Oberjoch: Ein „reisereporter 2018“-Finale in Weiß | reisereporter.de

Oberjoch: Ein „reisereporter 2018“-Finale in Weiß

Das beste Jahr ihres Lebens neigt sich dem Ende entgegen – Jane und Julia waren auf ihrer letzten Tour als „reisereporterinnen 2018“ im Oberjoch. Dort wartete neben Winteridyll auch eine Überraschung.

Julia & Jane
Für Heinz war dieses Jahr ein Jahr der Verliebtheit. Erst eine Alpaka-Dame in Peru, im Oberjoch dann eine Schneedame.
Jane, Julia und Flamingo Heinz waren auf ihrer letzten Reise im Oberjoch.

Foto: Menzel

Es heißt, man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Und es gab viele schönste Momente, seit uns die frohe Botschaft erreichte, dass wir beim großen reisereporter-Voting 2018 den zweiten Platz gemacht haben. Zehn Monate ist das jetzt her; acht, seit wir unsere erste Reise antraten – nach Peru, dann die Kreuzfahrt nach Sankt Petersburg, Rumänien, der Campingtrip durch Neuseeland.

So viel passiert, so viel gesehen. Nun waren wir auf dem Weg ins Allgäu, unserem letzten Ziel – und überzeugt, dass es noch schöner unmöglich werden könnte. Müde und melancholisch erreichten wir Oberjoch nach zehn Stunden Zugfahrt. Die Dunkelheit lag längst auf den Bergen und wir alsbald nichtsahnend in unseren Betten.

Während es im Rest von Deutschland nasskalt war, erlebten unsere zwei Mädels im Oberjoch Winteridyll pur.
Während es im Rest von Deutschland nasskalt war, erlebten unsere zwei Mädels im Oberjoch Winteridyll pur. Foto: Menzel

Oberjoch: Eine glitzernde weiße Märchenwelt 

Als wir am Morgen die Federbetten zurückschlagen und aus dem Fenster schauen, ist die Schwere in unseren Herzen schlagartig verflogen. Vor uns glitzert eine weiße Märchenwelt unter der Sonne – Weiß auf den Dächern, Weiß auf den Straßen, Weiß auf den Hängen und Gipfeln der Berge, die das höchstgelegene Bergdorf Deutschlands säumen.

1.200 Meter über dem Meeresspiegel, 200 Einwohner, in der Hochsaison ein Vielfaches an Ski-, Rodel-, Wander- und Wellnessgästen. Wir springen in die Schneehosen und tauchen nach diesem langen Sommer kurz in einen Bilderbuchwinter ein, jagen die Hänge zu Fuß hinauf und mit dem Schlitten wieder hinunter, bis wir erschöpft und unsere Handschuhe steifgefroren sind. Friede, Freude, Kindertage.

   

Alle Fotos: Die „reisereporter 2018“ in Oberjoch

Und während unsere Herzen längst erwärmt sind von all der Schönheit, sind wir froh, dass das Gefühl auch in unsere Finger und Zehen zurückkehrt, als wir sie im türkis-blauen Hotelpool baden, von dem der Ausblick auf die Berge ebenso herrlich ist.

Wir lassen uns die Ruhe in die glücklich-müden reisereporter-Knochen massieren und laben uns an der familiären Atmosphäre und dem im Hotel Lanig, in das TUI uns einquartiert hat, allabendlichen Sieben-Gänge-Menü. Es gibt Käse und Wein und allerlei süße Abschlüsse – als würde man uns den Abschied von diesem ge- und erfüllten reisereporter-Jahr so leicht wie möglich machen wollen. Kein schöner Land in dieser Zeit.

Ein Treffen aller „reisereporter 2018“

Es wäre ein perfekter Abschluss gewesen – auch ohne die Überraschung, die uns noch zuteilwerden sollte. Denn plötzlich stehen zwei Menschen vor uns, mit denen wir dieses Jahr geteilt haben – auf Instagram und Facebook. Persönlich begegnet waren wir Eduardo und Carina, den erstplatzierten reisereportern, noch nie.

