Die Lokführer der Deutschen Bahn bestreiken von Donnerstag, 2. September, bis Dienstag, 7. September, den Personenverkehr. Betroffen sind Strecken im Fernverkehr und im Regionalverkehr in ganz Deutschland. Das trifft viele Reisende mitten in der Urlaubszeit, derzeit haben zehn Bundesländer Sommerferien. Wer in den nächsten Tagen trotz des Streiks verreisen muss, braucht Alternativen. Wir verraten dir, wie du trotzdem ans Ziel kommst.

1. Alternative Zuganbieter

Im Fall des aktuellen Bahnstreiks legen nur die Lokführerinnen und Lokführer der Deutschen Bahn die Arbeit nieder. Konkurrenten wie Flixtrain fahren im Fernverkehr weiter, auf diesen Strecken können Reisende auf die grünen Züge umsteigen:

So sieht das Streckennetz von Flixtrain 2021 aus.

Es gibt zudem Strecken, auf denen im Regionalverkehr private Unternehmen unterwegs sind – und die fahren aber trotz des Streiks. In Schleswig-Holstein fahren die AKN und Nordbahn, in Niedersachsen, Hamburg und Bremen der Metronom, in NRW der Anbieter Abellio und die Eurobahn (Keolis).

Auf einigen Strecken bietet sich auch der Blick auf die Angebote ausländischer Zug-Unternehmen an. Die Deutsche Bahn teilt mit, dass die TGV- sowie die ÖBB- und EC/RJ-Züge weiterhin fahren. Sie sind auf folgenden Strecken unterwegs: 

Aktuelle Deals

Frankreich: ICE/TGV-Züge Frankfurt am Main – Straßburg/Saarbrücken – Paris, ICE/TGV-Züge Stuttgart – Straßburg – Paris, TGV-Züge Frankfurt am Main – Straßburg – Marseille

Österreich/Italien: RJ-Züge München – Salzburg – Wien – Budapest, ICE-Züge Passau – Linz – Wien, EC-Züge München – Innsbruck – Verona

Tschechien: EC/RJ-Züge Dresden – Prag

2. Fernbus nutzen

Wenn die Bahn nicht fährt, freuen sich die Fernbusunternehmen. Mit Flixbus kannst du in mehr als 2500 Städte in Deutschland und Europa reisen – andere Anbieter sind Blablabus, Eurolines und Pinkbus. Natürlich steigt auch hier die Nachfrage, sodass die Preise steigen.

Trotzdem ist die Alternative Fernbus vergleichsweise günstig. Spontan würdest du beispielsweise am Donnerstagmorgen für rund 28 Euro mit Blablabus und für 55 Euro mit dem Flixbus von Berlin nach München kommen (Fahrzeit: zwischen gut sieben und neun Stunden). Nachteil: Eine Busfahrt dauert meist länger als die gleiche Strecke mit der Bahn, es besteht natürlich auch die Gefahr von Staus, da viele Pendlerinnen und Pendler auf das Auto ausweichen, wenn die Züge nicht zuverlässig fahren. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

3. Fahrgemeinschaften

Oldschool, aber eigentlich ganz logisch: Handy raus, die Kolleginnen, Kollegen oder Freunde, Freundinnen anrufen – und sich eine Autofahrt zum Ziel kostentechnisch teilen. Gespräche und Spaß inklusive.

Die App informiert über Sehenswürdigkeiten entlang der Autobahn.

4. Mitfahrgelegenheiten

Kein Auto und auch keine Kolleginnen oder Freunde am Start, die dich mitnehmen können? Dann such doch nach einer Mitfahrgelegenheit – diese sind bei Streiks eine gute Alternative. Denn Reisende können hier flexibel und schnell mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Anbieter sind zum Beispiel Blablacar, Mitfahren und Hitchhikers. 

