Es ist der zweite Fall von sexueller Belästigung innerhalb von nur einer Woche bei Southwest Airlines. Und dieser Fall hat eine ganz besondere Dramatik. Denn der mutmaßliche Grapscher rechtfertigte sein Verhalten mit der Begründung, dass US-Präsident Donald Trump sexuelle Belästigung erlaube.

Folgendes war geschehen: Eine Frau war am Sonntag nach dem Boarding des Southwest-Fluges 5421 in Houston kurz eingenickt. Als sie nach etwa 15 bis 20 Minuten wieder aufwachte, habe sie „eine Bewegung auf der rechten Seite ihres Pullovers gefühlt“, sagt sie. Ihre Kleidung habe sich bewegt, und dann habe sie gespürt, „wie ein Finger an meiner rechten Seite und am Rand meines BH entlangstrich“.

Mann belästigt Frau im Flieger und findet es okay

Sie habe dann eine Hand von hinten zwischen den Sitzen gesehen und es für ein Versehen gehalten. Doch etwa 30 Minuten später sei die Hand wieder aufgetaucht. Die Frau habe „gefühlt, wie Finger langsam die Rückseite meines Arms griffen, ihn oberhalb des Ellbogens drückten und dann aufmerksam meine rechte Seite entlangtasteten, erst an meinen Rippen und dann am BH“. Die Frau sagt, es sei eine Hand mit „dicken, behaarten Fingern und schmutzigen Fingernägeln“ gewesen. 

Sie habe den Mann in der Sitzreihe hinter ihr mit seinem Verhalten konfrontiert. Sie habe nicht verstanden, warum er dachte, es sei okay. Der Passagier wurde nach dem Vorfall von den Flugbegleitern auf einen Platz weiter hinten gesetzt, berichtet der Sender „CNN“.

Donald Trump: Man kann Frauen „zwischen die Beine fassen“

Dem FBI gegenüber begründete er sein Verhalten folgendermaßen: „Der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, dass es okay ist, Frauen im Intimbereich anzufassen.“ Er bezog sich dabei auf eine Aussage Donald Trumps aus dem Jahr 2005.

Damals hatte der heutige Präsident gesagt, dass man als Star „alles mit Frauen machen könne“, sie auch „zwischen den Beinen anfassen“ (O-Ton: „grab them by the pussy“). 

Dem mutmaßlichen Grapscher drohen zwei Jahre Gefängnis und eine 250.000-Dollar-Strafe.