Laut Fahrplan liegt auf der Strecke des ICE 993 von Hamburg nach Leipzig zwischen Berlin-Südkreuz und Bitterfeld ein Stopp am Bahnhof Wittenberg.

Eigentlich. Denn am Dienstagabend ließ der Lokführer des ICE den Halt in der Lutherstadt einfach mal ausfallen.

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Betrunkener Lokführer lässt ICE-Halt in Wittenberg ausfallen

Erst in Bitterfeld hielt der Zug gegen 22.30 Uhr an. Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet, musste der Lokführer bei den Polizeibeamten aus dem Revier Anhalt-Bitterfeld einen Alkoholtest machen. Das schockierende Ergebnis: Der Mann hatte 2,5 Promille im Blut!

Ein No-Go bei der Deutschen Bahn. Dort gilt eine Null-Promille-Grenze; wer sich nicht daran hält, darf erst mal keine Züge mehr fahren. Eine Bahn-Sprecherin fand gegenüber dem reisereporter sehr deutliche Worte: „Dieser Mann wird nie wieder einen ICE fahren.“

Insegsamten waren 90 Passagiere an Bord des Zuges. Diejenigen, die eigentlich in Wittenberg aussteigen wollten, mussten von Bitterfeld die nächste Bahn nach Wittenberg nehmen. Die anderen Fahrgäste konnten – mit einem neuen Lokführer – nach Leipzig weiterfahren. Dort kamen sie mit einer Stunde Verspätung an.

Dürfen Lokführer Alkohol trinken?

In einem Statement heißt es, bei der Deutschen Bahn gebe es seit 20 Jahren ein „umfassendes Suchtmittelverbot“. In den Führerständen der Züge gilt eine Null-Promille-Grenze. Verstöße dagegen nehme die Deutsche Bahn sehr ernst und ahnde sie nach einem strengen Regelwerk.

Übeltäter müssen ihren Führerschein ans Eisenbahnbundesamt abgeben. Bevor sie wieder fahren dürfen, wird geprüft, ob in dem Fall Alkoholmissbrauch vorliegt. 

Generell müssen sich Lokführer müssen alle drei Jahre, ab dem 55. Lebensjahr sogar jährlich, untersuchen lassen, wobei die Blutwerte ebenfalls auf Alkoholmissbrauch geprüft werden.