfelnde Wasser ist sie permanent rutschig.

Die Geräuschkulisse ist mystisch: Überall hörst du es leise gluckern und plätschern. Nach einer kurzen Wanderung erreichst du eine beeindruckende Schluchtenlandschaft aus Kalksinterbildungen. Auf rund 30 Metern Breite umhüllen Steine und Felsen aus Quellwasser den 40 Meter hohen Hang wie riesengroße Vorhänge. In der Sonne funkelt das Gestein in bunten Farben. Mehr über dieses geologische Phänomen erzählen Informatonstafeln entlang des Pfades.

Info zum „Quelltuff-Lehrpfad“: eineinhalb Stunden Gehzeit, 70 Höhenmeter bergauf und bergab. 

Schattiger Wald und kühlendes Moor

Ein weiterer Wanderweg bei Lingenau ist der „Rotenberg-Waldweg“. Gerade wenn die Sonne im Sommer brennt, kannst du hier auf schattigen Pfaden wandeln. Der Weg führt dich auf einem verwurzelten Forstweg zu einer Felstreppe. Über sie gelangst du zu einer Naturarena aus Steinformationen und schließlich zu einem Hochmoor, das deine heißen Wanderfüße zum Moortreten einlädt. Während der Wanderung informieren 19 Stationen auf der großen Runde und zwölf Stationen auf der kleinen Runde über den Wald und das unterschiedliche Holz.

Info zum „Rotenberg-Waldweg“: Die lange Runde dauert zwei Stunden und findet auf 270 Höhenmeter bergauf und bergab statt. 

Völlig aus der Bahn geraten

Beim Spazieren auf der „Georunde Rindberg“ musst du aufpassen, dass du vom Kopf-Neigen keinen steifen Nacken bekommst. Entlang des Weges stehen zahlreiche Bänke und Tische in Schräglage. Es handelt sich dabei um Kunstinstallationen von ansässigen Architekten und Gestaltern.

Die Idee hierzu entstand nach einem Unglück: Vor einigen Jahren sackte hier ein Hang ab und hinterließ tiefe Spuren. Sogar ein Haus, das „Felbers Haus“, wurde mit in die Tiefe gerissen. Wie durch ein Wunder überstand das Haus den Erdrutsch fast unbeschadet. Heute kannst du in dem schiefen Haus eine Ausstellung über das damalige Ereignis ansehen.

Info zu „Georunde Rindberg“: eine Stunde Gehzeit, 130 Höhenmeter bergauf und bergab. 

Nah am Wasser gebaut

Der „Wasserwanderweg Hittisau“ eignet sich besonders für Wasser-Fans, denn hier plätschert es überall. Der Pfad führt dich am Fluss Bolgenach entlang zu Quellen und durch die Engenlochschlucht mit ihren weit überhängenden Felsen. Über eine 300 Jahre alte Brücke gelangst du zu einer mit Wasser betriebenen Säge. 

Info zum „Wasserwanderweg Hittisau“: Gehzeit zwei bis zweieinhalb Stunden auf 80 Höhenmetern bergauf und bergab.

Die Zicken von Bizau

Früher wohnten in Bizau zahlreiche Ziegen. Es war eine große Tradition, Ziegen zu halten und zu hüten. Heute erzählen Informationstafeln entlang des „Goßarweg“ (Geißenweg) die Geschichten der Zicklein. Der Wanderweg eignet sich besonders für Familien mit Kindern, da sich entlang seiner Strecke fünf Aktions-Stationen befinden, an denen die Kids Dinge ertasten, suchen, hören, fühlen, raten oder erklettern können. Die Strecke ist von mehreren Stellen begehbar und ist somit in ihrer Länge vollkommen variabel.

Info zum „Großarweg“: Die gesamte Strecke dauert 2,5 Stunden auf 320 Höhenmetern bergauf und bergab. 

Die Nomaden des Bregenzerwald

Nomaden kennen wir normalerweise nur aus fernen Ländern, dabei gibt es sie auch in Österreich, wo Bauern und Kühe auch heute noch ein nomadisches Leben führen. Im Frühsommer sind die Talweiden meist abgegrast, sodass die Bauern mit ihren Kühen ein Stück den Berg hinauf auf das sogenannte Vorsäß ziehen. Den Hochsommer verbringen sie dann ganz oben auf der Alpe, bevor sie im Herbst wieder Stück für Stück runterwandern. Mehr über die einzelnen Stationen dieses Nomadenlebens lernst du auf dem „Alpgang Au-Schoppernau“. Auf kleinen Findlingen entlang des Weges informieren Lehrtexte über das Alpleben.

Info zum „Alpgang Au-Schoppernau“: Auf der großen Runde wanderst du ungefähr sechs Stunden auf 882 Höhenmetern bergauf und 869 Metern bergab. Die kleine Runde dauert nur ungefähr zwei Stunden auf 405 Höhenmetern bergauf und bergab. 

Das Moor mit allen Sinnen erleben

Ganz intensiv kannst du das Moor in Krumbach erleben. Moorsitze laden auf dem Wanderweg immer wieder zum Verweilen ein. Im sogenannten „Moorraum“, einem in moderner Holzarchitektur gestalteten Raum, erfährst du alles über die Geschichte, Geologie und die Pflanzen im Krumbacher Moor. Hier starten auch die regelmäßig angebotenen Führungen. Du solltest unbedingt eine der insgesamt vier Einkehr-Möglichkeiten im Moor ansteuern, denn hier werden Speisen und Getränke mit Pflanzen und Kräutern aus dem Moor angeboten. 

Im Moor gibt es mehrere unterschiedlich lange Wegvarianten auf rund 100 Höhenmeter bergauf und bergab. 

Du siehst, wenn du im Bregenzerwald wandern gehst, wirst du nicht nur stolz auf die gewanderten Kilometer sein, sondern auch darauf, dass du auf den Wanderwegen ordentlich etwas gelernt hast.