Keine Steine stapeln! Urlaubsorte in Schottland mahnen Touristen

Keine Steine stapeln! Urlaubsorte rügen Touristen

Du hast sie bestimmt schon mal gesehen: hübsche Steintürme, die vielerorts an Seeufern oder Steinstränden stehen. Viele Urlauber scheinen gern Steine zu stapeln – sehr zum Ärger der Anwohner.

Aufeinandergestapelte Steine an einem Strand.
Die wackeligen Steintürme an Stränden sind vielen Einheimischen ein Dorn im Auge.

Foto: imago/imagebroker/Andreas Vitting

Für die einen ist ihr Bau eine meditative Beschäftigung, andere machen die Steintürme wütend. Erstere sind vor allem Urlauber, Letztere Einheimische. Dass deren Interessen sich nicht besonders gut vertragen, soll vorkommen. Aber Streit um ein paar Steine?

Die Bewohner der Isle of Skye sind verärgert über die Steintürme

Auf der bei Touristen beliebten Isle of Skye in Schottland soll genau das passiert sein. Verärgerte Einwohner entfernten dort zuletzt Hunderte von Steintürmen. Denn die seien schlecht für die Umwelt, verursachten Erosion und hinderten Wildtiere daran, ihren natürlichen Lebensraum zu durchqueren, berichtet die schottische Zeitung „Sunday Post“.

Eine Einwohnerin geriet sogar persönlich mit Touristen aneinander. Laut der Zeitung soll sie auf Facebook über den Streit berichtet haben: „Ich begann, die Steintürme umzustoßen, was Touristen dazu bewegte, mich zur Schnecke zu machen“, schrieb Claire Irons. 

Die wackeligen Türmchen, so die Schottin, seien aber gefährlich für kleine Kinder und Hunde. Tatsächlich sind auch Umweltaktivisten besorgt über das Steinestapeln: „Es hat epidemische Ausmaße angenommen“, sagte die Tierschutzorganisation „Blue Planet Society“ der britischen Zeitung „Daily Express“.

Die Organisation postete ein Bild von Claire Irons auf Instagram, das Dutzende der Steintürme zeigt. Darunter entluden bereits zahlreiche Nutzer ihre Wut in den Kommentaren: „Kickt sie um!“, schreibt einer. Ein anderer kommentiert: „Was ist der Sinn? Menschen scheitern nie daran, Empörung und Enttäuschung zu verursachen.“

Die Steintürme stören Seevögel beim Brüten

„Blue Planet Society“ ist ebenfalls gegen das Stapeln der Steine. Die Organisation sagt, die Steinmännchen würden Seevögel beim Brüten stören. Auch auf anderen schottischen Inseln gibt es die Steingebilde. Sie tauchen immer wieder an Stränden der Isle of Iona, der Isle of Arran und an vielen anderen Orten auf den Äußeren Hebriden auf. 

Und Schottland ist nicht der einzige Ort, der mit den Erbauern der Türme hadert. In einem Video des Tahquamenon Falls State Park, einem 46.000 Hektar großen Park im US-Bundesstaat Michigan, erklärt eine Expertin, warum Steintürme schlecht für Wasserinsekten sind:

 „Bitte lasst die Sandsteine im Wasser!“, fordert der Park seine Besucher auf.

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