„Aida Nova“: So war die Überführungs-Kreuzfahrt auf der Baustelle

So war unsere Baustellen-Kreuzfahrt mit der „Aida Nova“

Die „Aida Nova“ ist fertig! Nach zehn Jahren Entwicklungszeit ist sie zur Jungfernfahrt aufgebrochen. Die reisereporterinnen Katharina und Rabea durften schon vorher an Bord – bei der Überführungsfahrt.

Die reisereporterinnen Katharina (links) und Rabea waren auf der Überführungsfahrt der „Aida Nova“ dabei.
Die reisereporterinnen Katharina (links) und Rabea waren auf der Überführungsfahrt der „Aida Nova“ dabei.

Foto: Osol/Ahlers

Die „Aida Nova“ hat in den vergangenen Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Auf der einen Seite, weil sie das größte und technisch modernste Schiff der Flotte ist und als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit über einen Flüssiggasantrieb verfügt.

Auf der anderen Seite, weil es beim Bau immer wieder zu Verzögerungen kam. Die ursprüngliche Jungfernfahrt musste abgesagt werden, auch über einen Brand an Bord wurde berichtet.

So war die Überführungsfahrt der „Aida Nova“

Doch nun ist das Schiff fertig und seit Mittwoch auf seiner Jungfernfahrt von Teneriffa aus unterwegs. Zuvor durften sich 15 Journalisten von Lissabon über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln fahren lassen und sich dabei einen Eindruck verschaffen.

Kurz vor Sonnenaufgang hat das Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ den Hafen von Teneriffa erreicht – bereit für die Jungfernfahrt.
Kurz vor Sonnenaufgang hat das Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ den Hafen von Teneriffa erreicht – bereit für die Jungfernfahrt. Foto: Osol/Ahlers

Unter ihnen waren auch die reisereporterinnen Katharina und Rabea. Hier kommt ihr Bericht von der Überführungsfahrt auf einem Schiff, das noch ein wenig Baustelle war:

„Aida Nova“: Auf der Kreuzfahrt vor der Jungfernfahrt

Der lange Flur auf Deck neun ist menschenleer. Es ist still an Bord der „Aida Nova“, dem neuen Kreuzfahrtschiff der Rederei Aida Cruises. Es riecht nach neuem Teppich und frischer Farbe. Dort, wo bald rund 6.600 Menschen pro Kreuzfahrt ihren Urlaub verbringen, werden während unserer Fahrt noch die letzten Vorbereitungen getroffen, die letzten Arbeiten erledigt.

Die 1.500 Crewmitglieder arbeiten mit Hochdruck daran, die letzten Spuren der Baustelle zu beseitigen. Auf den Gängen stehen Staubsauger und Trittleitern, ein Mitarbeiter bringt die letzten Elemente der Wandverkleidung an. Die Geräusche von Bohrmaschine und Flex sowie das leise Hämmern unterbrechen die sonst eher gespenstisch wirkende Stille.

Nichts los hier: Wir durften als Erste die „Aida Nova“ entdecken.
Nichts los hier: Wir durften als Erste die „Aida Nova“ entdecken. Foto: Osol/Ahlers

„Wir bringen hier und da noch etwas an die Wände“, erklärt Kapitän Boris Becker. Beim Zwischenstopp in der portugiesischen Hauptstadt wurde unter anderem noch Material angeliefert.

Jetzt werden die letzten Kartons ausgepackt. „Es fehlten noch Teile für die Aufzüge, kleinere Ausbauteile und Klappen für die Decken – das wurde dann sicherheitshalber gleich nach Portugal geliefert, damit es rechtzeitig ankommt“, sagt Becker.

Kapitän Boris Becker hat das Kommando auf der „Aida Nova“.
Kapitän Boris Becker hat das Kommando auf der „Aida Nova“. Foto: Osol/Ahlers

An Deck der „Aida Nova“: Leere Pools und verwaiste Liegen

Bei einem Spaziergang über das Deck begegnen uns hin und wieder Crewmitglieder. Ansonsten ist es still im Außenbereich – wir hören nur das Rauschen des Meeres. 

Dass sich hier in ein paar Tagen mehrere Tausend Menschen tummeln werden, ist kaum vorstellbar. Doch tatsächlich: Bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad Außentemperatur streiten sich Gäste normalerweise um die besten Plätze auf dem Sonnendeck. 

