New York: Coole Alternativen zu den Touri-Hotspots | reisereporter.de

New York: Coole Alternativen zu den Touri-Hotspots

Für reisereporterin Christina gibt es keine Alternative zu New York – dafür aber in New York. Abseits vom Gewohnten und mittendrin im Geliebten. Wenn’s auf deiner Reise mal etwas ander(e)s sein darf.

In einer New Yorker U-Bahn-Station wird für die Warhol-Ausstellung im Whitney Museum geworben.
In einer New Yorker U-Bahn-Station wird für die Warhol-Ausstellung im Whitney Museum geworben.

Foto: imago/Levine-Roberts

Gefühlt waren wir ja alle schon mal in New York, gibt es nichts, was man noch nicht gesehen, erfahren oder wovon man nicht zumindest gehört hat. Und doch wandelt sich die Metropole in einem solchen Tempo, dass ich an manchen Kreuzungen selbst meine eigene Nachbarschaft nicht erkenne, in der ich über Jahre gelebt habe.

Alle zwölf Monate geht mir das so, bei jeder Stippvisite. Da stehe ich vor dem Buchladen, der keiner mehr ist, wo vorher noch der Hundesalon war und heute kalter Kaffee, teurer Saft und Matcha über den Tresen gehen.

Die Mieten sind hoch, die Menschen extrem gestresst. Das Leben ist tough und der Erfolg oft nur vorübergehend. Und so ist New York auch verwirrend, mancherorts brutal verstörend. Oft vertraut und heimelig. Vor allem aber immer spannend, überraschend und vielseitig. Meine Alternativtipps für die, die auf der Suche nach Neuem, Altbewährtem, vor allem nicht immer Offensichtlichem in Manhattan sind.

NoMad statt SoHo

NoMad heißt das Viertel nördlich vom Madison Park, ungefähr zwischen der 25. und 30. Straße. Bis vor ein paar Jahren ging man hier nur schnell mit gesenktem Blick und angehaltenem Atem durch, vorbei an zugigen Ramsch- und Billigläden. Heute ist NoMad rund um den Broadway chic und teuer.

Der Traditionsbuchhändler Rizzoli hat hier eine neue Heimat gefunden. Luxushotels wie das NoMad und das Ace ziehen ein neues Publikum an. Aparte Cafés, noble Restaurants und gut frequentierte Barbershops haben sich etabliert, elegante Concept-Stores bestimmen jetzt das Straßenbild.

Irgendwie auch schade: Die für Manhattan typischen Brownstone-Buildings müssen auch hier immer öfter charakterlosen Glastürmen weichen.

Baustelle Manhattan: Auch in NoMad entsteht an jedem freien Platz ein Wolkenkratzer.
Baustelle Manhattan: Auch in NoMad entsteht an jedem freien Platz ein Wolkenkratzer. Foto: Mänz

Koreatown statt Chinatown

Ein Trip nach New York ist ja auch immer eine kleine Reise um die Welt. Einen ganz eigenen Mikrokosmos findet ihr in der 32. Straße zwischen der 5th Avenue und Broadway: Koreatown. koreanische Supermärkte, Restaurants, Wechselstuben, Beautyshops. Ihr könnt euch hier stundenlang zwischen Haarspülungen und Süßspeisen verlieren.

Kleinkorea in der 32. Straße.
Kleinkorea in der 32. Straße. Foto: Mänz

Whitney Museum statt Museum of Modern Art

Hier schlägst du vier Fliegen mit einer Klappe: Zum einen ist das Whitney Museum selbst ein architektonisches Meisterwerk. Zum anderen habt ihr von den Terrassen einen wunderbaren Blick über Manhattan. Drittens liegt der Kunsttempel im beliebten Meatpacking District direkt am Hochbahnpark Highline.

Und der Hauptgrund: Bis Ende März läuft hier eine grandiose Andy-Warhol-Ausstellung. Tickets unbedingt vorbestellen. 

Vom Whitney Museum aus hast du einen fantastischen Blick über Manhattan.
Vom Whitney Museum aus hast du einen fantastischen Blick über Manhattan. Foto: Mänz

Metrograph statt Kinokette

In der Lower East Side werden die goldenen Zeiten Hollywoods zelebriert. Das Kino Metrograph in der im Dunklen etwas schummerigen Ludlow Street ist klein, aber cool, das Publikum nicht 08/15, die Filme sind wertvoll, ausgewählte Klassiker abseits vom Mainstream. Popcorn und Drinks sind lecker. 

Im Metrograph könnt ihr mehr als nur Filme schauen.
Im Metrograph könnt ihr mehr als nur Filme schauen. Foto: Mänz

Saint John the Divine statt Saint Patrick’s

Zugegeben: Du musst dich auf den Weg machen, um an die Pforten der imposanten Kathedrale im Norden der Upper West Side zu klopfen. Das beeindruckende Gotteshaus in unmittelbarer Nähe der Columbia University ist übrigens die viertgrößte christliche Kirche der Welt und hat eine ganz wunderbare Akustik. 

