7 Gründe, warum du jetzt nach Belfast reisen musst

7 Gründe, warum du jetzt nach Belfast reisen musst

Vom touristischen Niemandsland zur hippen Underdog-Trendstadt: Wo einst die Jungfernfahrt der „Titanic“ startete und der Nordirland-Konflikt ein Land zerriss, packt dich das Reiseziel Belfast heute sofort.

Jasmin Kreulitsch
Hat sich zum Hipster-Underdog gemausert: Belfast.
Hat sich zum Hipster-Underdog gemausert: Belfast.

Foto: imago/PA Images

Hier kommen sieben Gründe, warum du direkt den Koffer packen und nach Belfast reisen solltest:

1. Weil das Cathedral Quarter bunt, quirlig und hip ist

Der älteste Teil von Belfast befindet sich rund um die Belfast Cathedral, auch bekannt als St Anne’s Cathedral, die dem Viertel seinen Namen gab. Im trubeligen Cathedral Quarter findest du eine rege Kultur- und Kunstszene, gemütliche Pubs, Restaurants für jeden Geschmack und einige der besten Orte für Undergroundmusic.

Die hübscheste Straße ist der Commercial Court: Wie der Name verrät, war hier einst der Umschlagplatz der Stadt, und viele Bronzetafeln erinnern an frühere Töpfer, Whiskey- und Eisenwarenhändler. Weil in der Nähe viele Zeitungen angesiedelt sind, gilt die Gasse als Belfasts Fleet Street – und Schriftsteller, Schauspieler und Journalisten treffen sich um die Ecke im John Hewitt’s.

Dieses Pub weist alles auf, was zu einem irischen Pub gehört: Holztäfelung, Guinness-Reklame, Whiskey und alte Wahlsprüche an den Wänden. 

John Hewitt’s | Adresse: 51 Donegall Street, Belfast

Das Cathedral Quarter ist eine echte Augenweide!
Das Cathedral Quarter ist eine echte Augenweide! Foto: Jasmin Kreulitsch

2. Weil es neben urigen Pubs auch viele Hipsterlokale gibt

Wer genug von Pint und Pubfood hat, kommt in Belfast definitiv auf seine Kosten, denn die Hipsterszene mit angesagten Lokalen ist groß. Viele davon befinden sich auch im Cathedral Quarter, zum Beispiel White’s Tavern.

Wer jetzt „Schon wieder ein Pub!“ schreit, hat recht, kennt aber nicht den Clou an der Sache: Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Lokal ist zwar eines der ältesten Pubs in Belfast, verbirgt aber auch einen Club: Das Vandal befindet sich im oberen Stockwerk und ist ein mit Graffiti besprühtes Pizzarestaurant, das sich nachts in einen hippen Late-Night-Club verwandelt.

Wer es intimer mag, geht zu Muriel’s Cafe Bar. Der Laden ist klein, aber herrlich schräg: Zwischen opulenten Kronleuchtern baumelt Spitzenunterwäsche, alles ist rot und plüschig – und die Drinks sind anbetungswürdig. Hier trinkt man den besten Gin der Stadt, sind sich Insider einig.

Um die Ecke findet man im Babel eine neue und extrem coole Rooftopbar: Hier gibt’s einen super Blick über die Stadt, Livemusik, Cocktails und eine gechillte Stimmung. Und den besten Kaffee gibt’s im Established – minimalistische Einrichtung, maximale Hipsterdichte!

Vandal im White’s Tavern | Adresse: 3 Winecellar Entry, Belfast
Muriel’s Cafe Bar | Adresse: 12–14 Church Lane, Belfast
Babel | Adresse: 70–74 Ann Street, Belfast
Established | Adresse: 54 Hill Street, Belfast
In Belfast gibt’s nicht nur urige Pubs, sondern auch jede Menge Hipsterlokale.
In Belfast gibt’s nicht nur urige Pubs, sondern auch jede Menge Hipsterlokale. Foto: Jasmin Kreulitsch

3. Weil die Peace Walls die Geschichte Nordirlands erzählen

Keine Frage: Wer nach Belfast reist, wird mit der politischen Situation des Landes konfrontiert. Deshalb ist es ein unbedingtes Muss, dass du dir die einstigen No-Go-Areas entlang der katholischen Falls Road und der protestantischen Shankill Road anschaust.