Omkar Pajwadkar (rechts) bespricht mit seinen Crewkollegen die Gestaltung des Außenbereiches.
Omkar Pajwadkar (rechts) bespricht mit seinen Crewkollegen die Gestaltung des Außenbereiches. Foto: Osol/Ahlers

Damit die Passagiere dann auch genug Plätze zum Entspannen finden, stellt Omar Pajwadkar mit seinen Kollegen die begehrten Liegen auf.

Andere Crewmitglieder füllen die Pools mit Wasser, die Jungfernfahrt-Teilnehmer dürfen dann als Erste reinspringen.

In die Pools dürfen die reisereporterinnen noch nicht springen, sie werden noch befüllt.
In die Pools dürfen die reisereporterinnen noch nicht springen, sie werden noch befüllt. Foto: Osol/Ahlers

Auf der „Aida Nova“ können Passagiere zehn Kilometer spazieren gehen

Miriam Schidlewski bereitet den Spabereich der „Aida Nova“ für die Gäste vor. Die Böden werden gereinigt und Handtücher verteilt. Die Wände der Behandlungsräume sind mit echtem Moos verkleidet – so sollen sich die Passsagiere wie auf einem Waldspaziergang fühlen.

Der könnte aber etwas wackeliger ausfallen als an Land – Neulinge auf See müssen sich zunächst an den teilweise starken Seegang gewöhnen. Anfangs noch ein wenig wackelig auf den Beinen, gewöhnen wir uns mit der Zeit an das Schaukeln des Schiffes. „Nur nicht gegen die Schiffsbewegungen ankämpfen“, ist der Tipp von Tobias Labitzke, verantwortlich für „Food and Beverage“ an Bord.

Wer einmal über das gesamte Schiff, das 337 Meter lang, 42 Meter breit und 20 Decks hoch ist, laufen und alle Bereiche besichtigen möchte, braucht mehrere Stunden Zeit und legt insgesamt gut zehn Kilometer zurück.

Für uns eine echte Herausforderung: Auf den langen Fluren verlieren wir schnell die Orientierung. Im Inneren des Schiffes ist oft kaum zu vernehmen, in welche Richtung das Schiff fährt.

Ein Blick auf die Zimmernummern hilft, lautet ein Tipp vom Bordpersonal: „Je kleiner die Nummer ist, desto mehr nähert man sich dem Bug des Schiffes.“

Überführungsfahrt: Auch kleine Pannen gehören dazu

Auch die Crew musste sich erst einmal an die neuen Abläufe und neuen Wege gewöhnen. Für Produktentwickler Michael Stendebach ist die Indienststellung eines neuen Kreuzfahrtschiffs eine spannende Phase, in der nicht immer alles vorhersehbar ist.

Das Tankschiff „Cardissa“ befüllt die „Aida Nova“ mit LNG.
Das Tankschiff „Cardissa“ befüllt die „Aida Nova“ mit LNG. Foto: Osol/Ahlers

Auch kleinere Pannen gehören dazu. „Bei einer unserer Bands ist der Koffer mit Instrumenten verloren gegangen“, erzählt er. „Unsere Logistik konnte den Koffer über den Lieferanten ausfindig machen. Jetzt hoffen wir, dass er bis Mittwoch an Bord gebracht wird.“ Zudem seien in Lissabon falsch gelieferte Möbel ausgetauscht worden.

Weihnachten an Bord der „Aida Nova“ feiern

Noch eine ganz wichtige Vorbereitung, die wir mitbekommen: Es wird für Weihnachtsstimmung gesorgt. Denn die erste Kreuzfahrt der „Aida Nova“ geht über die Weihnachtstage hinaus.

Damit die Gäste trotz Sommerwetter in Feststimmung kommen, bringen die Mitarbeiter Adventsdekorationen an. Über das Schiff verteilt werden unter anderem Weihnachtsmannfiguren und Geschenke platziert, in der Bäckerei wird derzeit noch an großen Lebkuchenhäusern gebaut.

Und sollte es Ende Dezember draußen doch einmal zu kalt werden, sorgt das für UV-Strahlung durchlässige Foliendach für warme Temperaturen im Beachclub.

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