Für ein Foto: Touristen-Kind reitet in Malaysia auf Riesenschildkröte

Foto-Wahn: Touristen-Kind reitet auf Riesenschildkröte

Das Foto eines Kindes, das in Malaysia auf einer Meeresschildkröte reitet, sorgt im Netz gerade für heftige Reaktionen. Die Art ist vom Aussterben bedroht, die Wildtierbehörde ermittelt in dem Fall.

Dieses Foto sorgt für heftige Reaktionen: Ein Kind reitet auf einem Exemplar einer vom Aussterben bedrohten Schildkrötenart.
Dieses Foto sorgt für heftige Reaktionen: Ein Kind reitet auf einem Exemplar einer vom Aussterben bedrohten Schildkrötenart.

Foto: Facebook.com/沙巴人情味

Der Fuß eines Erwachsenen drückt die Meeresschildkröte auf den Boden, ein Kind mit Schwimmweste sitzt auf dem Panzer des Tieres – das Foto dieses Vorfalls in Sabah, Malaysia, hat im Netz für Hunderte wütende und empörte Reaktionen gesorgt.

Es wurde offenbar auf einem Touristenboot aufgenommen, bei dem Tier handelt es sich um eine Echte Karettschildkröte. Diese Art ist vom Aussterben bedroht – unter anderem, weil sie stark gejagt wurden. Ihr Panzer ist unter anderem für die Schmuckherstellung sehr begehrt.

Foto mit gefährdeter Schildkrötenart: Tierschützer wettern gegen Touris

Das Foto wurde über Whatsapp und Facebook verbreitet. Die chinesische Bildbeschreibung lautet übersetzt etwa: „Offenbar um Touristen anzusprechen, hat der Reise- und Bootsveranstalter die Schildkröte gefangen und auf das Boot gelegt, damit Touristen sich damit fotografieren können.“ 

Wann und wo genau der Vorfall stattgefunden hat, ist unklar. Allerdings hat er die Wildtierbehörde Sabah Wildlife Department auf den Plan gerufen.

„Wir wissen über das Foto Bescheid und untersuchen die Angelegenheit, sagte Direktor Augustine der in Malaysia erscheinenden Tageszeitung „New Strait Times“. Man hoffe, die verantwortlichen Personen ausfindig machen zu können.

„Wir heißen Touristen in Sabah willkommen. Sie kommen, weil es hier viele schöne Orte gibt. Gleichzeitig erwarten wir jedoch von Touristen, dass sie unsere Gesetze einhalten“, so die stellvertretende Außenministerin von Sabah, Christina Liew.

Vorsicht, diese Fotos können Tierleben kosten

Selfies mit Koalas, Faultierbabys und Quokkas – auf Instagram gibt es Tausende solcher Bilder. Immer wieder riskieren Touristen für ein Foto das Leben von Tieren. 

Im September vergangenen Jahres trieb eine Gruppe US-Touristen einen Elch in den Tod, weil sie unbedingt ein Selfie mit ihm machen wollten. Das Tier war so verängstigt, dass es ins Wasser flüchtete – und ertrank.

Und eine Studie hat gezeigt, dass es zum Beispiel Koalas jedes Mal in Alarmbereitschaft versetzt, wenn sie von Menschen geknuddelt werden. Das Risiko: chronischer Stress, außerdem wird ihnen so die Zeit zum Fressen und dadurch auch die nötige Energie geraubt.

Instagram hat reagiert – wer dort nach den Hashtags #koalaselfie, #slothselfie oder #turtleselfie sucht, wird auf eine Seite geleitet, die vor Selfies mit wilden Tieren warnt.

Also: Wildtiere lieber aus der Ferne beobachten, das ist beeindruckend genug.

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