Die Kathedrale Saint John the Divine an der Upper West Side.
Die Kathedrale Saint John the Divine an der Upper West Side. Foto: Mänz

Concept-Stores statt Kaufhäuser

Gut kuratiert ist besser als zu viel Masse. Wer aufgrund der vielen Menschen und des Überangebots auf unzähligen Etagen der Megakaufhäuser und Shoppingmalls überfordert ist, fühlt sich in exklusiven Concept-Stores wie Shinola in Tribeca, 10 Corso Como im Seaport District, bei Goop in der Bond Street oder bei Want Apothecary in NoMad einfach besser bedient. Außerdem gibt es hier auch wirklich noch Dinge, die du sonst nirgends findest.

Das Schaufenster des Concept-Stores Want Apothecary in der 26. Straße.
Das Schaufenster des Concept-Stores Want Apothecary in der 26. Straße. Foto: Mänz

Foodtruck statt Touri-Coffeeshop

„Plain bagel toasted with cream cheese and coffee black, no sugar, no milk“ – und dazu die „New York Times“. Das ist das beste schnelle Frühstück, das ich mir in New York vorstellen kann. Richtig gute Bagels und heißen Kaffee findest du noch immer an all den vielen Wägelchen, die meist in der Nähe von U-Bahn-Stationen stehen. Und günstig ist es dort obendrein.

Die Bagel-Wägelchen stehen morgens praktisch an jeder Ecke.
Die Bagel-Wägelchen stehen morgens praktisch an jeder Ecke. Foto: Mänz

Dr Smood statt Magnolia Bakery

Die Zeiten, in denen „Sex and the City“-Fans in die Bleecker Street zur Magnolia Bakery trabten, um für viel zu süße Cupcakes Schlange zu stehen, sind vorerst vorbei. Gesundheitsbewusste pilgern zu Dr Smood, „the healthiest café concept ever“, wie es vollmundig heißt.

Du ahnst es: Hier stehen Matcha, Maca-Chia-Pudding, Grühnkohlsalat und Turmeric Booster auf der cleanen Karte. Alles sehr gesund. Nur bei den Preisen kriegst du vermutlich Schnappatmung. In Manhattan gibt es bereits fünf Filialen. 

Nicht günstig – aber gesund und schön gestaltet: Die Cafés von Dr Smood.
Nicht günstig – aber gesund und schön gestaltet: Die Cafés von Dr Smood. Foto: Mänz

Dazu: Der findige Gründer der beliebten Kette Le Pain Quotidien hat ebenfalls umgedacht und auch in Manhattan mit dem vegetarischen Konzept Le Botaniste Erfolg. Sein Motto: „Let food be the medicine“. Rezeptfrei. 

Vegetarische Theke bei Le Botaniste an der Upper East Side.
Vegetarische Theke bei Le Botaniste an der Upper East Side. Foto: Mänz

28th Street statt Farmers Market

Es ist ein Phänomen, dass Touristen im Urlaub so gern über Märkte gehen, obwohl sie in der Kreuzfahrtschiffkabine keinen Herd haben. Aber manchmal muss man eben auch einfach nur mal so tun, als lebe man genau an diesem Ort, den man nur auf Zeit besucht. Nur für die schöne Illusion, einen kurzen Moment dazuzugehören.

Ein guter Ort, seine Gedanken zu manipulieren, ist die 28. Straße im Stadtteil Chelsea. Zwischen Broadway und 7th Avenue reiht sich Blumendealer an Blumendealer. Es ist der Rest vom alten Flower District, in dem die Geschäfte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wirklich florierten. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die letzten Händler neuen Bürogebäuden und luxuriösen Apartmenttürmen weichen müssen.

Erinnert an das „gute, alte New York“: Blumengroßhändler in der 28. Straße.
Erinnert an das „gute, alte New York“: Blumengroßhändler in der 28. Straße. Foto: Mänz

Meditieren statt Joggen im Central Park

Wer etwas für Körper, Geist und Seele tun will, der bucht sich einen Platz und damit eine gute Zeit auf dem Kissen in einem der Boutique-Meditations-Studios, wo es keineswegs mehr nur nach Schweißfüßen und Räucherstäbchen riecht. Bei MNDFL in der achten Straße ganz in der Nähe vom Washington Square Park zum Beispiel. Ein Ort zum Ausatmen mitten im Wahnsinn. 

Ab aufs Kissen: Das Meditationsstudio MNDFL.
Ab aufs Kissen: Das Meditationsstudio MNDFL. Foto: Mänz

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