Streit in Rom: Wem gehört das Geld aus dem Trevi-Brunnen?

Streit in Rom: Wem gehört das Geld aus dem Trevi-Brunnen?

Jedes Jahr werfen Touristen Münzen im Wert von fast 1,5 Million Euro in den Trevi-Brunnen. Bisher kam der Erlös der Caritas zugute, doch die musste kürzlich um das Geld bangen. Jetzt gibt’s Entwarnung.

Touristen und ein Souvenirstand stehen vor dem Trevi-Brunnen in Rom.
Der Trevi-Brunnen in Rom ist eine wahre Goldgrube.

Foto: unsplash.com/Christopher Czermak

Hast du dich auch schon mal gefragt, was mit all den Münzen passiert, die Tag für Tag als Glücksbringer in den Trevi-Brunnen geworfen werden? Seit 2001 werden mit dem Geld soziale Projekte der Caritas in Rom unterstützt, darunter Wohneinrichtungen und Kantinen für Bedürftige. 

In den vergangenen Monaten befürchtete die Caritas aber, dass damit bald Schluss sein könnte: Schon im Oktober 2017 hatte die neue Bürgermeisterin angekündigt, das Geld aus dem Trevi-Brunnen für die Stadt nutzen zu wollen.

Zunächst hieß es, der Plan solle ab dem 1. April 2019 umgesetzt werden. Dadurch wären rund 15 Prozent des aktuellen Caritas-Budgets weggefallen – dieser Anteil wird durch die gesammelten Trevi-Münzen gedeckt, so das italienische Magazin „Vita“.

Münzen aus dem Trevi-Brunnen gehen weiterhin an die Caritas

Die Caritas machte vor wenigen Tagen mit einem Facebook-Post Schlagzeilen, in dem der Beschluss als gesichtert dargestellt wurde:

Doch jetzt ruderte die Bürgermeisterin von Rom, Virginia Raggi, zurück. Der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ sagte sie, die Münzen aus dem Trevi-Brunnen würden weiterhin der Caritas zur Verfügung stehen. Die ganze Aufregung sei nur ein Missverständnis gewesen – es sei nie geplant gewesen, die Gelder der Caritas wegzunehmen. 

Darüber hinaus sollen auch Münzen, die in anderen Brunnen der Stadt gesammelt werden, zukünftig der Wohltätigkeitsorganisation zugutekommen. Das würde noch einmal rund 200.000 Euro extra bedeuten.

Zählen und Sortieren der Münzen aus dem Trevi-Brunnen kostet Tausende Euro

Eine Änderung gibt es „Roma Today“ zufolge aber doch: Bislang haben Freiwillige der Caritas die Münzen gezählt und sortiert. Das soll nun der Dienstleister Acea übernehmen.

Die Kosten dafür liegen bei etwa 2.000 Euro, die von dem gesammelten Geld abgezogen werden. Das sei nötig, um eine Regelung zu umgehen, nach der die Münzen eigentlich für den Haushalt der Stadt genutzt werden müssten.

Mit der linken Hand eine Münze über die rechte Schulter in den Brunnen zu werfen soll der Legende nach Glück bringen und den Werfer nach Rom zurückführen.

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