Es ist ein Segelabenteuer der besonderen Art: Im April dieses Jahres haben sich Falcon Riley und Amber Word für sechs Wochen auf den Weg durch die Mongolei gemacht. Die Segel hisste das Paar allerdings nicht auf dem Wasser, sondern in der Steppe. Ihr Plan: Mit einem selbst gebauten Holzwagen auf Rädern 300 Kilometer in der Mongolei hinter sich lassen.

Nachhaltig durch die Steppe segeln – in der Mongolei 

„Amber und ich wollten einen Weg finden, wie wir uns durch eine Landschaft tragen lassen und gleichzeitig dort leben können“, erzählte Falcon dem Magazin „Adventure“. So natürlich wie möglich sollte das Fahrzeug beschaffen sein und auch angetrieben werden.

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In einer Werkstatt in Ulan-Bator bauten die Abenteurer einen Wagen aus nachhaltigem Material.

Bevor es losging, mussten die beiden das Gefährt aber erst einmal bauen, und zwar in der Hauptstadt des zentralasiatischen Landes, Ulan-Bator.

Mit einer groben Skizze von einem kastenartigen Wagen aus Holz mit grob gezogenen Reifen liefen sie von Laden zu Laden, um die Materialien für ihr Landsegelboot zusammenzusuchen. Dabei lernten sie nach und nach die mongolische Sprache. Fanyer für Sperrholz, Khaliv für Schraubenzieher.

Nach einer Woche hatten sie alle Bauteile beisammen und einen Zimmermann gefunden, der sie für drei Tage in seiner Werkstatt basteln ließ. Das Ergebnis: zweieinhalb mal ein Meter Zuhause mit drei Metern Mast fürs Segel. „Wir hatten gerade genug Platz, um Schulter an Schulter zu schlafen“, sagt Falcon. 

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In das Land-Segelboot passen 225 Kilogramm Gepäck und ein Schlafplatz

Das Schiff beluden sie mit Essen, fast 100 Litern Wasser, Kleidung. 225 Kilogramm insgesamt. „Wir wollten Städte meiden und in die ländliche Kultur eintauchen, wussten aber nicht, wie viele Menschen wir auf dem Weg treffen würden“, sagt Falcon.

Also bereiteten sie sich gut vor. Über 300 Kilometer legten sie in 46 Tagen zurück, bei Wind schafften sie 70 Kilometer am Tag. 

Und entgegen ihrer Erwartungen trafen sie auf ihrem Weg viele Menschen. Viele Familien luden das Paar in ihre Häuser ein, um zu essen und sich auszuruhen. Begrüßt wurden sie mit Keksen, frittiertem Teig, Tee, Nudelsuppe, Fleischknödeln, Knochenbrühe. Sie halfen den Familien auch bei der Tierhaltung, hüteten Ziegen und misteten die Ställe aus. 

Als Gast bei Einheimischen half Falcon dabei, die Schafe zu hüten.

Aber nicht alles klappte reibungslos: Es gab ab und an mechanische Probleme. Ein Mann half ihnen einmal beim Zusammenschweißen der Bauteile, 16 Stunden später waren sie wieder auf der Straße. „Er war einer der nettesten Menschen, die wir getroffen haben“, erinnert sich Falcon.

Und auch einen Schreckmoment gab es: Bei einem Unfall krachte Amber gegen den schweren Wagen und verletzte sich eine Rippe. Kurz darauf trafen sie aber glücklicherweise zufällig einen Arzt, der ihnen mit einer Salbe gegen die Schmerzen half. 

„In vielerlei Hinsicht war die Reise ein Abenteuer, um Vertrauen zu lernen“, so Amber. „Wir konnten nicht für alles einen Plan machen, aber irgendwie schienen die Dinge zu funktionieren. Es war eine unglaubliche Art und Weise, loszulassen.“