Tui: Familie muss im Flugzeug auf dem Boden sitzen

Tui Airways: Familie muss im Flugzeug auf Boden sitzen

Nicht zu fassen: Eine Familie aus England musste während ihres Rückflugs von Menorca im Flugzeug auf dem Boden sitzen – weil in der Maschine ihre Plätze fehlten. Eigentlich ist das verboten.

Eine Boeing 737 von Tui Airways fliegt vor blauem Himmel.
Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Flug von Menorca nach Birmingham. Den Großteil der Zeit saß die Familie auf dem Boden der Kabine. (Symbolfoto)

Foto: imago/Aviation-Stock

Sie hatten sich die Rückreise aus ihrem Spanien-Urlaub sicher anders vorgestellt: Die Britin Paula T. hatte mit ihrem Mann und der Tochter Urlaub auf Menorca gemacht und wollte mit Tui Airways zurück nach Birmingham fliegen. Das klappte zwar auch – allerdings nicht wie erwartet. 

Denn obwohl die Familie überpünktlich am Check-in erschienen war, um Sitzplätze nebeneinander zu ergatten, folgte im Flugzeug eine böse Überraschung: Die Sitzplätze auf den Bordkarten existierten in der Maschine nicht. Später sagte Tui Airways in der britischen „BBC“-Sendung „Rip Off Britain“, der Grund dafür sei ein „kurzfristiger Wechsel des Flugzeugs“ gewesen.

Tui-Passagiere müssen stundenlang im Flugzeug auf dem Boden sitzen

Nachdem alle Passagiere an Bord waren, blieb nur noch ein Platz übrig, auf den sich die Tochter Brooke setzte. Die Eltern wurden für den Start auf zwei Klappsitze bei den Flugbegleitern gesetzt. Die waren allerdings ziemlich ungünstig vor den Snacks platziert – während des Fluges war das Ehepaar der Crew dort deshalb im Weg. 

Den Großteil des rund zweieinhalbstündigen Fluges nach England verbrachte das Paar daher auf dem Boden des Flugzeugs. Weil das den Bestimmungen der britischen Behörde für zivile Luftfahrt (CAA) zufolge nicht erlaubt ist, tritt diese jetzt mit Tui Airways in Kontakt.

Nach dem Flug hat sich Paula bei der Airline beschwert – und gerade mal 30 Pfund (umgerechnet rund 33,50 Euro) als „kulante Geste“ erhalten. Erst nachdem das Paar den Sender BBC eingeschaltet hatte, wurde der komplette Ticketpreis erstattet. Das waren immerhin 1.300 Pfund (umgerechnet fast 1.460 Euro). 

Tui habe sich im Nachhinein für den Umgang mit der Situation entschuldigt. Gegenüber dem reisereporter sagte ein Sprecher von Tuifly, die englische Tochter Tui Airways arbeite den Vorfall derzeit auf. Es müsse geklärt werden, warum genau man die Passagiere trotz des voll besetzten Fluges mitgenommen habe. 

Er betonte, dass die Eltern während des Starts und der Landung auf den sogenannten Jumpseats gesessen hätten, die normalerweise nur von Mitarbeitern genutzt werden. Das Cockpit könne aber entscheiden, in bestimmten Situationen diese Plätze auch Passagieren zuzuteilen.

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