Und so schöpfen wir mit vollen Händen aus der Kürze der Zeit, die wir gemeinsam haben, stürzen uns in den Schnee und teilen reisereporterlich unsere Brotzeit.

Gemeinsam ließen die vier das beste Jahr ihres Lebens Revue passieren.
Gemeinsam ließen die vier das beste Jahr ihres Lebens Revue passieren. Foto: Menzel

Die beiden erzählen vom Kulturfeuerwerk, das sie beim Eurovision Song Contest in Lissabon erlebt haben, und von den Taranteln, die ihnen im Amazonas den Schlaf raubten. Wir gestehen, dass uns auch die Schönheit Neuseelands nicht zu Campern umkrempeln konnte und wir seit der Peru-Reise zum Leidwesen unserer Familien überlegen, eine Alpakafarm zu gründen.

Wir trinken zu viel Weißwein und Haselnussschnaps und kleben uns gegenseitig Zettel mit den Namen mehr oder minder bekannter Persönlichkeiten auf die Stirn, um dann durch Fragen herauszufinden, wer man ist – Julia Dieter Bohlen und Carina J.K. Rowling.

Wir baden in gegenseitiger Sympathie und spüren, dass uns dieses Jahr – obwohl wir uns hier im Oberjoch zum ersten Mal begegnen – miteinander verbunden hat. Vielleicht, weil wir die Reisen der jeweils anderen so intensiv verfolgt haben. Vielleicht, weil nur ein reisereporter verstehen kann, wie nah Fern- und Heimweh beieinander liegen, wenn man so viel unterwegs ist.

Und was machen die „reisereporter 2018“ im Jahr 2019?

Und an unserem letzten Abend sitzen wir bei Ente und Klößen zusammen und irgendjemand stellt die Frage, die uns allen auf der Seele brennt: Und was machen wir 2019? Auch wenn es so ganz anders werden wird: Die Wanderlust ist groß wie nie. Eduardo und Carina haben bereits herausgefunden, wie man mit 16 Euro bis nach Russland reisen kann, Julia hat eine Kreuzfahrt nach Stockholm gebucht, und Jane möchte nach Bali.

Und irgendwie scheint ein alter Bekannter Wind von Letzterem bekommen zu haben, denn plötzlich schwimmt ein mannshoher pinkfarbener Gummiflamingo über die Türschwelle in den Raum: Heinz! Nachdem Julia und Jane ihn zwischenzeitlich in Peru an die Alpaka-Dame Cloody verloren hatten, war er pünktlich zur Kreuzfahrt nach Sankt Petersburg wieder aufgetaucht – und war so begeistert, dass er das Schiff einfach nicht wieder verlassen wollte.

Für Heinz war dieses Jahr ein Jahr der Verliebtheit. Erst eine Alpaka-Dame in Peru, im Oberjoch dann eine Schneedame.
Für Heinz war dieses Jahr ein Jahr der Verliebtheit. Erst eine Alpaka-Dame in Peru, im Oberjoch dann eine Schneedame. Foto: Menzel

Nun ist er zurück, und Jane und Julia sind ebenso erfreut wie sicher, dass er nicht allein ihretwegen zurückgekehrt ist. Bali, Kreuzfahrt – das Gummitier, das im reisereporter-Voting zusätzliche Sympathiepunkte sicherte, ist eher pragmatischer Natur.

So, nun reicht es aber wirklich mit dem Haselnussschnaps. Denn es ist Zeit, Adieu zu sagen. Und auch wenn wir den Zeitpunkt, zu dem wir unser Amt als reisereporter niederlegen, nicht selbst bestimmen konnten, so gehen wir doch zufällig in genau dem richtigen Moment: als es am schönsten ist. Zufällig? Egal! Danke für das beste Jahr unseres Lebens!

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