Zwischen den beiden Straßen befindet sich die berühmteste der 17 Peace Walls: 3,5 Kilometer lang und acht Meter hoch findet man hier nur die Mauer, obenauf Stacheldraht – und unzählige politische Murals. Auch der Dalai-Lama oder Barack Obama haben eine Botschaft auf der Mauer hinterlassen.

Was vielen nicht bewusst ist: Auch wenn die „Troubles“, wie der Nordirland-Konflikt beschönigend genannt wird, vorbei sind, ist die Kluft zwischen Protestanten und Katholiken noch immer gegenwärtig. Die Tore in der Mauer werden noch heute jede Nacht geschlossen.

Die beste Art, sich der Geschichte Nordirlands zu nähern, ist eine Black Taxi Tour: Die Fahrer bringen einen zu den relevanten Orten und erzählen ehrlich und ungeschönt ihre Sicht auf ihre Heimat.

Black Taxi Tour Belfast | Anderthalb-Stunden-Tour, 1 bis 2 Personen um je 35 Pfund, 3 bis 8 Personen um je 12 Pfund

An der Peace Wall in Belfast führt kein Weg vorbei, wenn du dich für Geschichte interessierst.
An der bekanntesten der 17 Peace Walls in Belfast führt kein Weg vorbei, wenn du dich für Geschichte interessierst. Foto: Jasmin Kreulitsch

4. Weil Belfast ein Traum für Street-Art-Fans ist

Wandmalereien prägen in Belfast schon immer das Stadtbild, ihren Ursprung haben sie in den politisch motivierten Murals der 70er-Jahre, die man heute noch in den traditionell katholischen und protestantischen Vierteln findet (siehe Punkt drei). Es gibt aber längst nicht nur ernste Statements an den Wänden, sondern auch völlig unpolitische und tolle in der Stadt.

Mittlerweile gibt es einmal jährlich ein Street-Art-Festival, zu dem etwa 30 Künstler aus aller Welt kommen, um die Mauern in Belfast zu verschönern. Deshalb lohnt es sich, dass du eine Street-Art-Walking-Tour buchst, bei der du einen großartigen Einblick in die Subkultur Belfasts bekommst.

Street Art Walking Tour | Wann? Jeden Sonntag um 12 Uhr | Kosten: 8 Pfund pro Person

In Belfast findest du überall Street-Art.
In Belfast findest du überall Street-Art. Foto: Jasmin Kreulitsch

5. Weil du in Belfast prima shoppen kannst

Abseits der typischen Labels gibt es in Belfast eine große Vintage-Szene und viele alternative Läden. Der bunteste Store ist Fresh Garbage im Cathedral Quarter: Hier weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll, weil es wirklich alles hier gibt – aufeinander, übereinander, miteinander.

Um die Ecke findet man im Studio Souk eine tolle Mischung aus Galerie und Designshop und viele Stücke von lokalen Designern. Abseits der Innenstadt ist es vor allem die Gegend rund um die Lisburn Road in South Belfast, wo man viele Independent-Stores, Coffeeshops und Restaurants findet. Hier ist auch der coolste Bookstore der Stadt: Bei No Alibis gibt es nur Krimis, dafür aber signierte Originale, Lesungen und Events.

Foodies müssen den St George’s Market besuchen – zum Shoppen und zum Essen. Gebaut in einem viktorianischen Gebäude zwischen 1890 und 1896, gewann der Markt 2014 die Auszeichnung als bester Indoor-Markt Großbritanniens und 2017 als beste Marktattraktion, verliehen von der National Association of British Market Authorities.

