Fliegen ist schlecht für die Umwelt, das wissen mittlerweile die Meisten. Was aber nicht jedem klar ist: Neben dem hohen CO2 -Verbrauch produzieren Flugreisen auch Unmengen an Plastikmüll.

Plastikschale, Plastikbecher, Plastikdeckel: Allein bei den Speisen und Getränken an Bord ist der schlecht abbaubare Kunststoff allgegenwärtig. Angesichts der steigenden Verschmutzung unserer Natur durch Plastikmüll haben mehrere Airlines dem Einwegplastik nun den Kampf angesagt. Ganz nebenbei polieren die Fluggesellschaften damit auch ihr Image auf.

Hi Fly führt den weltweit ersten plastikfreien Flug durch

Eine der ersten Airlines, die sich für eine plastikfreie Luftfahrt eingesetzt haben, war die portugiesische Fluggesellschaft Hi Fly. Am 26. Dezember 2018 hob deren Airbus A340 komplett ohne Einwegplastik ab und flog von Lissabon nach Natal in Brasilien. Die Reise war nur ein erster Testflug. 

Ein Jahr arbeitete die Airline anschließend daran, auf ihren Flügen komplett auf Einwegplastik zu verzichten. Seit dem 1. Januar dieses Jahres kommt nach Unternehmensangaben auf Flügen, die von Hi Fly betrieben werden, kein Einwegplastik mehr zum Einsatz.

An Bord wird stattdessen mit Messern, Gabeln oder Löffeln aus Bambus gegessen. Zudem seien sämtliche Verpackungen aus kompostierbarem Material, so das Unternehmen.

Lufthansa-Group

Die größte deutsche Fluggesellschaft hat sich das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Allerdings nennt das Unternehmen keine konkreten Zahlen. In einem offiziellen Statement heißt es: „So ist es den Lufthansa Group Airlines ein Anliegen, im Catering Einwegprodukte aus Plastik soweit wie möglich durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen und Plastikverpackungen insgesamt zu reduzieren“.

Es bleibt aber offen, wie konkret dieses Ziel umgesetzt wird. Die einzig sichtbare Veränderung ist eine Kulturtasche für die gehobenen Klassen. Diese soll unter Nachhaltigkeitsaspekten designt worden sein und könne nach dem Flug zum Beispiel als Einkaufstasche weiter verwendet werden.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings ist da schon einen Schritt weiter. Letztes Jahr sorgte die Airline für Schlagzeilen, weil sie die Kotztüten an Bord reduzierte. Dies sei aus Nachhaltigkeitsgründen geschehen.

Außerdem wechselte die Fluggesellschaft im letzten Jahr ihren Wasserliferanten von der umstrittenen Firma Nestlé zum Sozialunternehmen „Share“. Die Firma stellt ihre Flaschen aus recycletem Plastik her, so würden pro Jahr „mindestens drei Tonnen Neuplastik eingespart“, wie ein Sprecher der „Welt“ erklärte.

British Airways will 700 Tonnen Plastik einsparen

Die größte britische Fluggesellschaft British Airways will zwar nicht komplett auf Einwegplastik verzichten, aber immerhin bis Ende 2020 700 Tonnen einsparen. Konkret bedeutet das: Eine Milliarde Einwegplastikprodukte sollen durch nachhaltigere oder wiederverwendbare Produkte ersetzt werden.

Dies entspreche dem Volumen von 30.000 Koffern (jeweils mit einem Gewicht von 23 Kilogramm). Aus diesem Grund präsentierte die Airline bei der Vorstellung des Ziels einen riesengroßen Koffer aus Utensilien aus Plastikprodukten:

So viel Plastik möchte British Airways jedes Jahr einsparen.

Air New Zealand mit kreativer Lösung

Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand setzt auf eine kreative Variante, um Einwegkunststoff auf ihren Flügen zu reduzieren. Seit Ende letzten Jahres teste die Airline essbare Kaffebecher. Wie das Portal „aviationweek“ berichtet, kommen die neuen Becher gut an.

Seit Oktober 2018 hat die Kiwi-Airline bereits Plastikstrohhalme, Plastikzahnbürsten, Rührstäbchen und Kaffeebecher durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt.

Delta Airlines verzichtet auf Plastikfolien

Auch die US-amerikanische Airline Delta hat das Plastikproblem erkannt und will dagegen etwas tun. Seit letztem Jahr können Fluggäste hier auf plastikfreie Strohhalme und Umrühr-Stäbchen zurückgreifen. Und die kleinen Kulturtäschchen auf Langstreckenflügen werden nicht mehr in Plastik verpackt.

Emirates setzt auf recycelte Decken

Die staatliche Fluggesellschaft von Dubai, Emirates, bietet seit Juni 2019 ebenfalls Strohhalme aus Papier an. In Zukunft sollen auch andere Plastikverpackungen an Bord gegen umweltfreundliche Alternativen ausgetauscht werden. 

Die Airline hat sich nicht nur die aktive Müllvermeidung auf die Fahne geschrieben, sondern auch die Nutzung recycelter Materialien. Seit 2017 stammen die Decken in der Economy Class aus recycelten Plastikflaschen. Jede Decke werde aus 28 Flaschen hergestellt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.