Shutdown in den USA: Wie er deine Amerika-Reise beeinträchtigt

Wie der Shutdown deine USA-Reise beeinträchtigt

Lange Warteschlangen an Flughäfen, geschlossene Museen und Nationalparks, die im Müll versinken: Die Haushaltssperre in den USA bekommen auch Reisende zu spüren. Eine Übersicht der Auswirkungen.

Ein rotes Stoppschild steht vor dem Gebäude des US-Kapitols in Washington, D.C.
Seit dem 22. Dezember 2018 sind Tausende Regierungsmitarbeiter im Zwangsurlaub oder arbeiten ohne Bezahlung. (Symbolfoto)

Foto: imago/ZUMA Press/Carol Guzy

Längere Wartezeiten am Flughafen

Schon bei An- und Abreise dürftest du in den USA Veränderungen spüren: Die Warteschlangen vor den Pass- und Sicherheitskontrollen werden länger. Die Mitarbeiter der Transport Security Administration (TSA) werden für die Dauer des Shutdowns nämlich nicht bezahlt. 

Der „CNN“ zufolge haben sich in der vergangenen Woche bereits Hunderte TSA-Mitarbeiter krankgemeldet. Am internationalen Flughafen von Seattle drohen sogar einige von ihnen, komplett zu kündigen, wenn sie in weniger als 14 Tagen keinen Gehaltscheck erhalten. Das sagte der Präsident der lokalen TSA-Mitarbeitervereinigigung gegenüber „Komonews“.

Ein TSA-Sprecher schätzt die Lage allerdings als wenig bedrohlich ein – noch. Zwar hätten sich seit den Weihnachtsfeiertagen mehr Mitarbeiter als gewöhnlich krankgemeldet. Bei mehr als 50.000 Mitarbeitern sei das aber immer noch ein geringer Anteil. 

Museen bleiben geschlossen

Wer bald in New York oder Washington, D.C., Urlaub macht, sollte sich auf ein abgespecktes Kulturprogramm einstellen. Alle 19 Smithsonian-Museen und Smithsonian-Galerien sowie der National Zoo in Washington bleiben vorerst geschlossen. Darunter: das Air and Space Museum, die Portrait Gallery und das Natural History Museum. 

Die Museen des Smithsonian-Institutes werden von der US-Regierung gefördert. Sobald das Institut die Gelder erhalte, würden die Museen wieder öffnen, erklärte eine Sprecherin dem „Guardian“. Normalerweise strömen im Januar rund eine Million Besucher in die Smithsonian-Museen.

Um die Tiere im Zoo musst du dir übrigens keine Sorgen machen: Sie werden weiterhin gefüttert und gepflegt. Die Touristeninformation von Washington, D.C., hat außerdem aufgelistet, wo du auch während des Shutdowns Kunst, Geschichte und Schauspiel genießen kannst.

Müll und Teilsperrungen in Nationalparks

Die gute Nachricht: Viele Nationalparks in den USA sind weiterhin für Besucher geöffnet. Die schlechte Nachricht: Weil keine oder weniger Mitarbeiter vor Ort sind, fallen zahlreiche Touren aus. Viele US-Nationalparks versinken in Müll und Fäkalien, da Abfalleimer und Toiletten nicht mehr geleert oder gesäubert werden.

Im Yosemite und vielen anderen Nationalparks wurden deshalb bereits zahlreiche Campingplätze und Wanderwege geschlossen. Der Joshua-Tree-Nationalpark in Kalifornien wird am Donnerstagmorgen, den 10. Januar 2019, die Pforten vorerst schließen, damit „Mitarbeiter sich um die Sanitär- und Sicherheitsprobleme kümmern können“, die in den vergangenen Wochen entstanden sind. 

Weil nur noch wenige Ranger vor Ort sind, steigt aber auch das Verletzungsrisiko für Besucher.

Mann stürzt im Yosemite-Nationalpark in Fluss – tot

Dem Portal „Outside Online“ zufolge ist ein Mann am Weihnachtsfeiertag im Yosemite ums Leben gekommen, weil er in einen Fluss gestürtzt war – obwohl Ranger ihn in weniger als einer Stunde medizinisch versorgen konnten.

Am selben Tag hat sich ein Wanderer im Big-Bend-Nationalpark in Texas den Knöchel gebrochen. Das berichtet „CNN“. Vielleicht hätten beide bei voller „Man Power“ schneller versorgt oder sogar gewarnt werden können, bevor es zu den Unfällen kam. 

Verspätete Flüge, weil Fluglotsen fehlen

Der Verband der Fluglotsen (NATCA) befürchtet, dass der Shutdown zu Flugverspätungen führt. Denn: Die Federal Aviation Administration (FAA) hat vorerst ihre Ausbildungsstätten geschlossen. Für die Dauer des Shutdowns verzögern sich deshalb Neueinstellungen und Fortbildungen. 

Das ist schlecht, weil sich in den USA ohnehin eine Flugsicherungskrise anbahnt: Es gibt zu wenige Fluglotsen, um mit der wachsenden Zahl der Flüge fertigzuwerden. „Der Shutdown macht eine schlechte Situation noch schlimmer“, schreibt der NATCA-Präsident in einem Statement. Der FAA zufolge gebe es durch den Shutdown aber kein Sicherheitsrisiko im Flugverkehr.

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