Montecristo ist einer der exklusivsten Orte in ganz Italien: Pro Jahr dürfen lediglich 1000 Besucherinnen und Besucher auf die Insel – und das auch nur zu ausgewählten Terminen, im Jahr 2021 sind es 25. Wer an einer der Exkursionen teilnehmen will, muss beim „Nationalpark toskanischer Archipel“ eine Genehmigung für 120 Euro beantragen. Und wenn die erteilt wurde, müssen selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler monatelang warten, bis sie endlich auf die Insel dürfen. Aber: Die Geduld lohnt sich!

Montecristo: Wandern ist erlaubt, baden und übernachten nicht

Schroff ragen die dunklen Felsklippen von Montecristo aus dem Wasser auf. Die Insel des toskanischen Archipels ist mit 10,4 Quadratkilometern die viertgrößte Italiens, sie liegt zwischen dem Festland und der französischen Insel Korsika. 

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Bis zum 16. Jahrhundert war sie die Heimat einer Klostergemeinde, bot früher Piraten, Einsiedlern und Aussteigern Zuflucht. Doch heute ist sie bis auf eine kleine Wildhüterstation komplett unbewohnt. Übernachtungen für andere Menschen sind dort nicht erlaubt.

Die Insel hat zwar keinerlei touristische Infrastruktur, dafür aber jede Menge atemberaubende Landschaft. Sie steht unter Naturschutz – baden und fischen sind nicht erlaubt. Und das, obwohl es eine so idyllische kleine Bucht wie die Cala Maestra gibt. Wer es doch tut, riskiert hohe Strafen. 

So idyllisch er auch aussieht: Sonnenbaden und schwimmen sind an der Cala Maestra auf Montecristo nicht erlaubt.

Touristinnen und Touristen dürfen Montecristo nur auf drei Wanderwegen erkunden, dabei erleben sie eine der ursprünglichsten Pflanzenwelten im gesamten Mittelmeerraum, mit Erika, viel Rosmarin, Zistrose und italienischer Strohblume. Die Pflanzen sind alle nur mittelhoch, sodass es auf Montecristo kaum Schatten gibt. Die einzige hohe Pflanze ist der im 19. Jahrundert eingeschleppte Götterbaum. 

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Zudem leben auf der Insel viele Tierarten, darunter eine sehr seltene Froschart sowie seit mehreren Hundert Jahren auch wilde Ziegen. Diese kamen vermutlich mit Seefahrern nach Montecristo. Außerdem machen zahlreiche Zugvögel auf ihrem Weg Richtung Süden oder Norden auf der Insel Station.

Gebäude gibt es neben der Wildhüterstation nur noch zwei: die Villa Reale in der Bucht Cala Maestra, die im 19. Jahrhundert gebaut wurde und heute ein kleines Naturkundemuseum beherbergt, und eine Klosterruine. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1553 von Piraten zerstört, heute ist die Ruine – die auf einem Hügel über dem tiefblauen Tyrrhenischen Meer thront – halb von Sträuchern und Gräsern überwachsen.

Die Insel wurde durch den Roman „Der Graf von Monte Cristo“ berühmt

Und über der ganzen Insel schwebt der Mythos des „Grafen von Monte Cristo“ – der Abenteuerroman von Alexandre Dumas handelt vom jungen Seemann Edmond Dantès, der einen auf Montecristo vergrabenen legendären Schatz findet. Das Buch hat die Insel berühmt gemacht, und zahlreiche Legenden ranken sich um diesen Ort.

Eine dieser Legenden erzählt die Geschichte des Gefangenen und Sklaven San Mamiliano, der auf die Insel geflüchtet sei, um dort in einer Höhle zu leben, wie das Portal „Info Elba“ berichtet.

Blick über die Insel Montecristo mit der Ruine des Klosters.

San Mamiliano kämpfte der Legende nach mit einem geflügelten Drachen, dem Bewacher der Insel. An der Stelle, an der er den Drachen tötete, soll eine Quelle mit glasklarem Wasser entsprungen sein. Die pyramidenförmige Insel habe er daraufhin Montecristo genannt, zu Deutsch: Berg Christus. Egal ob Naturforscher oder Fantasy-Freak – ein Besuch auf dieser Insel ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes.