1. Reise so leicht wie möglich

Was sollte also heute auf der Packliste stehen, vor allem, wenn du eine längere Reise vor dir hast? Auf meiner halbjährigen Weltreise und zahlreichen anderen Backpacking-Trips, habe ich so einiges über die optimale Zusammenstellung des Gepäcks gelernt, aber auch darüber, was du sonst noch beachten solltest. Ich gebe zu, dass es mir selbst nach all den Jahren auf Reisen immer noch schwerfällt, mich in Minimalismus zu üben. Jedes Mal, wenn ich den Rucksack packe, muss ich mich aufs Neue zwingen, weniger einzupacken, als ich eigentlich möchte.

Aber dann erinnere ich mich daran, dass ich diesen Rucksack auf dem Rücken tragen muss – manchmal auch für längere Strecken – und sortiere fix Dinge aus. Für mich ist das Optimalgewicht meines großen Rucksacks 13 Kilo, unter 15 sollte es aber definitiv kommen. Du wirst es dir selbst danken, wenn du so leicht wie möglich packst. Grundsätzlich gilt: Unterwäsche für eine Woche und ein gutes Handwaschmittel.

Basics statt Kleiderschrank.

2. Erwarte das Unerwartete

Am liebsten würde man sich bei der Reiseplanung auf jede mögliche Eventualität vorbereiten und auch so packen. Diese Illusion muss ich dir leider direkt nehmen, denn auf deiner Reise werden viele Dinge passieren, die du niemals planen kannst – erwarte das Unerwartete! Das heißt im Umkehrschluss, dass du dich beim Packen etwas mehr entspannen kannst, denn du kannst sowieso nicht auf alles vorbereitet sein. Konzentrier dich lieber auf die planbaren Variablen.

Du willst surfen gehen? Nimm einen Surfanzug mit. Du willst Yoga machen? Dann pack die Yoga-Leggings ein. Du weißt, dass dein Reisemonat in die Regenzeit fällt? Dann solltest du an die Regenjacke denken. Kenne vor allem deine Bedürfnisse und überlege dir, auf was du auf keinen Fall verzichten kannst. Bei mir war das zum Beispiel die elektrische Zahnbürste.

Technik und Gedöns sollte sich in Grenzen halten.

3. Pack auf Vorrat

Auch wenn es so klingt, als würde das allem widersprechen, was ich bisher gesagt habe: Pack auf Vorrat! Aber natürlich nur bestimmte Sachen. Denn tatsächlich ist es so, dass du einiges, je nach Reiseland, sehr schwer bekommen wirst. In Ländern in Südostasien, wie Sri Lanka oder Teile von Indonesien, ist es beispielsweise schwierig, Tampons zu kaufen, und Sonnencreme kostet im Gegensatz zu Deutschland ein kleines Vermögen.

Daher sind das die Dinge, die ich immer auf Vorrat dabeihabe, genau so wie Rasierklingen, Wattepads oder mein Lieblingsdeo. Das wird zwar anfangs dein Packgewicht in die Höhe treiben, aber nach und nach wird dein Rucksack dann immer leichter. Informiere dich am besten vorher, wie die Infrastruktur vor Ort ist, und pack dann die Dinge auf Vorrat, die du dort nicht kriegen kannst, aber dringend benötigst.

4. Nie ohne Reiseapotheke

Minimalismus ist beim Packen zwar wichtig, aber er sollte nicht für eines gelten: die Reiseapotheke. Oft denkt man nicht daran, wichtige Medikamente mitzunehmen, weil wir hier so daran gewöhnt sind, rund um die Uhr in die Apotheke gehen zu können. Das ist an vielen Orten der Welt natürlich nicht so. Daher solltest du dich vor deiner Reise vom Arzt beraten lassen, er kann dir dann alle nötigen Rezepte geben. Die meisten Reiseimpfungen sowie die Malaria-Profilaxe werden oft sogar von deiner Krankenversicherung erstattet. Wenn du wirklich eine lange Reise vor dir hast, gehört in jede Reiseapotheke neben den Klassikern wie Wunddesinfektionsmittel, Verbandszeug, Mückenabwehr und Schmerzmittel definitiv auch ein Breitbandantibiotikum. Du denkst, dass dir schon nichts passieren wird?

Das dachte ich auch, daher hier nur ein kleiner Ausschnitt aus meiner Reisekrankenakte: In Sri Lanka hätte ich mir beinahe beide Schneidezähne ausgeschlagen und habe mir den Fuß aufgeschnitten, in Indonesien die Schulter verletzt und ein Jahr später hätte ich beinahe die Hälfte meines Ohrs verloren, habe mir die Nase gebrochen und hatte eine Lebensmittelvergiftung, in Costa Rica eine Mandelentzündung. Was ich eigentlich damit sagen will: Verreise NIE ohne Reiseapotheke und eine vernünftige Auslandskrankenversicherung!

Gut verpackt ist halb gepackt.

5. Geheimwaffen für Weltreisende

Es gibt einige kleine Helfer, die dir das Leben als Weltreisender leichter machen werden. Trust me on this one. Für die Sicherheit deiner Wertsachen sorgst du, indem du dein eigenes Vorhängeschloss dabeihast, in Hostels gibt es meist Schließfächer, in denen du deine Dinge verstauen kannst. Ich hatte außerdem einen sogenannten „Pacsafe“ dabei, eine mit Drahtseilen durchzogene Tasche, in die mein Laptop, mein Portmonee und mein Reisepass reinkommen und die man dann zum Beispiel am Bett festschließen kann.

Für den Strand oder für Boottrips schadet es nicht, eine wasserdichte „Drybag“ dabeizuhaben. Für deine elektronischen Geräte solltest du an den geeigneten Adapter für die Steckdosen denken. Um immer an Geld zu kommen, benötigst du eine Kreditkarte, mit der du weltweit Bargeld abheben kannst, am besten gebührenfrei. Und für deine eigene Sicherheit empfehle ich, immer auf die eigene Intuition zu hören!

6. Ordnung ist das halbe Leben

Zu guter Letzt empfehle ich dir, irgendeine Form von Ordnung in dein Gepäck zu bringen, denn sonst endet das ganz schnell im absoluten Chaos. Ich hatte alles in fünf verschiedenen Packwürfeln verstaut und konnte so einfach immer das Abteil rausholen, das ich brauchte.

Achte darauf, dass du teilweise täglich deinen Rucksack aus- und wieder einpacken wirst – nach einer Weile wird das ganz schön anstrengend, wenn du kein System hast. Und jetzt verrate ich dir noch die geheime Zutat, die du beim Packen auf keinen Fall vergessen solltest: Vorfreude!

Voll bepackt – Leo auf großer Reise, mit großem Gepäck.