Am Freitagnachmittag im ICE von Köln nach Berlin – wieder mal alles voll. Du rennst durch drei Abteile, das erste ist voll mit einer großen, lärmenden Schülergruppe, im zweiten stehen etliche Koffer im Gang, im dritten genervte Menschen mit Aktentasche unterm Arm. Der letzte freie Platz: Der zugige Bereich auf dem Boden an der Tür zwischen den Abteilen. Wenn’s ganz hart kommt, ist es der Fleck gegenüber der Bordtoilette. Und dafür hast du so viel Geld bezahlt.

Kommt dir dieses Szenario bekannt vor?

Vielleicht hast du einfach nur nicht intensiv nach einem freien Platz gesucht – einer der bis zu 800 Plätze im ICE ist sicherlich noch unbelegt. Damit Passagiere ohne Sitzplatzreservierung den auch finden, soll ein digitaler Platzeinweiser beim Suchen helfen, teilt die Bahn mit.

Digitaler Platzeinweiser soll bei der Sitzplatzsuche im Zug helfen

Die Deutsche Bahn startet – zunächst in einer Testphase – den digitalen Service „Anzeige freier Sitzplätze“. Und so soll das funktionieren: Auf großen Monitoren im Einstiegsbereich der ICE-Züge sehen Passagiere, wo es noch freie Sitzplätze gibt.

Auf dem Bildschirm sind Wagensymbole mit Sitzen in Ampelfarben zu sehen. Rot heißt: Nichts mehr frei. Gelb heißt: noch ein paar Plätze frei. Grün heißt: noch ausreichend Plätze frei.

Die Frage „laufe ich nach rechts oder links“ stelle sich dann nicht mehr, so die Bahn. Die Anzeige greife auf Sitzplatzreservierungen zurück und werte auch – anonym, so die Bahn – die WLAN-Nutzungsdaten im Zug aus. Für die App der Deutschen Bahn sei das System aktuell noch nicht nutzbar.