Hier gibt es die besten lokalen Produkte, Restaurants und eine prima Stimmung. Tipp: Unbedingt ein Ulster Fry (die lokale Variante des Full English Breakfast) probieren, zum Beispiel im George’s of the Market im ersten Stock.

Fresh Garbage | Adresse: 24 Rosemary Street, Belfast
Studio Souk | Adresse: 60–62 Ann Street, Belfast
No Alibis | Adresse: 83 Botanic Avenue, Belfast
St George’s Market | Adresse: 12-20 East Bridge Street, Belfast | Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, am Samstagmorgen findet immer ein Kunsthandwerksmarkt statt

In einen Kaufrausch kannst du in Belfast ziemlich schnell kommen.
In einen Kaufrausch kannst du in Belfast ziemlich schnell kommen. Foto: Jasmin Kreulitsch

 

6. Wegen der gigantischen Belfast Titanic

Über die Belfast Titanic sind sich die Leute nicht einig: Die einen sagen, es sei ein Must-see, die anderen behaupten, es sei überbewertet und zu touristisch. Klar ist: Die Geschichte der „Titanic“ hat die Welt bewegt – und fand ihren Anfang hier, im Hafen von Belfast, wo das damals größte Schiff der Welt auf der Werft von Harland & Wolff gebaut wurde.

Wer die Geschichte des am 14. April 1912 gesunkenen Schiffs nachempfinden will, sollte auf jeden Fall herkommen. Außerdem kann man die „SS Nomadic“ besichtigen, das Tender-Boot, das die Passagiere einst zur „Titanic“ brachte. Für viele Urlauber gibt es aber noch einen Grund, hierherzukommen.

Direkt nebenan in den Titanic Studios befindet sich seit Jahren das Hauptset des Fernsehsenders HBO und seiner Erfolgsserie „Game of Thrones“. Zugang zu den Studios gibt es nicht, aber allein das Wissen, dass sich hinter den Mauern ein Nachbau von King’s Landing befindet, ist für viele ein Anreiz, ins Titanic Quarter zu kommen.

Belfast Titanic | Adresse: 1 Olympic Way, Queen’s Road, Belfast | Eintritt: 18,50 Pfund pro Person

Die „Titanic“ legte in Belfast ab zu ihrer Jungfernfahrt. An das Unglück erinnert die Belfast Titanic Experience.
Die „Titanic“ legte in Belfast ab zu ihrer Jungfernfahrt. An das Unglück erinnert die Belfast Titanic Experience. Foto: Jasmin Kreutlisch

7. Wegen „Game of Thrones“ nach Belfast. Was sonst?

Kein Trip nach Belfast ohne eine Dosis „Game of Thrones“. Warum? Weil so gut wie jeder zweite Einwohner der Stadt in der Serie als Statist mitgespielt hat. Jeder Typ mit Bart, der dir auf der Straße entgegenkommt, war garantiert dabei.

Deshalb solltest du wenigstens an einem Tag die Stadt verlassen und ein paar der legendären Drehorte anschauen, am besten bei einer GOT-Bustour: Hier ist man nur mit Guides unterwegs, die bei den Drehs „Game of Thrones“ dabei waren, deshalb bekommt man spannende Insights.

Selbst für Nicht-Thronies sind die Touren ideal: So kommt man in nur einem halben Tag zu den schönsten Orten Nordirlands, zum Beispiel zum Giant’s Causeway oder den Dark Hedges in Ballymoney. 

Game of Thrones Tours | Preis: ab 50 Pfund pro Person
Langer Mann mit Bart? Wenn er aus Belfast kommt, hat er ganz sicher als Statist bei „Game of Thrones“ mitgespielt.
Langer Mann mit Bart? Wenn er aus Belfast kommt, hat er ganz sicher als Statist bei „Game of Thrones“ mitgespielt. Foto: Jasmin Kreulitsch
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