Bei Streiks haben Reisende oftmals sogar mehr Auswahl als sonst. Denn wenn die Nachfrage steigt, dann steigt meist auch das Angebot. Die Nachfrage könnte sich je nach Intensität und Dauer des Bahnstreiks sogar verdreifachen, teilte Blablacar dem reisereporter mit.

Du hast es nicht so mit dem Internet? Dann hilft nur an die Straße stellen und Daumen raus: Trampen!

5. Mietwagen buchen

Wenn du kein Auto zur Verfügung hast, ist auch ein Mietwagen natürlich eine Option, die gibt es zum Beispiel bei Europcar, Movacar und Sixt. Allerdings schießen die Preise für Mietautos bei Bahnstreiks naturgemäß in die Höhe. Stichwort: Angebot und Nachfrage.

Denn in solchen Fällen suchen mehr Menschen nach einer Alternative, das Angebot an Mietwagen ist aber begrenzt. „Wenn nur begrenzte Kapazitäten im Angebot sind und diese stark nachgefragt sind, dann steigen die Preise“, erklärt Ulf Sonntag, Leiter der Marktforschung am Institut für Tourismusforschung in Nordeuropa.

Aber: Da bis zu fünf Personen in das Auto passen, ist der Preis mit Mitfahrern (siehe den Punkt Fahrgemeinschaft) teilbar.

6. Taxi

Wenn nichts mehr geht (und du das nötige Kleingeld hast), gibt es natürlich noch das Taxi. Statt in der Zentrale anzurufen, lieber am nächsten Taxistand mit den Fahrern ins Gespräch kommen und einen Festpreis für die Strecke aushandeln. Wenn du noch einen Mitfahrer findest, ist die Taxifahrt dann gar nicht mehr so teuer.

Wann die Bahn ein Taxi zahlt

Im Nahverkehr organisiert die Deutsche Bahn sogar selbst manchmal Taxifahrten von größeren Bahnhöfen aus für die Passagierinnen und Passagiere. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen dann mehrere Fahrgäste mit dem gleichen Fahrtziel, um je einen Wagen voll zu machen.

Wer auf eigene Faust ein Taxi sucht, kann unter Umständen die Rechnung einreichen: Erstattet werden müssen maximal 80 Euro, wenn die geplante Ankunft am Ziel zwischen 0 und 5 Uhr nachts liegt und Reisende mindestens 60 Minuten später per Zug ankommen würden. Das Gleiche gilt, wenn der letzte planmäßige Zug des Tages ausfällt und sie das Ziel bis 24 Uhr nicht anders erreichen können. Darüber informiert die Verbraucherzentrale.

7. Fahrrad

Zugegeben, diese Alternative eignet sich eher für kürzere Strecken, Hamburg–München wollen wir dir da nicht zumuten (wobei: Radreisen liegen ja total im Trend). Aber Fahrrad fahren ist gesund, hält dich fit und du kommst völlig wach am Ziel an.

Wenn du kein eigenes hast oder schon am Bahnhof stehst und deines nicht dabeihast, dann nutz doch eines der Fahrradverleihsysteme, die es inzwischen in jeder großen Stadt in Deutschland gibt. Anbieter sind zum Beispiel Nextbike und Call a Bike.

Dabei kannst du dir ein Bike to go mieten und es später je nach Anbieter entweder an einer Abgabestation oder überall im öffentlichen Raum abstellen.

8. Fliegen

Umweltfreundlich ist diese Alternative definitiv nicht, vor allem auf der Kurzstrecke ist es die letzte Alternative – wenn du wirklich dringend an dein Ziel musst und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hast. In diesem Fall kannst du per Flugzeug von einer größeren Stadt in eine andere gelangen. Den Flug kannst du spontan online oder direkt am Flughafen buchen.

Beispiele für Flugrouten innerhalb Deutschlands sind: Hamburg–München, Frankfurt–Hannover, Dresden–Köln, München–Dortmund, Stuttgart–Berlin, Düsseldorf–Nürnberg.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde im Dezember 2018 publiziert. Wir haben ihn am 22. August 2021 aktualisiert.