Während es bei uns knackig kalt ist, herrscht in Südafrika gerade Sommer. Eigentlich also kein Wunder, dass der Aktivist und Buchautor Thando Mahlangu (34) in traditioneller Kleidung der Ndebele-Volksgruppe unterwegs war.

Doch das Sicherheitspersonal des staatlichen Bahnbetriebs hielt davon nichts.

Als Mahlangu in Lendenschurz und Kopfschmuck von Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, nach Johannesburg zu einem Geschäftstermin reisen wollte, hinderte es ihn daran, in den Zug zu steigen – weil er „unpassend gekleidet“ war.

Mann in traditioneller Kleidung wird Zugreise in Südafrika verboten

„Ich wurde zur Lachnummer gemacht. Als Kulturaktivist bin ich tief betroffen von der fortschreitenden Erniedrigung der Afrikaner und ihrer Traditionen“, erklärt Mahlangu gegenüber „The Citizen“.

Zudem sei er, so berichtet „The Citizen“, knapp drei Wochen später auch „misshandelt“ und „wie ein Krimineller behandelt“ worden.

Aktivist verklagt das Bahnunternehmen auf Schadensersatz

Der Aktivist machte den Vorfall öffentlich – und bekommt Zuspruch von hoher Stelle. Kulturminister Nathi Mthethwa etwa bezeichnet den Vorfall als „beschämend und verwerflich“ und fordert eine Entschuldigung für Mahlangu.

Das staatliche Bahnunternehmen behauptet, sich telefonisch entschuldigt zu haben. Dennoch hat Mahlangu inzwischen seine Anwälte eingeschaltet – und fordert umgerechnet rund 100.000 Euro Schadensersatz.